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Wiederverwertung für Fortgeschrittene

25. November 2011

Oft werde ich als Stahlrahmenbauer wahrgenommen. Das ist insofern richtig als daß die meisten meiner Räder aus Stahl sind, aber das liegt eher an meinen Kunden. Zumindest gefederte Räder baue ich auch aus Aluminium und wenn ich mal etwas Zeit für Prototypen finde wird es auch noch ein drittes Metall geben. Rahmen aus Carbon plane ich allerdings nicht. Das liegt nicht daran, daß ich das Material für schlecht geeignet halte, es hat nur nicht die Vorteile, die es für meine Rahmen geeignet machen würde. Auf meiner website findet sich bei den technischen Artikeln übrigens eine Materialübersicht.

Wer Rennen gewinnen will oder aus beruflichen Gründen sogar muß kommt um einen Rahmen aus Carbon kaum herum. Er verspricht maximale Steifigkeit bei minimalem Gewicht. Hohe Steifigkeit kann sinnvoll sein, weil sie dafür sorgt, daß beide Räder auch bei harten Antritten in der Spur bleiben und so weniger Reibung zwischen Reifen und Fahrban auftritt. Vorausgesetzt natürlich, der Rahmen ist überhaupt gerade gebaut, das ist bei Carbonrahmen nicht immer der Fall. Auch bei Komponenten wird mittlerweile viel Carbon eingesetzt, hier meist zur Gewichtsreduzierung. Meine Favoriten bei Komponenten sind Bremshebel und Schutzbleche. Bremshebel, weil sich das Material warm anfühlt, das ist bei den jetzigen Temperaturen deutlich spürbar. Und Schutzbleche, weil sie bei geringem Gewicht steif und damit klapperfrei sind. Normale Kunstoffschutzbleche sind wabbelig und klappern schnell, Edelstahlschutzbleche sind schön und funktionieren von allen am besten, aber schwerer.

Carbon als Rahmenmaterial hat aber auch Nachteile. Weniger beim Fahren, die Rahmen halten so einiges aus. Schwachstellen sind Transport und Montage. Die dünnen Wände sind sehr empfindlich gegen Beschädigungen, entsprechend häufig sind Schäden beim Transport in Auto und Flugzeug  oder durch Stürze. Bei der Montage von Kompoenten ist der Bereich zwischen sicherem Sitz und Überbeanspruchung des Materials oft äußerst schmal. Grob gesagt ist also die Alltagstauglichkeit eingeschränkt. Das ist kein Thema für den, dem es um die Hundertstelsekunden geht, der nimmt das natürlich in Kauf.  Aber für mich ist das der Grund, für meine Rahmen kein Carbon in Betracht zu ziehen. Die meisten meiner Kunden sagen mir sehr deutlich, daß sie ein Rad erwarten, das viele Jahre Freude machen wird. Und dafür muß es alltagstauglich sein.

Ein anderes Thema ist auch die Umweltverträglichkeit und Wiederverwertbarkeit. Auch da haben Metalle Vorteile, wobei das für mich ein wichtiger, aber nicht der ausschlaggebende Punkt ist: Wie gesagt soll das Rad viele Jahre Freude bereiten und möglichst nie im Container landen. Und im Zweifelsfall kann es auch repariert werden. Eigentlich ist nichts umweltfreundlicher als ein Produkt lange zu nutzen, zudem ein Fahrrad, das auch bei seiner Nutzung  äußerst umweltfreundlich ist.

Aber hier ein Beispiel, daß auch Carbon manchmal gut wiederverwertet werden kann:

Ein altes Stück Gabelschaft wird zum Teil einer Nabenhülse für ein Kinderrad. 🙂

Die Nabe wiegt übrigens 92 Gramm. Gerade ein Kinderrad muß ja leicht sein. 🙂

Viele Grüße,

Georg Blaschke

 

 

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2 Kommentare
  1. MIKe permalink

    gibt’s dann auch bilder von dem kinderrad ? 😉

  2. Klar werde ich hier auch Bilder einstellen, aber ich warte noch auf den Rahmen.

    Viele Grüße,
    Georg

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