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Rahmenbau in der Süddeutschen

1. Mai 2012

Generell findet Rahmenbau in den gedruckten Medien kaum Beachtung. Es ist einfach eine Randerscheinung und für die breite Masse bedeutungslos. Aber ab und zu gibt es Ausnahmen: In jedem Messebericht von der Eurobike findet sich irgendein kurioses handgebautes Spezialrad, das augenscheinlich extra für Messeauftritte gebaut wurde, weil es meist mehrere technische Unsinnigkeiten enthält, die aber auffallen.

Für mich hat das immer etwas von einem Zoo, da sind ja auch die Tiere am interessantesten, die wenig Relevanz für die eigene Wirklichkeit haben. So ein Affe ist durchaus lustig, wenn er mag, und ein Löwe kann einen schon erschauern lassen, wenn er wenige Meter entfernt brüllt. Aber in Mitteleuropa sind beide Tierarten als Nutztier doch eher ungeeignet. Folgerichtig berichten die Fahrradzeitschriften in der Regel über neue Züchtungen von Kühen und Schweinen, die ein wenig mehr Milch und Schinken liefern oder deren Haut besonders lila oder rosig ist. Ich finde beide Extreme nicht besonders reizvoll: Entweder spannend, aber nutzlos und zudem bissig oder langweilig und auf Ertrag getrimmt. Da sind mir zum Beispiel die Schottischen Hochlandrinder oder alte Schweinerassen lieber, die eine erfrischende Andersartigkeit mit einer guten Portion Nützlichkeit verbinden. Und so sehe ich das auch bei Fahrrädern: Sie müssen nützlich sein, aber bitte ihren besonderen Reiz haben.

Manchmal gibt es in den gedruckten Medien auch Ausnahmen, so am gestrigen Montag in der Süddeutschen Zeitung. Da war ein längerer Artikel über Handgebaute Räder und die EHBE. Leider ist der online nicht zu sehen, auf jeden Fall nicht ohne ein App für ein iPad. Im Artikel wird der Bogen gespannt von den besonderen, langlebigen Produkten der oft einzeln arbeitenden Rahmenbauer mit mehrmonatiger Lieferzeit und dem kärglichen Umfang der diesjährigen EHBE, die wohl auch die letzte gewesen sein wird. Vielleicht ist die EHBE ein Beweis mehr dafür, daß Handgebaute Räder durchaus dazu taugen, eine Messe interessant zu machen, aber echte Umsatzträger überwiegen müssen, um die breite Masse der Aussteller, Kunden und Presse anzulocken. Um so schöner, daß es die Süddeutsche zur EHBE geschafft hat. Von vielen Rahmenbauern kann man das leider nicht sagen. Übrigens hat der Autor des Artikels,Michael Tibudd, auch einen schönen blog: radlblogger.de

Ich hoffe darauf, daß es mit dem Rahmenbau messemäßig irgendwie weitergeht, eventuell im Rahmen einer bestehenden anderen Messe. Die Berliner Fahrrad Schau ging ja schon in die Richtung.

Und wer den Artikel in der Süddeutschen gelesen hat: Nein, ich gedenke weiterhin Georg zu heißen, auch wenn Gerhard auch ein schöner Name ist und ich nicht mal das GEBLA ändern müßte. 🙂

Viele Grüße,

Georg Blaschke

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2 Kommentare
  1. Michael Tibudd permalink

    Lieber Georg (!) Blaschke,

    Ich bitte um Verzeihung für den Fehler. Wird nicht noch einmal vorkommen…

    Schöne Grüße!

    • Guten Abend Herr Tibudd,

      ich hoffe ja nicht, daß es nicht mehr vorkommen wird, weil nie wieder ein Artikel über Handgebaute Fahrräder in der Süddeutschen erscheinen wird! 🙂
      Danke für den Besuch auf der EHBE, auch wenn wir keine Gelegenheit für ein Gespräch hatten. Aber die Fahrradwelt ist klein, man trifft sich immer mehrmals.

      Viele Grüße,
      Georg Blaschke

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