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Alles blau, macht der Juli

16. Juli 2018

Ich hatte beim letzten Mal schon angekündigt, daß die Serie der grünen Räder ein Ende hat. Beziehungsweise unterbrochen wird, das ist noch nicht ganz raus. 🙂

Am Freitag wurde ein Rahmen abgeholt, der ganz deutlich nicht grün ist, sondern ziemlich blau. Es ist ein Tourenrahmen für den Alltag. Es macht mit einem schönen Rad einfach mehr Spaß, zur Arbeit zu radeln. Zudem ist es ein Wolf im Schafspelz: Für den Normalbürger sieht das mehr oder weniger nach einem Hollandrad aus, aber Rohrsatz und Fahrverhalten entsprechen eher einem Rennrad. Allerdings alltagstauglich mit Licht, Rohloffnabe, Scheibenbremsen und Schutzblechen, die hier übrigens in Rahmenfarbe lackiert sind. Darunter verbergen sich die guten Edelstahlbleche von Gilles Berthoud. Natürlich dürfen auch Anlötteile für ein rahmenfestes Schloß nicht fehlen. An der blanken rostfreien Kettenstrebe könnte allerdings doch dem einen oder anderen auffallen, daß dies kein ganz normales Hollandrad ist. 🙂

 

Auch das Sitzrohr besteht aus rostfreiem Stahl.

Am linken Ausfallende erkennt man den Rohloffrahmen. Davor sieht man die zwei durchgehenden Gewindehülsen der Ständerbefestigung und den Austritt des Lichtkabels. An der rechten Kettenstrebe ist ein Kettenfänger angelötet.

Auch das Tretlagergehäuse besteht aus rostfreiem Stahl.

Der Eintritt für die hintere Bremsleitung liegt auf der rechten Seite, da die hintere Bremse bei diesem Rad mit dem linken Hebel betätigt wird. Dann verläuft die Bremsleitung harmonischer.

Die gebogenen Gabelbeine passen gut zu dem klassischen Auftritt dieses Rahmens. Für den Fahrkomfort spielt es praktisch keine Rolle, ob die Gabelbeine gerade oder gebogen sind.

Das vordere Schutzblech ist schon für die verdeckte Befestigung vorbereitet, die vordere Schraube dient zur Befestigung der Lampe.

Ein pasender Vorbau gehört auch dazu. Das Steuerrohr ist im Durchmesser 1 Zoll ausgeführt, um möglichst viel Komfort zu erzeugen.

Ich bin schon gespannt auf die Bilder vom aufgebauten Rad!

Viele Grüße,

Georg Blaschke

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5 Kommentare
  1. Täuscht das, oder sitzt da später ein eher größerer Mensch drauf?

  2. Sebastian Elias Winter permalink

    Hübsches Blau…ist das eine RAL-Farbe? 5003? Und: Wie wird denn die Kette gespannt…ich sehe gar kein Schaltauge…also mit Exenter-Tretlager oder einem Kettenspanner vorne hinter dem Kettenblatt?

    Velosophische Grüße:

    Elias 🙂

  3. Die Größe mag etwas täuschen, der Rahmen ist eher durchschittlich groß mit einem horizontal gemessen 610er Oberrohr. Für einen flachen hollandradartigen Lenker allerdings.

    Das Blau ist keine RAL Farbe, sondern mal wieder ein älterer Porsche-Farbton. Heißt GULF BLUE mit Farbcode 6603 U1, ist aber nicht das allzu oft verwendete GULF BLUE.

    Es ist ein Kettenspanner hinter dem Kettenblatt vorgesehen, auf den Bilder nur noch nicht montiert. Aber irgendwann wird es Bilder des aufgebauten Rades geben. 🙂

    Viele Grüße,
    Georg Blaschke

  4. Reinhard permalink

    „…Für den Fahrkomfort spielt es praktisch keine Rolle, ob die Gabelbeine gerade oder gebogen sind. …“

    – das hier verwundert mich – heißt es nicht immer, die Biegung einer Gabel fördert den Komfort und gerade Gabelbeine sind bockhart? Oder ist das wieder nur eine allgemein verbreitete Mär?

    • Hallo Reinhard,

      die Crux liegt im Wörtchen „praktisch“. 🙂
      Theoretisch spielt es eine Rolle, da die Gabelbeine minimal länger sind und auch dann ausknicken können, wenn die Kraftrichtung exakt von Nabe in Richtung Gabelkopf verläuft. Ein gerades Gabelbein könnte da nur gestaucht werden. Allerdings unterhalten wir uns da im Hundertstel-Millimeter Bereich. Deshalb spielt es praktisch keine Rolle.
      Mehr Auswirkung haben die Wahl des Gabelbeins und auch des Gabelschaftes, auch der federt durch eine gewisse elastische Verbiegung. Bei einer Stahlgabel ist deshalb ein 1 Zoll Gabelschaft keine schlechte Idee, wenn man möglichst viel Komfort herauskitzeln möchte. Auch die Verwendung von Scheibenbremsen ist dem Komfort nicht förderlich, da diese eine gewisse Steifigkeit/Festigkeit vor allem des linken Gabelbeins voraussetzen. Deshalb verwende ich bei vielen Gabeln rechts und links Gabelbeine unterschiedlicher Wandstärke.
      Übrigens ist ein gebogenes Gabelbein ähnlich zu bewerten wie eine gebogene Sattelstrebe am Hinterbau, wahlweise bei modernen Carbonrahmen noch durch eingelegte Gummipuffer sichtbarer und werbewirksamer gemacht. In meinem technischen Artikel über moderat gefederte Hinterbauten habe ich die Mechanismen ausführlicher Erläutert.
      Ein Gedankenspiel verdeutlicht, warum ein federndes Gabelbein oder eine federnde Sattelstrebe nicht funktionieren:
      Nichts könnte ein solches Gabelbein davon abhalten, zum Beispiel im Wiegetritt einzeln einzufedern. Also nur rechts zum Beispiel. Von frühen relativ flexibel gebauten Federgabeln war ein solches Verhalten bekannt. Das konnte dazu führen, daß die Felge einseitig an der Bremse schliff, im Wiegetritt eben mal links, mal rechts, im Takt des sich nach Links und Rechts Lehnens. Das ist selbst an der weichsten Gabel nicht zu beobachten und das ist damit der praktische Beweis, daß nichts nennenswert Federn kann. Leider, sonst wäre es einfach…

      Viele Grüße,
      Georg Blaschke

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