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Startschuß für die Berliner Fahrrad Schau

26. November 2012

Natürlich werde ich auch im kommenden März wieder auf der Berliner Fahrrad Schau ausstellen. Und damit auch diesmal alles klappt, fange ich sogar eine Woche früher an als letztes Jahr! Da kann praktisch nichts mehr schiefgehen. Kann es natürlich doch, denn die Räder, die es dort zu sehen geben wird, werden auch für mich nicht alltäglich sein. Ich werde hier in den kommenden Woche einiges der Entstehung vorstellen.

Den Anfang macht eine Gabelkrone, die hier gerade graviert wird:

Meist baue ich ja sogenannte segmentierte Gabeln, bei denen der Gabelkopf durch das Einschweißen von Rohrsegmenten entsteht. Dadurch ist man sehr frei bei der Wahl der Rohre. Da viele meiner Gabeln Scheibenbremsen haben, ist es wichtig, Gabelbeine zu verwenden, die deren höhere Belastung aushalten. Solche Gabelbeine gab es bisher für Gabeln mit traditionellen Gabelköpfen nicht. Nun aber doch.

Natürlich weiß ich, daß vor allem in den USA auch in den letzten Jahren schon solche Gabeln mit Scheibenbremse gebaut wurden. Aber ich kenne auch die Foreneinträge, die sich verbiegende Gabeln beschreiben. Als Europäer habe ich zudem den Vorteil, die Erfahrungen, die mit Trommelbremsen an Hollandrädern schon vor vielen Jahren gemacht wurden, zu kennen. Auch da gab es verbogene Gabeln zu genüge, bis die Wandstärken der Gabelbeine angepaßt wurden. Also habe ich gewartet.

Nun, das Warten hat bald ein Ende: Auf der Berliner Fahrrad Schau wird ein Rad mit einer solchen Gabel stehen, deren Anfang auf dem obigen Bild gemacht ist. Aber es wird mit dem Rad noch etwas dauern und ganz so traditionell wird die Gabel dann doch nicht. 🙂

Viele Grüße,

Georg Blaschke

 

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4 Kommentare
  1. Vitaly Bezgachev permalink

    Hallo Herr Blaschke,

    soviel ich weiß, baut Mr. Dave Kirk seit letztem Jahr solche Gabeln. Allerdings hat er auch auf die Wandstärke aufgepasst. Existierten wirklich passende Gabelbeine für Muffen bis vor kurzem nicht? Braucht man die sondern-angefertigte Rohre zu beauftragen?

    Danke und Gruß,
    Vitaly.

    • Hallo, schön mal wieder etwas von Ihnen zu hören!

      Ich habe mal bei Kirk geguckt, der beschäftigt sich tatsächlich seit letztem Jahr mit Scheibenbremsen. Allerdings hat er schon Lehrgeld bezahlen müssen. 🙂 Er ist aber schlau genug, relativ lange Bremsaufnahmen an die Gabel zu löten, um das Gabelbein stabiler zu machen.

      http://www.kirkframeworks.com/blog/2012/01/31/new-stuff-on-the-way/

      Interessant ist in den Kommentaren seine Messung, daß das Anbringen eines Scheibenbremsadapters keine meßbare Änderung der Flexibilität des Gabelbeins erzeugt, weil die elastische Verformung hauptsächlich im oberen Drittel des Gabelbeins stattfindet. Genau das ist der Grund, warum gerade und gebogene Gabelbeine eine genau gleich komfortable Gabel ergeben! Man kann wirklich nach dem Geschmack entscheiden, im unteren Drittel der Gabelbeine passiert für den Komfort nicht viel.

      Für sein Showrad von der NAHBS hat er aber wohl schon die dritte Version der Gabel gebaut. Eben das Lehrgeld. 🙂 Das Bremsmoment belastet die Gabel nämlich im unteren Drittel am meisten, und das führte in seinem Fall zu Bremsflattern. Es ist eben nicht so, daß ein normales oder sogar besonders leichtes Gabelbein dafür „up to the task“ ist. Er hat das dadurch gelöst, daß er die Gabelbeine unten am dünnsten Durchmesser kürzt, so daß sich der sich vergrößernde Durchmesser nach unten verschiebt. Das ganze Gabelbein wird dadurch steifer und hat weniger Probleme mit Flattern. Es wird dadurch aber nicht zwangsläufig stabiler: Bei Vollbremsungen mit Anheben des Hinterrades wird das höchste Bremsmoment erzeugt, das ist völlig unabhängig vom Bremsflattern. Bei einem Rennrad ist das aber unkritischer als zB bei einem Rad mit beladenen Gepäcktaschen hinten. Oder bei einem Mountainbike, bei dem der Fahrer sein Gewicht hinter den Sattel verlagert.

      Meiner Meinung nach hilft bei einer Scheibenbremse nur eine entsprechende Wandstärke. Ein Gabelbein, daß für Rennräder gemacht ist, ist da nicht ausreichend, das sind völlig unterschiedliche Belastungen. Vielleicht bin ich da übervorsichtig, aber ich kenne aus meiner Zeit bei Sachs und SRAM auch ein paar Hintergründe und Erfahrungen aus der Industrie mit Trommel- und Scheibenbremsen. Auch denke ich, daß ich da im Sinne meiner Kunden handele: Die meisten möchten mit dem Rad ja viele schöne Jahre verbringen. Angst vor Vollbremsungen sollte eigentlich nicht dazu gehören. 🙂

      Viele Grüße,
      Georg Blaschke

  2. Vitaly Bezgachev permalink

    Hallo Herr Blaschke,

    Vielen Dank für eine mehr als ausführliche Erklärung! Ich war eigentlich sehr neugierig, welche Faktoren bei der Gabel für Scheibenbremse eine Rolle spielen. Sie haben mich überzeugt, dass beim Komfort der Form von Gabelbeine keine Rolle spielt 😉

    Danke und Gruß,
    Vitaly Bezgachev.

    PS: sobald schneit es, versuche ich ein Paar Bilder von meinem Gebla-Fahrrad aufzunehmen; die Spikes-Reifen sind schon drauf 🙂

    • Hallo Herr Bezgachev,

      dann können Sie ja morgen Bilder machen, wenn der Wetterbericht stimmt. 🙂

      Viele Grüße,
      Georg Blaschke

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