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Fallhöhe

31. Mai 2017

Jeder Radfahrer kennt seine Fallhöhe. Meine ersten Stürze habe ich direkt bei meiner ersten Fahrt mit rund 3 Jahren absolviert. Es hat ein paar Stürze gedauert bis erkannt wurde, daß sich ein offenes Schuhband immer um eine Pedalachse wickelte und so nach ein paar Umdrehungen zum Sturz führte. 🙂 Seitdem bemühe ich mich, nicht zu häufig zu stürzen, aber vor ein paar Wochen hat es mich wieder erwischt und trockener Lehmboden im Wald ist recht hart. Der Helm hat zum Glück seine Schuldigkeit getan, aber seitdem geht hier mit einer immer noch lädierten Schulter alles etwas langsamer voran. Ich muß da um noch mehr Geduld als üblich bitten.

Eine Fallhöhe gibt es oft auch in Witzen und ist da die Bezeichnung für eine unerwartete Wendung.

Und ich würde es auch Fallhöhe nennen, was man im Radverkehr erleben kann. Als gebürtiger Münsteraner ist man sicherlich verwöhnt, wurde Münster doch gerade wieder zur fahrradfreundlichsten Großstadt gewählt. Schweinfurt dagegen landete in Bayern auf auf dem verdienten letzten Platz. Seitdem ich vor 20 Jahren hergekommen bin, hat sich in Schweinfurt viel Positives getan, aber verkehrstechnisch bleibt es sehr ungünstig. Und für Radfahrer fehlt offensichtlich jegliches Verständnis. Auch ein Verständnis dafür, daß mehr Radverkehr einige Verkehrs- und andere Probleme lösen könnte, wie man uns in Kopenhagen vorrechnet. Stattdessen wird alles dafür getan, die zahlreichen Radfahrer des Mainradweges durch die womöglich schrecklichste Kreuzung des Abendlandes von einem Besuch schon im Vorfeld abzuhalten. Sie könnten womöglich in der Innenstadt etwas einkaufen. Einer Innenstadt, in der weiterhin davon geträumt wird, daß gute Erreichbarkeit per Auto gute Umsätze garantiert. Es mag Ausnahmen geben, aber die attraktiven Innenstädte, die ich so kenne, sind mehr oder weniger autofrei. Wer will schon an einer vielbefahrenen Straße im Cafe sitzen oder von Geschäft zu Geschäft schlendern?

Wie der Herr, so´s Gescherr, könnte man sagen, wenn man dann noch von Schweinfurt hier in das beschauliche Geldersheim radelt. Daß es hier nur einen einzigen Radweg gibt, den nach Schweinfurt, ist ja in Ordnung. Niemand würde von einem Dorf erwarten, groß Radwege zu bauen. Aber daß dieser Radweg jetzt saniert werden müßte und man sich das sparen möchte, ist schon ein starkes Stück. Stattdessen sollen die Radler jetzt über eine Straße am Sportheim umgeleitet werden. Einer Straße, die bei Veranstaltungen randvoll mit parkenden Autos ist. Im schlimmsten Fall haben die ausparkenden Autofahrer, an denen man sich dann vorbeischlängeln darf, im Sportheim nicht nur Wasser getrunken. Meine Bedenken in dieser Hinsicht hat der Bürgermeister mit dem nicht recht widerlegbaren Hinweis, dieselben Autofahrer wären dann doch sowiso in Geldersheim unterwegs und dort gäbe es ja auch keine Radwege, entkräftet. Ich denke, mehr muß man dazu nicht sagen. Ich lebe hier gerne, aber fahrradtechnisch gibt es zwischen Münster und Schweinfurt/Geldersheim doch eine gewisse Fallhöhe. 🙂

Aber vielleicht hat der Herr Bürgermeister ja auch Recht? Nun, Geldersheim ist nur bedingt mit New York zu vergleichen, aber auch Fahrradwege haben ihre Tücken:

Da weiß man nicht mehr, ob man lachen oder weinen möchte. Ich tendiere trotz allem zum Lachen, die Welt ist traurig genug.

Viele Grüße,

Georg Blaschke

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From → Fahrradwelt

4 Kommentare
  1. Tino permalink

    Gute Genesung!

  2. Peter permalink

    Hallo Georg,

    wann immer ich mit dem Rad zu Dir komme, nehme ich eh den Weg quer über die Felder.
    Ich weiß, das hilft Dir nicht weiter: aber Heilbronn ist gefühlt noch schlimmer als Schweinfurt.

    Gute Besserung und bis auf bald

    Peter

  3. Steffen Dietze permalink

    Oje, das lese ich jetzt erst. Auch von mir gute Besserung für die Schulter, auch damit der blaschkesche Beitrag zu einer besseren (Fahrrad)welt nicht zu stark gedämpft wird.

    Viele Grüße
    Steffen

    PS: Das mit der Dokumentation der Rahmenbaus auf der Website ist übrigens toll, aber für den Betrachter auch fies, weil es die unrealistische Erwartung weckt, dass da jeden Tag was neues kommt.

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