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Gerührt oder geschüttelt?

25. Januar 2015

Kennen Sie die Antwort? Klar, sie lautet natürlich: Geschraubt! Schließlich geht es hier um Rahmenbau und praktisch die Lizenz zum Löten. Nicht darum, daß irgendein durchnummerierter Geheimdienstmitarbeiter mal wieder die Welt rettet, nicht ohne vorher noch Kollateralschäden an der eigenen Leber sowie an diversen Fahrzeugen, Gebäuden und Lebewesen zu verursachen. Wobei: Ob die Rettung der Welt eher durch die Geheimdienste als durch Fahrräder erfolgen wird, muß sich noch herausstellen. Fahrräder machen definitiv weniger kaputt. Sie kosten auch erheblich weniger.

Gerade in der heutigen Niedrigzinszeit kann man sich besser ein Fahrrad kaufen, zumal die Risiken deutlich gestiegen sind, möchte man sein Geld eingenäht in die Daunenjacke mit in den Winterurlaub nehmen oder gar irgendwie auf eine Südseeinsel transferieren. Da kostet der Anwalt schon mehr als ein handgemachtes Rad…

Aber zurück zur Frage und damit zum Rahmenbau. Beim Rahmenbau denkt man ja erstmal an Löten, Schweißen oder im Falle von Carbonrahmen auch Kleben, aber manchmal wird auch geschraubt. Um Teile anzubringen, sowiso, in diesem Fall wird aber auch der Rahmen zusammengeschraubt: Es handelt sich um ein gefedertes Rad. Schrauben hat die schöne Eigenschaft, daß man unterschiedlichste Materialien miteinander verbinden kann, das geht durch Löten oder Schweißen nur sehr eingeschränkt. Da jedes Material seine besonderen Eigenschaften und Vorteile aufweist, kann eine Kombination sinnvoll sein. In diesem Fall ist der Hauptrahmen aus Aluminium deutlich leichter als eine Variante aus Stahl, das ist wichtig für eine leichte Fahrerin. Durch die Federung ist das Rad sehr komfortabel, starre Aluminiumrahmen sind sonst oft zu steif. Der Hinterbau aus Stahl erlaubt durch seine Flexibilität ohne Gelenk am Ausfallende auszukommen. Zudem sind die Streben zierlicher als es solche aus Aluminium wären, das kommt auch der Reifenfreiheit zugute. Nicht zuletzt sind Ausfallenden aus Stahl deutlich dauerhafter als solche aus Aluminium.

Ich werde hier in den nächsten Wochen etwas mehr über die unterschiedlichen Materialien schreiben. Mein technischer Artikel über Rahmenmaterialien auf meiner website ist schon ein paar Jahre alt, den sollte ich sowiso mal wieder überarbeiten. Technisch hat sich nichts wesentliches geändert, aber zum Beispiel die Bedeutung von Carbon hat erheblich zugenommen.

Aber jetzt mal Bilder zum aktuellen Rahmen. Es wird ein Mountainbike mit Softtail-Federung und Rohloff Schaltung.

Wie üblich werden zuerst Teile wie das Steuerrohr angefertigt:

GEBLA-Alu-Softtail-01

Hier gut zu sehen die relativ großen Wandstärken von Aluminiumrohren. Die Rohrwände sind etwa drei mal so dick wie bei vergleichbaren Stahlrohren. Gewicht wird bei Aluminiumrahmen weniger bei den Rohren selbst als bei den Kleinteilen wie Steuerrohr, Tretlagergehäuse und Anlötteilen gespart.

GEBLA-Alu-Softtail-04

Alles wird in der Rahmenlehre eingepaßt.

GEBLA-Alu-Softtail-06

Auch bei Aluminium sind präzise Gehrungen nötig, um Verzug und Spannungen durch das Verbinden möglichst gering zu halten.

GEBLA-Alu-Softtail-07

 

Sitzen Unter- und Oberrohr eng beieinander oder stoßen gar zusammen, wird bei Serienrahmen in der Regel alles zusammen verschweißt. Auch am Tretlager ist das meist der Fall. Als Folge davon sind die Rohre dann nicht rundherum verschweißt und erheblich anfälliger für Risse. Bei abgerissenen Steuerrohren nach mißglückten Sprüngen kann man das Resultat auf vielen Bildern in Foren gut sehen. Deshalb muß erst das eine Rohr komplett und dann das zweite Rohr angeschweißt werden, nur dann wird es vernünftig.

GEBLA-Alu-Softtail-08

GEBLA-Alu-Softtail-09

Die Schaltzüge und die Bremsleitung für die hintere Scheibenbremse laufen im Unterrohr. Hier der Austritt der Schaltzüge für die Rohloff-Nabe unten am Tretlager.

GEBLA-Alu-Softtail-11

Und hier komplette Rahmen in der Rahmenlehre. Bei dem Dämpfer handelt es sich nur um einen Platzhalter, der (durch eine der blauen Leitungen) auch das innere Spülen der Sattelstreben durch das Edelgas Argon erlaubt. Wichtig für optimale Schweißnähte auch innen, wo sie nicht sichtbar sind.

GEBLA-Alu-Softtail-12

Mehr dann zu diesem Rad, wenn es lackiert und aufgebaut ist.

Viele Grüße,

Georg Blaschke

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