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Rahmenbau in voller Länge

22. Januar 2014

Es hat sich wieder einiges an Bildern angesammelt, und zwar vom Tandem, dessen Bau ich hier etwas ausführlicher vorstelle. Dessen Rahmen hängt mittlerweile übrigens an der Decke, damit ihm bloß nichts mehr passiert. Ich habe ja nicht oft Besucher hier, aber gestern war volles Haus: Ein Kurs der Fahrzeugakademie in Schweinfurt hat die Gelegenheit genutzt, sich über handwerklichen Rahmenbau und Rahmengeometrie zu informieren. Seit Jahren bekannt ist die Fahrzeugakademie durch ihre Oldtimerkurse, bei denen man Restaurationstechniken für Autos lernen kann. Mittlerweile ist Fahrradtechnik dazugekommen, vielleicht ja auch mal irgendwann Rahmenbau.:-)

Nicht unbedingt ein Projekt für einen Rahmenbaukurs ist so ein Tandem, für den Anfang sollte man sich etwas Einfacheres vornehmen. Für mich allerdings ist es immer schön herausgefordert zu werden. Hier die Bilder.

Zuerst werden Unter- und Bodenrohr an das vordere Tretlagergehäuse geschweißt. Wie bei mir üblich, wird dabei eine Verbindung nach der anderen erstellt, um gegenseitiges Beeinflussen durch Wärmeverzug und dadurch entstehende Eigenspannungen möglichst auszuschließen.

Penible Reinigung ist vor jeder Schweißung oder Lötung Pflicht. Nervig, aber einfacher kann man Qualität nicht verbessern.

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Das Unterrohr wird durch Schweißpunkte geheftet. Gut zu sehen ist hier der Einfluß des Schutzgases Argon, die Schweißstelle bleibt auch nach dem Schweißen praktisch blank. Und man kann an diesem Foto sogar sehen, daß der Rahmen auch von innen mit Schutzgas gespült (formiert) wird: Sonst würden im Spalt zwischen Tretlagerhülse und Unterrohr direkt neben dem Schweißpunkt blaue Verfärbungen zu sehen sein, weil sauerstoffhaltige Luft von innen käme.

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Das Unterrohr ist komplett verschweißt.

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Jetzt das Bodenrohr.

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Nun wird gebohrt, damit später in das Sitzrohr eindringendes Wasser ablaufen kann. Die Bohrung hätte vorher nur gestört und das Schutzgas innen entweichen lassen.

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Das Sitzrohr wird noch an die Krümmung der Schweißnähte angepasst.

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Und fertig verschweißt.

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Nun wird oben der Knoten zwischen Sitzrohr und Oberrohr verlötet. Das braune ist frisches Flußmittel.

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Und hier direkt nach dem Löten.

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Etwas entgegen meiner sonstigen Vorgehensweise werden die Flaschenhalter erst jetzt in das Sitzrohr gelötet. Hätte ich es aber wie üblich vorher gemacht, hätte das Sitzrohr nicht mehr durch die Bohrung des Oberrohres gepaßt. Das wäre schlecht gewesen. 🙂

GEBLA-Tandem-43Ich merke gerade, daß es ziemlich viele Bilder hier werden. Andererseits hilft es nichts. 🙂

Der Sitzrohrknoten für den Stoker, den Hintermann bzw. in diesem Falle die Hinterfrau. 🙂 Auch hier ausgeführt als BiLaminate mit Sitzrohrmuffe.

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Der vordere Knoten ist schon bearbeitet, das weitergehende Oberrohr an der Kupplungsmuffe schon mit Flußmittel bestrichen.

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Das hintere Sitzrohr wird an die Tretlagerhülse geschweißt.

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Die vordere Verbindungsmuffe verlötet.

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Hinten die Sitzrohrmuffe auf das Sitzrohr gelötet.

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Und während sich im Wasserbecken das Flußmittel auflöst, werden die Kettenstreben vorbereitet. Rechts gut zu sehen das Spezialausfallende für die Drehmomentabstützung der Rohloffnabe.

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Und zack, ist der Rahmen auch schon fertig. 🙂 Er ist ziemlich lang geworden, aber es ist ja auch ein Tandem. Da sprechen die Bilder einfach mal für sich.

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Halt halt, es ist noch nicht vorbei! Eine Gabel und zwei Vorbauten sind noch zu machen. Die Gabel ist auch schon recht fortgeschritten, hier mal grob zusammengesteckt:

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Viele Grüße,

Georg Blaschke

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7 Kommentare
  1. Erstaunlich, daß der Rahmen ohne das zusätzliche diagonal laufende Rohr auskommt, wie sonst üblich!?

    • Moin Moin,

      das geht nur durch die relativ massiven Rohre, die 44,5mm Durchmesser haben. Traditionellere Rohrdurchmesser wären dafür zu wenig steif.

      Viele Grüße,
      Georg

  2. Johannes permalink

    Tolle Bilder, vielen Dank, dass wir „dabei“ sein dürfen!

  3. Thomas Wieling permalink

    Servus Georg.

    Schöne Arbeit.
    Bin echt auf glühenden Kohlen gesessen bis
    zu dem neuen Beitrag.
    Die Glut ist aber noch nicht ganz aus,
    wie läuft´s mit dem Hebel?

    Lg, Thom.

  4. Hallo Thom,

    mit dem Hebel läuft es gar nicht gut, weil es nämlich eine Schaltbox wird. 🙂
    Material habe ich da, Zeichnungen sind mehr oder weniger fertig. Aber da brauche ich mal etwas Ruhe, um da ranzugehen.

    Viele Grüße,
    Georg

  5. Thomas Wieling permalink

    Dann wünsche ich dir viel Spaß dabei.

    Lg, Thom.

  6. Ich bin darauf hingewiesen worden, daß ich oben beim zweiten Bild davon schreibe, daß rechts und links des Schweißpunktes wegen des auch innen anliegenden Schutzgases keine blauen Anlauffarben zu sehen sind. Auf dem vierten Bild sind dann aber doch so einige zu sehen. Wie paßt das zusammen?
    Es ist so, daß es um zwei unterschiedliche Dinge geht:
    Beim zweiten Bild geht es nur um die Heftpunkte. Bei denen ist es so, daß beim Heften links und rechts des Heftpunktes von innen durch den kleinen Spalt sauerstoffhaltige Luft herausströmen und zu den Anlauffarben direkt im Spalt führen würde, würde nicht innne mit Schutzgas formiert.
    Beim vierten Bild kommen die Anlauffarben von außen und entstehen deutlich nach dem Schweißen, wenn das Schutzgas abschaltet. Bei mir läuft das Schutzgas noch 10 Sekunden nach dem Schweißen weiter, aber auch danach ist das Material noch so heiß, daß sich die Oberfläche blau verfärbt. Das ist in diesem Fall nicht tragisch, weil die Schweißung ja schon passiert ist. Es darf ja kein Sauerstoff in das flüssige Metall kommen, danach schadet es bei Stahl nicht.

    Bei Titan sieht die Sache anders aus, da darf das Material überhaupt nicht blau verfärbt sein, weil das Material auch in festem Zustand Sauerstoff aufnimmt. Aber bei Titan wird mit deutlich weniger Energie geschweißt, so daß die ganze Umgebung gar nicht so warm wird.

    Viele Grüße,
    Georg Blaschke

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