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Eurobike 2012

12. September 2012

Die Eurobike in Friedrichshafen ist jedes Jahr wieder beeindruckend. Durch ihre schiere Größe, durch den üblichen Verkehrsstau und den Bodensee. Ich könnte bei gutem Wetter problemlos auch den ganzen Tag lang in einem Cafe an der Uferpromenade sitzen und mir den See, die Boote und die Alpen ansehen.

Aber ich war natürlich nicht zum Spaß in Friedrichshafen, sondern um für mich interessante neue Teile zu begutachten, verschiedene Lieferanten zu besuchen und Leute zu treffen. Es gab auch 366 Weltpremieren zu sehen, ist dem Schlußbericht der Messe zu entnehmen. Das ist ja mehr als eine für jeden Tag im Jahr, trotzdem sind die meisten irgendwie meiner Aufmerksamkeit entgangen. Vielleicht lag das auch an der immensen Zahl an offensichtlich geklonten Rädern der vielen Stände der unterschiedlichen Marken, deren Anblick mich irgendwie müde gemacht hat und für deren Ausstattungsdetails und Rabattgruppen sich ein Fahrradhänder, der die Räder verkaufen möchte, sich interessieren muß. Mich interessiert es eher nicht.

Mich interessierten eher Scheibenbremsen: Seit Jahren haben fast alle meiner Räder Scheibenbremsen, auch Crosser, Randonneure und Rennräder. Bei Rädern mit Rennlenker ist die Wahl der Bremse aber durch die Bremshebel eingeschränkt auf mechanische Scheibenbremsen, meistens verbaue ich die Avid BB7 Road. Eine gute Bremse, bei der es eigentlich nichts zu meckern gibt. Sie könnte etwas leichter sein und etwas kleiner, aber das ist eigentlich alles. Trotzdem sind Alternativen immer wünschenswert, vor allem auch hydraulische. Bei SRAM und Shimano wird es aber wohl noch bis zum Frühjahr dauern, bis es hydraulische Bremsschalthebel für Rennlenker gibt.

Von Shimano gibt es mit der BR-CX75 eine neue mechanische Scheibenbremse für Cyclocross, wie die sich bewährt, wird man sehen müssen.

Wovon ich wenig halte, sind Adapter, die durch mechanische Bremshebel betätigt werden und diese Betätigung in Hydraulik umsetzen, meist unter dem Vorbau montiert. Da gibt es unterschiedliche Modell, die aber immer den Nachteil haben, daß das Gesamtsystem deutlich komplizierter, anfälliger und schwerer als nötig wird. Auch das Gefühl am Bremshebel, für die richtige Dosierung immens wichtig, wird durch zusätzliche Bauteile und teilweise unglückliche Zugführung meist deutlich schlechter. Bei Bowdenzügen ist die Gesamtsumme der Winkelgrade der Richtungsänderungen immens wichtig für den Wirkungsgrad und für die sogenannte Hysterese, die maßgeblich die Feinfühligkeit und das Bremsgefühl bestimmt. Normale Rennradbremsen (auch Scheibenbremsen) am Rennrad haben da einen Bereich von rund 170° bis 300°. Hier mal zwei Bilder eines Modells, daß es schafft, schon 120° auf dem Weg vom Lenker zum Adapter zu verpulvern. Die Vorderradbremse kommt dann zusammen mit den 90° der Lenkerbiegung auf 230°, dazu kommt dann noch die Reibung im Adapter und in der Bremse selbst. Das lohnt sich höchstens bei irgendwelchen Zeitfahrmaschinen, die die Bremsen aus aerodynamischen Gründen sehr ungünstig positioniert haben.

Einen interessanten Bremshebel gab aber bei Formula und Colnago zu sehen, bisher wird er auch ausschließlich für Colnago gebaut. Der Hebel kann auch die 10fach Shimano DuraAce Di2 schalten, aber leider nicht die neuesten Versionen. Shimano hat die Betätigungssignale wohl auf ein codiertes Bus-System umgestellt, was solche Lösungen fremder Anbieter erschwert. Schade eigentlich, aber vielleicht findet ja Formula auch für das neue System eine Möglichkeit.

Es heißt also noch zu warten, aber im Frühjahr sollte es Neuigkeiten geben. Und letztlich kann man ja auch mit der BB7 vernünftig leben, von der es dann auch eine leichte Version geben soll. Meine Rahmen baue ich immer schon so, daß auch hydraulische Scheibenbremsen perfekt montierbar sind, so daß man, wenn es eine Auswahl gibt, auch eine Wahl hat.
Viele Grüße,

Georg Blaschke

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