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GEBLA 20A02

10. September 2012

So, nachdem die Grafikkarte erneuert wurde, fährt der Computer wieder munter hoch und ich kann mal wieder etwas schreiben. Nach Urlaub und Eurobike geht es jetzt mal wieder um den Bau von Rahmen.

Vorne wie hinten ungefederte Mountainbikes sind ja selten geworden, machen aber sehr viel Spaß. Ich baue sie immer wieder gerne. Ein Rad, bei dem Rahmen, Gabel und Vorbau aus einem Guß sind, ist meist auch eine besondere Augenweide. Äußerst selten bei mir sind Cantileverbremsen, dieses Rad wird mal wieder eine Ausnahme. Auch ein Gabelschaft im 1″ Standard ist selten geworden, obwohl das bei Stahl gar nicht so schlecht ist. Etwas leichter, etwas komfortabler, dabei stabil genug.

Aber los gehts, das Steuerrohr wird gedreht:

Das Tretlager wandert auch auf die Drehmaschine und wird außen und innen erleichtert. Zudem bekommt es eine Bohrung, in die das Sitzrohr gesteckt wird, das spart noch einmal Gewicht. Hier ist alles schon fertig verschweißt:

Und hier sieht man das durchgesteckte Sitzrohr:

Das Sitzrohr soll mit einer Verstärkungsmuffe ausgestattet werden, auch die muß erstmal entstehen:

Auf das Steuerrohr wird das G-Emblem aufgelötet, die Sitzrohrverstärkung erhält ihre Sattelklemme, auch das Anlötteil für den Umwerfer liegt schon bereit:

Und fertig aufgelötet. Der grünliche Schimmer des Flußmittels läßt erkennen, daß das Sitzrohr aus rostfreiem Stahl ist:

Auch das Anlötteil für den Umwerfer und die Flaschenhalterösen werden angebracht. Der Umwerfer muß sehr exakt sitzen, deshalb eine Kontrolle direkt nach dem Anlöten:

Das Sitzrohr muß jetzt erstmal baden, damit sich das Flußmittel auflöst. Deshalb zwischendurch ein paar Arbeitsschritte an der Gabel. Bzw an den Gabeln, denn ich baue noch eine zweite parallel, einen Nachbau einer sogenannten BigOneInch, einem Gabelmodell, das in bestimmten klassischen FatChance Mountainbikes verwendet wurde. Sehr selten, deshalb kann man sich die Suche danach meist sparen, wenn man einen entsprechenden Rahmen besitzt. Also muß man sie manchmal nachbauen. Schaftrohre und Segmente beider Gabeln sind zum Schweißen bereit, der Nachbau der BigOneInch erhält natürlich kein G-Emblem:

Und verschweißt:

Das Sitzrohr ist gewässert und weiter bearbeitet. Nachdem die Rahmenlehre auf die Maße des Rahmens eingestellt wurde, werden Sitzrohr und Steuerrohr eingesetzt:

Ober- und Unterrohr werden auf Gehrung gefräst und in den Rahmen eingepaßt. Je spaltfreier alles sitzt, desto besser wird die Schweißverbindung und desto weniger Verzug entsteht beim Schweißen:

Hier am Unterrohr ganz schön zu sehen: Die Markierungen, die den Beginn der Endverstärkungen anzeigen. Gute Fahrradrohre haben an den Enden eine größere Wandstärke als in der Mitte, um an den höher belasteten Enden haltbar genug, in der Mitte aber möglichst leicht zu sein:

Bevor die Rohre verschweißt werden können, müssen erstmal die Röhrchen für die innenverlegten Züge eingelötet werden. Aber davon beim nächsten mal.

Viele Grüße,

Georg Blaschke

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4 Kommentare
  1. 'Lukas permalink

    Hi,

    darf ich fragen wie du die Lage vom Tretlager festlegst? Sieht auf den Bildern nicht so aus, als ob die (Messing?) Komponenten ganz am Tretlager anliegen.

    Sind die Konisch(bei Gewinde ja blöd) oder ist da gar ein eigenes Gewinde drauf?

    Werden die Tretlager vorher plangefräst/gedreht? Machen ja einige so. Herr Sachs z.B.

    Wie immer ein sehr informativer und spannender Post. Hoffentlich war der Urlaub ordentlich entspannend, so das es hier weiter so spannend bleibt ! 😉

    • Hallo Lukas,

      die Messingeinsätze für das Tretlager haben Gewinde, relativ eng toleriert. Sie sind so bemessen, daß das Tretlager in der Mitte steht, wenn beide Einsätze auf Anschlag eingeschraubt und dann wieder etwa jeweils eine Viertelumdrehung herausgeschraubt werden. Da das Tretlagergewinde die Referenz auch für die Planflächen des Tretlagers ist, halte ich es für sinnvoll, es auch als Referenz für den Rahmenbau zu nutzen.
      Die Tretlager sind vorher plan, da sie spanend hergestellt werden. Allerdings müssen sie NACH dem Schweißen oder Löten IMMER noch mal nachgeschnitten und geplant werden.
      Wie einige Rahmenbauer in den USA (in D habe ich noch keinen kennengelernt, der so arbeitet) darauf kommen, daß ein Planschneiden VOR dem Löten reicht, ist mir ehrlich gesagt ein Rätsel. Metall verändert sich nach einer Erwärmung auf Löttemperatur, in den Dimensionen, in der Form, im inneren Spannungszustand. In Deutschland ist das in Metallberufen Grundlagenwissen, da alles andere bei der Metallverarbeitung darauf aufbaut. In den USA gibt es ein vergleichbares duales Ausbildungssystem nicht, man lernt eher durch Trainning on the Job. Deshalb wird in amerikanischen Rahmenbauforen auch so oft wiederholt, wie wichtig Routine beim Rahmenbau ist. Routine ist absolut hilfreich, aber wenn man vorher schon weiß, was man tut, ist das meiner Ansicht nach noch besser.

      Viele Grüße,
      Georg

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