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Manchmal braucht man Glück

13. November 2013

Die meisten werden das kennen: Manchmal braucht man einfach Glück im Leben. Als Radfahrer im Straßenverkehr sowiso. Und als Vater von zwei Kindern, die mittlerweile selbständig hier im Ort auf ihren Fahrrädern unterwegs sind, denkt man auch besonders oft daran.

Dabei habe ich damit durchaus auch eigene Erfahrungen gemacht. So wie mit 18, 19 Jahren auf einer Trainingsrunde auf dem Rennrad. Es ist ja gar nicht so einfach, im Münsterland Steigungen zu finden, aber es geht doch. 🙂 Und zwar so gut, daß man mit Mittreten durchaus über 70 Stundenkilometer erreichen konnte und es auch immer wollte. Daß die schmale einspurige Straße links durch eine Hecke, rechts durch Vorgärten eingeschränkt wurde und es zudem unten scharf rechts ging, das war eben so. An einem Tag im Spätsommer nun beschlossen mein Mitschüler Thomas und ich: Weißt Du was, heute rollen wir einfach mal nur runter. Auf halbem Wege kam uns, den ganzen Weg einnehmend, ein arbeitsbereiter Maishecksler entgegen. So konnten wir gerade noch rechts in einen Vorgarten, mit 70 Stundenkilometern hätten wir keine Chance gehabt. Falls nicht ein Schutzengel seine Hand im Spiel hatte, war das genau das Glück, das man manchmal braucht um ein Alter zu erreichen, in dem man solche Strecken nicht ohne Rücksicht auf Verluste herunterfährt.

Einen vergleichbaren Glücksfall hatte ich neulich in der Werkstatt. Irgendjemand hat diese schöne alte Bontrager-Gabel aus einem Rad ausgebaut. Sie hätte durchaus schon auf der nächsten Fahrt brechen können, ohne daß man es ihr von außen ansah. Hier ist deutlich der Riß direkt über dem Konussitz zu sehen. Die Gabel ist übrigens mit ziemlich viel Hitze komplett mit Messinglot als fillet brazed entstanden. Ich kann nur dringend empfehlen, bei solchen Sachen mindestens den Konussitz mit Silberlot zu löten.GEBLA-Glück-01

Hier nach dem Durchsägen gut zu sehen: Das Schaftrohr war schon halb durchgerissen, ausgehend vom (auf dem Bild) oberen Rand.

GEBLA-Glück-02

Jetzt ist sie wieder munter und mit dem längeren Gewindeschaft versehen, wegen dem sie bei mir gelandet ist. Der ist jetzt mit einer innenliegenden Verstärkungshülse und Silberlot angebracht und wird sicherlich keine Probleme mehr bereiten.

GEBLA-Glück-03

Auch diese Gabel hat eine Schaftverlängerung erhalten. Allerdings mit der Herausforderung, daß auch der neue Schaft relativ kurz war und der Lack erhalten werden sollte. Der kurze Schaft machte die Trennung nah am Lack nötig. Um die entstehende Wärme zur Lackschonung zu begrenzen, wurde der Schaft angeschweißt. Auch hier wieder mit einer innenliegenden Verstärkungshülse. Bei beiden Gabeln wurden diese Verstärkungshülsen aus Vollmaterial gedreht, um sie perfekt an die unterschiedlichen Wandstärken der Gabelteile anpassen zu können. Aufwendig, aber an der Stelle sollte man schon so arbeiten, daß man möglichst ohne Glück oder Schutzengel auskommt. 🙂

GEBLA-Glück-04

Viele Grüße,

Georg Blaschke

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