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Die Henne und das Ei

2. Februar 2019

In der aktuellen März-Ausgabe des Radmagazins Tour gibt es einen schönen Artikel über maßgebaute Räder und die dazugehörigen Kunden. Beziehungsweise andersherum, denn anders als bei Henne und Ei ist die Reihenfolge klar: Erst muß jemand den Wunsch nach einem persönlichen Fahrrad verspüren, dann kann es entstehen. Für mich macht das den Beruf des Rahmenbauers erst so richtig interessant: Eigentlich lerne ich mit jedem gebauten Rad eine interessante Person kennen. Denn ein wenig kennenlernen muß man sich schon, damit aus den gemeinsamen Ideen das optimale Rad entsteht.

Die Möglichkeiten, die man bei einem inividuell angefertigten Rad hat, sind eben äußerst vielfältig. Bei dem gezeigten Rad in der Tour ist die Sattelstütze weit ausgezogen und zusätzlich aus Titan, um während der Fahrt eine gewisse Flexibilität und damit ein wenig Komfort zu erzeugen. Das ist keine Federung, aber es kommen ja noch breitere Reifen dazu und in Summe merkt man es dann doch. Letztlich ist ein Fahrrad ein Resultat der vielen kleinen Dinge, die es ausmachen. Man muß es, um es mit einem modischen Begriff auszudrücken, ganzheitlich betrachten. Die Fahrerin oder der Fahrer gehören natürlich dazu. Das supertolle Aero-Sitzrohr des Modelljahres 19 oder sogar schon 20 aus der Werbung ist nur ein Detail, es wird ein Rad nicht allein zum Superfahrrad machen. Dann wäre es doch etwas einfach und die Geschichte des Fahrrades längst auserzählt…

Was in dem Artikel auch gut dargestellt ist: „Über Winkel und Längen hat Rahmenbauer Georg Blaschke selbst entschieden, bei ästhetischen Details wie Bremszugführung oder der Anlegung der Streben am Hinterbau redete sein Kunde mit“. Es ist die Kombination, die das Ganze rund macht. Wobei die oben angesprochene lang ausgezogene Sattelstütze über das rein Ästhetische deutlich hinausgeht. Sie können entscheiden, wie das Rad fahren soll, die dazu nötigen Winkel und Längen sind dann meine Sache. Wobei man auch darüber reden kann, wenn Sie bestimmte Vorstellungen haben. 🙂 Aber, um den Kreis wieder zum Kunden des vorgestellten Rades zu schließen: Wenn Sie essen gehen möchten, suchen Sie sich ein Restaurant und ein Gericht aus, von dem Sie ausgehen, daß es Ihnen schmecken wird. Aber wie die Sachen letztlich genau zubereitet und gewürzt werden, überlassen Sie dann doch dem Koch.

Das schöne Foto vom Rad in der Küche stammt übrigens wie der ganze lesenswerte Artikel von Jörg Spaniol. Hauptsache, das Rad wird nicht bekleckert. Und wenn doch, dann bitte mit Gemüse in einer passenden Farbe. 🙂

Und wenn Sie mal mittags in Würzburg sind: Einfach mal zu Sir Quickly essen gehen! Es schmeckt!

Hier hatte ich das Rad übrigens schon mal im blog vorgestellt.

Viele Grüße,

Georg Blaschke

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