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Frederick

24. Oktober 2013

Es war mal wieder ruhig hier in der letzten Zeit. Es könnte sogar fast den Anschein gehabt haben, als hätte ich nichts getan. Da kommt mir, passend zur Jahreszeit, das Kinderbuch „Frederick“ von Leo Lionni in den Sinn.  Die meisten werden es kennen, entweder aus der eigenen Kindheit oder von den eigenen Kindern. In der Geschichte geht es um eine Maus, die auf den ersten Blick nichts tut, anstatt sich aktiv an der Winterbevorratung zu beteiligen.  Sie tut natürlich doch etwas. So ähnlich war das bei mir in den letzten Wochen auch. 🙂

Ich baue ja regelmäßig Räder mit Rohloff-Nabe, oft haben sie auch einen Rennlenker. Wer sich damit ein wenig befaßt hat, weiß, daß es gar nicht so einfach ist, entweder den originalen Rohloff-Schalter am Rennlenker zu befestigen oder einen anderen Schalter zu suchen, der paßt. So eine richtig gute Lösung gibt es nicht. Oder eben bald doch, denn mit ebendiesem Problem habe ich mich beschäftigt und vermutlich eine taugliche Lösung gefunden. Definitiv zeigen wird sich das erst, wenn ich in den kommenden Wochen einen Prototypen bauen kann. Bis dahin möchte ich auch noch nicht zu viel verraten. 🙂

Aber so ganz untätig war ich natürlich auch in der Werkstatt nicht. Unter anderem ist ein schöner Rahmen für ein Tourenrennrad entstanden, da gibt es ein paar Bilder.

Jeden meiner Rahmen gib es ja zuerst als Zeichnung, allein schon, damit der Kunde weiß, wie alles aussehen wird. Es gibt sogar mehrere Zeichnungen, weil eine einzige Zeichnung zu unübersichtlich wäre. Auf meiner Fertigungszeichnung ist der Rahmen zum Beispiel im Schnitt dargestellt und die Endverstärkungen der Rohre sind zu sehen, wie sie auch auf den realen Rohren nach dem Messen der Wandstärke markiert sind:

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Tretlagergehäuse und Steuerrohr sind fertig bearbeitet, das Gabelschaftrohr schon mit graviertem Deckel und den Segmenten versehen.

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Das Sitzrohr fertig an das Tretlagergehäuse geschweißt.

GEBLA-4013-04

Vorbereitende Lötarbeiten. Die Sitzrohrmuffe…

GEBLA-4013-10

und das Emblem am Steuerrohr.

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Die Nachbearbeitung erfolgt möglichst noch vor dem weiteren Zusammenfügen.

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Auch die Gabel macht Fortschritte, die Segmente sind gefräst, die Ausfallenden eingelötet und schon mal grob nachgearbeitet.

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Also kann der Hauptrahmen verschweißt werden.

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Weiter geht es mit den Kettenstreben. Die Rechte ist aus rostfreiem Stahl, Columbus XCR.

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Die Gabel wird fertiggestellt.

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Zugführung unter dem Tretlager und die Rahmennummer.

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Ein sogenannter Wishbone-Hinterbau, er paßt sehr gut zu einer segmentierten Gabel. Technisch ist er nicht besser oder schlechter als andere Lösungen, man sollte da den Geschmack entscheiden lassen.

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GEBLA-4013-39

Viele Grüße,

Georg Blaschke

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5 Kommentare
  1. Micha permalink

    Moin Georg,

    immer wieder schön zu sehen, wie ein Rahmenset entsteht. Was ich dich bei meinem schon fragen wollte, aber vergessen habe. Wieso „öffnest“ du die Zugführungen unter dem Tretlager? Hat das eine technische Bewandtnis oder nur Optik?

    Viele Grüße,
    Micha

  2. Hallo Micha,

    das hat neben der Optik auch die Bewandtnis, daß im Zweifelsfall Wasser unten ablaufen kann. Es ist dort nicht so gefährlich wie zum Beispiel im Tretlager, da die Röhrchen rostfrei sind, aber könnte zum Beispiel einfrieren.
    Bei Deinem Rahmen habe ich es hauptsächlich gemacht, um noch 0.5 Gramm zu sparen. 🙂 Die vielen Lackschichten müssen ja irgendwie kompensiert werden. 🙂

    Viele Grüße,
    Georg

  3. Micha permalink

    Moin Georg,

    macht natürlich Sinn, das Erstere 😉

    Viele Grüße,
    Micha

  4. Axel Werner permalink

    Hallo Georg,

    gibt es eigentlich einen konstruktiven Grund dafür, dass du keine Postmount – Bremsaufnahmen verwendest, oder sind hier eher die Kundenwünsche ausschlaggebend?
    Ich finde, gerade bei einem so schönen filigranen Rahmen wie diesem gäbe es doch gute Gründe für elegante PM- Lösungen.

    • Hallo Axel,

      ab und zu werde ich nach Postmount gefragt. Das Problem ist, daß Postmount nicht recht mit Stahl harmoniert, auf jeden Fall habe ich noch keine richtig befriedigende Lösung gefunden.
      Stahl hat dünnwandige Rohre und Kleinteile aus Stahl sind schwer. Deshalb sollte die Bremsaufnahme das betreffende Rahmenrohr deutlich versteifen, ohne das Gewicht allzusehr zu erhöhen. Postmount-Aufnahmen haben relativ hohes Volumen, sind aus Stahl gemacht also recht schwer. Und es reicht nicht mal aus, einfach zwei (schwere) Stahlzylinder auf das Gabelbein oder die Kettenstrebe zu löten, da die alleine das Rohr nicht mal verstärken. Bei Magnesium, Aluminium oder Carbon sieht das etwas anders aus, da diese Materialien spezifisch deutlich weniger wiegen, man also ohne großen Schaden beim Gewicht Volumen anhäufen kann. Auch bei Titan geht das eher.
      Ich weiß natürlich, daß es trotzdem gang und gäbe ist, bei Stahlrahmen einfach Stahlzylinder anzulöten. Vielleicht bin ich da zu vorsichtig, aber ich vermute, daß einige Sachen nicht ewig halten werden. Und ja, im Zweifelsfall bin ich da lieber ein wenig zu vorsichtig, auch wenn ich optisch lieber auf die Adapter verzichten würde. Aber eine Bremse und ihre Umgebung muß einfach narrensicher sein, das ist lebenswichtig. Stahlrahmen mit Scheibenbremsaufnahme baue ich seit 2004, Gabeln seit 2008. Bisher ohne jedes Problem und das soll auch so bleiben.

      Viele Grüße,
      Georg

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