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Die Zeit vergeht

5. September 2013

Irgendwie vergeht die Zeit ja doch immer schneller als man denkt. Da hat der Sommer spät angefangen und so langsam kann man sich schon wieder darauf einstellen, daß er wieder vorbei ist. Morgens und abends ist es schon wieder recht kühl. Allerdings kann man sich über diesen Sommer nicht beklagen, hier auf jeden Fall war er sehr schön. Anders als das nicht endenwollende nasse und kalte Frühjahr, das scheinbar auch viele Radfahrer davon abgehalten hat, über ein neues Rad nachzudenken. Immerhin ist dadurch meine Lieferzeit auf momentan rund 2 Monate gesunken, um es positiv zu sehen.

Wie schnell oder langsam allerdings die letzten 1250 Jahre vergangen sind, kann ich nicht beurteilen, ich war meist nicht dabei. Trotzdem hat der Ort Geldersheim, in dem ich wohne und meine Werkstatt habe, am letzten Wochenende die 1250 Jahre gefeiert, die seit seiner ersten urkundlichen Erwähnung vergangen sind. Das hat rund 20.000 Besucher angelockt, die sich vor allem an Ausstellungen zum bäuerlichen und handwerklichen Leben von anno dazumal erfreuen konnten. Viele Höfe, teils seit zig Generationen im Familienbesitz, hatten sich dazu herausgeputz. Bei mir gab es, wie kann es anders sein, Fahrräder von früher und heute zu sehen. Die Fahrräder von früher kamen aus dem Radrennsport-Museum der Gemeinde Dittelbrunn, die von heute von mir. Drei der ausgestellten Räder stammten vom früheren Dittelbrunner Rahmenbauer Erich Hespelein.

Übrigens war der Schweinfurter Raum durch die Kugellagerindustrie und das Engagement von Fichtel&Sachs lange eine Hochburg des Fahrrades und später des Radports. Der Geldersheimer Radverein Wanderlust wurde 1908 gegründet:

GEBLA-Radverein-WanderlustDie Besucher strömen herbei, um die Räder zu sehen. Im Hintergrund mein Werkstattgebäude. Im ersten Stock wird renoviert, da soll mal mein Büro entstehen.

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Hochrad mit Vollgummibereifung.

GEBLA-1250-04Da hat sich neben das alte Bäckerrad und das Damenrad doch etwas modernes geschmuggelt:

GEBLA-1250-03Interessante Bremsbetätigung am Bäckerrad durch das Steuerrohr.

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Der Bremsbelag drückt dann von oben direkt auf den Reifen, ich kenne das aus der Kindheit als Profiltöterbremse. 🙂

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Die drei Räder von Erich Hespelein, das Schüler-Rennrad in der Mitte hat er für seine Tochter gebaut, die Zeitfahrmaschine rechts als Leihrad für Radsportler. Das linke Rad hat sich ein Geldersheimer Vater für den Nachwuchs bauen lassen.

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Da möchte man doch fast noch mal Kind sein. 🙂

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Scheinbar war es nicht ganz einfach, die passenden Schlauchreifen zu bekommen. Selbst heutzutage ist es ein deutlicher Aufwand, ein leichtes Kinderrad auf die Beine zu stellen. Allerdings sind auch die Ansprüche gestiegen, Stahlkurbeln würde man heute nicht mehr verbauen.

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Die Zeitfahrmaschine mit interessanter Lenkerbefestigung:

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Ovalgeschliffene Campagnolo Kurbeln:

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Spartanischer Umwerfersockel. Technisch nicht ganz optimal, aber bei einer Zeitfahrmaschine wird auch nicht so häufig geschaltet.

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Bremse hinter dem Gabelkopf und schön gefrästen und farbig ausgelegte Schalthebel.

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Lenkervorbau am Gabelkopf.

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Nun ist die Feier aber vorbei und beim nächsten Mal geht es wieder um Räder von GEBLA.

Viele Grüße,

Georg Blaschke

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5 Kommentare
  1. Micha permalink

    Moin Georg,

    ist es endlich soweit, dass im ersten Stock renoviert wird, es war ja ganz schön zugig dort oben. Vielleicht kann man danach mal dort nächtigen, damit man nicht am selben Tag wieder abreisen muss.

    Viele Grüße,
    Micha

  2. Hallo Micha,

    klar geht das, auch gerne sofort! Da ist noch so viel zu tun, daß Du ein paar Tage brauchen wirst. 🙂 Zum Dank bekommst Du eine kostenlose Schulung im Fachwerkbau mit Lehm. Wenn meine überschlägige Rechnung stimmt, müssen da über 10 Tonnen in die Wände. Also Schaufel mitbringen. 🙂

    Viele Grüße nach Berlin,
    Georg

  3. Thomas Wieling permalink

    Servus Georg,
    toller Rückblick in die Fahrradgeschichte.

    Bin gespannt ob der Ernst als nächstes die „Steuerrohr-Profilkillbremse“ an einem new Oldtimer umsetzt 😀

    Für den Bau mit Lehm interessiere ich mich auch.
    Hast du da auf historische Aufzeichnungen zurückgreifen können
    oder besteht bei dir in der Umgebung noch das Wissen worauf zu achten ist?
    Es gibt eine Vorarlberger Firma die den Werkstoff Lehm trickreich einsetzt.
    Ist ganz interessant was die machen.
    http://www.lehmtonerde.at/de/

    Lg, Thom.

  4. Hallo Thom,

    ich habe das mit dem Lehm schon im Wohnhaus hinter mir, da habe ich 1999 angefangen. Da gab es noch relativ wenig Informationen, das hat sich in den letzten Jahren deutlich geändert. Hexenwerk ist das aber alles nicht, man muß sich halt ansehen, was früher gemacht wurde und das mit dem heutigen Wissen kombiniert umsetzen.
    Da das Fachwerkwände sind, kommt Stampflehm wie in Deinem link eher nicht in Frage. Für das Wohnhaus haben wir damals im Freifallmischer Lehm mit Blähton gemischt, eine elendige Arbeit. Das Gemisch gibt es heute fertig zu kaufen. Wenn man daraus verhältnismäßig dicke Wände herstellt, ergibt das eine vernünftige Dämmung und ein klasse Raumklima. Und für das Fachwerk ist es auch das Beste, was man machen kann.
    http://www.claytec.de/produkte/bautechniken/innendaemmung-mit-lehm/31-innenschale-aus-leichtlehm.html

    Viele Grüße,
    Georg

  5. Micha permalink

    Moin Georg,

    das hört sich doch gut an, ich bin für jede Schandtat bereit 😉
    Wenn Dein/mein Rahmen fertig lackiert und aufgebaut wurde, melde ich mich mal. Den könnte ich doch seinem Herrn dann mal vorführen. Mein Altes/Neues Projekt bring ich dann auch gleich mit, du weißt schon …

    Viele Grüße,
    Micha

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