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Krise

21. Juni 2012

Wenn man in diesen Tagen die Zeitung öffnet, liest man von Krisen. Wobei das eigentlich schon seit einigen Jahren so geht: Banken, ganze Wirtschaftszweige, Währungen, Industrienationen, das Gesundheitssystem, die Atomenergie, die Photovoltaik, das Amt des Bundespräsidenten: Alles in der Krise. Selbst das erfolgsverwöhne China hat damit zu kämpfen. Und von irgendwelchen Berühmtheiten oder ganzen Königshäusern will ich gar nicht erst anfangen, die sind ja dauernd in der Krise, das liest man besser in den entsprechenden Fachzeitschriften nach. Auch ich habe mit der Krise zu kämpfen: Haben sich doch Heizung und Auto miteinander abgesprochen, gehen mit der Zeit und überraschen mit einem Riß im Wärmetauscher bzw. mit einem kapitalen Motorschaden.

Trotz alledem halte ich das Leben in Mitteleuropa immer noch für durchaus lebenswert und das Kriseln bewegt sich auf hohem Niveau. Und es gibt auch Lichtblicke: Bei der Fußball-Europameisterschaft schlägt sich die deutsche Nationalmannschaft recht wacker. Und die Vertreiber von entsprechenden Fanartikeln dürften gerade Höhenflüge erleben. Viele Autos sind mit zwei oder mehr Fahnen geschmückt, dazu noch entsprechende Fahnen oder Fußbälle als Aufkleber. Offensichtlich haben die seit Ostern leicht gefallenen Preise an der Tankstelle genug Kapital freigesetzt, das jetzt entsprechend investiert werden kann. Im Supermarkt konnte ich heute zudem folgende Durchsage hören: Beim Kauf von 1 Kg Hausmacher Bratwurst für 6.99€ an der Frischetheke gibt es eine Autofahne gratis! Mein Tip: Einfach auf Beilagen und Salat verzichten, 2 Kg Hausmacher Bratwurst kaufen und schon ist das Auto perfekt ausgestattet! Und der Krise ein Schnippchen geschlagen!

Der Krise ein Schnippchen schlagen läßt sich auch mit dem Fahrrad. Einfacher kann man Geld nicht verdienen als Autofahrten durch Fahrten mit dem Rad zu ersetzen, von den Vorteilen für Umwelt und Gesundheit mal abgesehen. Viele meiner Fahrräder werden für den Weg zur Arbeit gekauft. In irgendeinem Forum habe ich neulich mal gelesen, daß die Räder von Rahmenbauern hauptsächlich von reichen Leuten gekauft würden, die sie dann in der Garage neben den Porsche stellen und nur ab und zu mal bei bestem Wetter ausfahren. Das kann ich so nicht bestätigen. Wobei mir das durchaus schmeicheln würde, wenn es denn so wäre. Wenn ein Fahrrad einfach als Objekt so begehrenswert ist, daß man es um seiner selbst willen haben möchte, hat der Rahmenbauer eigentlich alles richtig gemacht. Denn gut fahren und lange halten muß es sowiso. Und das ist auch genau das, was fast alle meiner Kunden ausdrücklich von ihrem Rad erwarten. Die fahren so viel, daß es eben nicht selbstverständlich ist, daß ein Rad ein paar Jahre durchhält. Und Spaß machen sollten die vielen Stunden im Sattel auch. Wenn das alles paßt, relativiert sich auch ein höherer Anschaffungspreis sehr schnell.

Auch das hier in den letzten Wochen vorgestellte GEBLA 20 Anniversary Nummer 20 ist ein Rad, das für den ruppigen Weg zur Arbeit gebaut wurde. Es wird kommenden Samstag abgeholt und ich hoffe, vorher noch Bilder des fertigen Fahrrades machen zu können. Hier noch ein Bild während der Montage. Nach dem Pulverbeschichten wurde der Rahmen nachbearbeitet, der Dämpfer bekam seinen Kleinen Service und Rahmen, Schwinge und Dämpfer wurden montiert. Das hat einen halben Tag gedauert. Jede halbe Stunde hier ist aber gut investiert, da die problemlose Funktion vieler weiterer Komponenten von der peniblen Vorbereitung des Rahmens abhängt. Die Papertücher in den Rahmenöffnungen fangen übrigens überschüssige Konservierung auf.

Bereit zum weiteren Aufbau:

Leider kann ich hier nicht die Entstehung jeden Rahmen so genau beschreiben, aber natürlich werden auch in Zukunft entsprechende Berichte erscheinen. Demnächst hier mehr über einen gerade fertiggestellten Rahmen, der extra dafür gemacht ist, auf der Fahrt ins Büro der Krise zu trotzen.

Viele Grüße,

Georg Blaschke

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From → Fahrradwelt

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