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Headshok Berlin

7. März 2013

Nein, Sie lesen keine neue Schlagzeile über den schon fast fertigen neuen Berliner Flughafen. An diesem Wochenende findet die Berliner Fahrrad Schau statt und ich werde dort unter anderem ein Rad mit sogenannter Headshok Federung zeigen.

Wer sie nicht kennt: Headshok sind die Federgabeln, die bei Cannondale seit den frühen 90er Jahren üblich waren. Dabei handelt es sich prinzipiell um eine starre Gabel, die aber durch einen doppelwandigen Gabelschaft beweglich ist. Dabei gleitet die Gabel nicht wie die meisten Federgabeln, sondern sie rollt fast reibungsfrei auf vielen sogenannten Nadeln auf und ab. Das ist wichtig, weil die Gabel so auch auf kleine Unebenheiten sensibel reagiert. Es ist eigentlich wie beim Fahrrad: Das rollt deshalb so leicht, weil es eben rollt.:-)

Räder mit Headshok Federung sind ein wenig meine Spezialität. Zum Teil aus der Not heraus, weil es für Straßenräder sonst praktisch keine vernünftigen Federgabeln gibt. Aber auch, weil ich die Headshok Gabeln schon seit vielen Jahren kenne und um ihre Qualitäten weiß. Vor allem sind die strukturellen Teile keinem Verschleiß unterworfen, alle Verschleißteile lassen sich austauschen und die Gabel wird dadurch praktisch wieder neuwertig. Das ist mir wichtig, weil meine Räder dafür gemacht sind, viele Jahre Freude mit ihnen zu haben.

Eben weil die Gabeln sehr haltbar und nötigenfalls reparierbar sind spricht für mich auch nichts dagegen, vom Kunden angelieferte gebrauchte Gabeln zu verwenden. Das kann den einzigen echten Nachteil dieser Gabeln etwas erträglicher machen, den hohen Preis. Die Spendergabel des unten gezeigten Rades wurde sogar in den 90er Jahren gebaut, allerdings habe ich sie mit einem neuen Innenleben versehen. Und neue Gabelbeine bekam sie sowiso. Die Experten von Eighty-Aid sind hier eine gute Adresse, wenn es um Ersatzteile oder kompetenten Service geht. Der Name Eighty-Aid spielt übrigens auf die Anzahl der oben genannten Nadeln an, auf denen die Gabelteile abrollen.

Aber jetzt zum Rad und zu den Bildern, die ich heute noch auf die Schnelle gemacht habe. Es ist ein Damenrad mit einem sogenannten Mixte-Rahmen, der Rocktauglichkeit mit vernünftiger Steifigkeit verbindet. Ein traditioneller Damenrahmen mit tief liegendem Oberrohr aus Stahl ist ja sehr verwindungsweich und für sportlichere Fahrweise sehr ungünstig. Das Rad ist mit seinen Komponenten für den Einsatz in der Stadt und Touren am Wochenende gebaut und muß auch schlechte Straßen nicht fürchten.

GEBLA-Mixte-05

 

Hinter dem Faltenbalg und im Steuerrohr verbirgt sich die Federung. Der Faltenbalg ist ein weiterer Vorteil der Headshok-Gabeln, sie sind sehr unempfindlich gegen Schmutz. Ein häufiges Reinigen der Gabelbeine wie bei Teleskopgabeln ist unnötig.

GEBLA-Mixte-06

 

Am Hinterrad laufen beim Mixte drei Streben in einem speziellen Ausfallende zusammen. Es steckt deutlich mehr Arbeit in diesem Bild als man ihm ansieht. 🙂

GEBLA-Mixte-07

GEBLA-Mixte-08

 

Gute Bremsen sind eine Pflicht und Lebensversicherung zugleich. Mittlerweile habe ich Gabelbeine, die Scheibenbremsen auch an Gabeln mit gegossenem Gabelkopf ermöglichen.

GEBLA-Mixte-10

 

Als Schaltung tut die nagelneue 8Gang Getriebenabe von SRAM ihren Dienst. Bei diesem Rad mit Rücktrittbremse. Ich war hin- und hergerissen, ob ich für die Abstützung des Bremsarmes ein Anlötteil anbringen oder die mitgelieferte Schelle verwenden soll. Tatsächlich hatte ich völlig vergessen, daß es diese Schellen noch gibt, so selten mache ich Räder mit Rücktrittbremse. Und wenn, dann mit Anlötteil. Aber dieses Bild macht mir wieder deutlich, daß die Schelle perfekt zu den anderen klassischen Anleihen an diesem Rad paßt.

GEBLA-Mixte-12

 

Das Excenter-Tretlager ermöglicht die Kettenspannung, ohne monströse hintere Ausfallenden verwenden zu müssen.

GEBLA-Mixte-13

 

Ja, auch das ist Stadtrad: Ein sicheres Schloß. Schwer, unförmig, aber eben nötig.

GEBLA-Mixte-14

Viele Grüße,

Georg Blaschke

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14 Kommentare
  1. Ich freu mich auf ein Wiedersehen am Sonntag zum fachsimpeln vom Laien zum Profi! 😉

  2. Geniale Farbe, geiles Rad. Oder umgekehrt?
    Viel Spaß bei der Messe. Diesmal ohne uns 😉

  3. Ja, ich freue mich auch schon, gleich geht es los. Kommendes Jahr dann auch mit den Selberbruzzlern!
    Bis Sonntag, Tino!

    Viele Grüße,
    Georg

  4. Velo-Phil permalink

    Sehr schön, auch mal ein so hochwertig ausgeführtes Damenrad zu sehen! Edel-Rennräder und MTBs gibt es ja fast wie Sand am Meer 😉

    Technische Frage: Man kann doch so eine Headshock Federung bzw. die Gabel sicherlich als steckerlose Ausführung für den SON bauen, oder? Mit einer „normalen“ Federgabel ist das ja eher schwierig. Mir schwebt ein Touren-MTB vor, bei dem man sehr leicht zwischen einem Laufrad mit und ohne NaDy wechseln kann.

    • Genau, ein SON-Ausfallende an so einer Gabel wäre kein Problem. Wobei die Nabendynamos heute so klein und leicht sind, daß man sich nach einer Zeit den Laufradwechsel nicht mehr antun wird und das Laufrad mit Nabendynamo wahrscheinlich einfach drin läßt. 🙂

      Viele Grüße,
      Georg

      • Velo-Phil permalink

        Danke für die Info. Völlig richtig, ein Nabendynamo stört in den seltensten Fällen. Aber die steckerlose Variante finde ich einfach elegant, so dass das für mich selbst dann die Lösung der Wahl wäre, wenn das Laufrad nie oder sehr selten gewechselt wird.

      • Klar, nichts ist schöner als ein Kabel, das man nicht sieht. 🙂

        Viele Grüße,
        Georg

  5. Thomas Wieling permalink

    Servus Georg,
    bin sicher das Mixte ist gut angekommen im dicken „B“ zeigt sich doch
    in diesem Rad, daß, wenn man genau schaut, ein Stadtrad
    ein absolutes Highlight sein kann.
    Mir gefällt´s richtig gut.
    Gruß, Thom.

  6. Rob permalink

    AXA Rahmenschloss auf jeden Fall zu empfehlen, möchte es nicht mehr missen! Aber Achtung: es gibt zwei Varianten, unbedingt die Variante, bei der der Schlüssel bei geöffnetem Schloss wieder abgezogen werden kann wählen. Spart einen separaten Schlüssel, der mit Karabiner o.ä. am Schlüsselbund befestigt werden muss und zudem während der Fahrt gelegentlich durch Klappern auffällt.
    Robin

    • Hallo Robin,

      ja, die Variante kann auch sinnvoll sein. Ich habe meinen Schlüssel direkt am Schlüsselbund mit dem Hausschlüssel, so kann ich nie ohne Hausschlüssel losfahren und schließe das Rad beim Abstellen immer ab. Der Nachteil ist aber in der Tat, daß es manchmal klappert. Für Personen ohne mangelhaftes Gedächtnis ist die Variante mit abziehbarem Schlüssel vielleicht wirklich besser.

      Viele Grüße,
      Georg

  7. Hallo Georg,
    helle Begeisterung für Dein sinnvolles Rad!!
    Gibt es Erfahrungen mit der 8-fach SRAM? Hast Du selbst eingespeicht? Hinweise…?
    Danke und allzeit pralle Reifen,
    viele Grüße,
    Peter
    (Ex-Aussendienst bei SACHS Fahrradkomponenten)

    • Hallo Peter,

      Vielen Dank für das Lob!

      Die G8 ist bisher völlig unauffällig, seit einem Jahr ist auch eine G9 in Betrieb, auch problemlos. Natürlich selbst eingespeicht. 🙂 Ich wüßte nicht, daß beim Einspeichen irgendetwas besonderes war…
      Witzig, wie klein die Welt ist. 🙂

      Viele Güße,
      Georg

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