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Ganzheitlicher Ansatz

4. Mai 2020

Vieles wird ja heute als ganzheitlich angepriesen, es ist regelrecht eine Mode geworden. Wobei: Ich kann mich nicht entsinnen, schon einmal eine ganzheitliche Klobürste gesehen zu haben. Aber vermutlich gibt es auch das…

Andererseits: Ein Fahrrad ist ohne Fahrer oder Fahrerin zwar im Zweifelsfalle ein hübsch anzusehendes Objekt, wenn man an so etwas Gefallen findet. Aber fahren tut es nunmal nicht von allein. Deshalb ist irgendeine Aussage wie „dies ist das beste Fahrrad der Welt“ nichts wert, wenn nicht im Nebensatz kommt „für diese Person und ihre momentanen Ansprüche“. Eigentlich sollte darum ein ganzheitlicher Ansatz die Regel sein, nicht nur beim Fahrrad.

Nun ist es auch bei meinen Kunden so, daß die meisten mit einem Rad von der Stange von der Geometrie her auch gut zurechtkämen. Aber auf alle trifft das eben doch nicht zu. Bei Rennrädern kommt man zum Beispiel bei kleinen Rahmen relativ schnell in einen Bereich, in dem kleinere Laufräder einfach sinnvoller wären. Dann müssen keine Kompromisse bei der Kettenstrebenlänge, beim Sitzrohrwinkel, beim Steuerrohrwinkel, bei der Steuerrohrlänge und beim Nachlauf her. Sondern nur ein Kompromiß, eben die Laufradgröße. Deshalb hat das hier gezeigte Rad auch Laufräder mit 26 Zoll (571mm). Das nenne ich in diesem Fall einen ganzheitlichen Ansatz, der den Fahrer oder die Fahrerin mit einbezieht.

Verbaut wurde ein Mix aus Rostfreien und CrMo Rohren größtenteils von Columbus. Die Rohre wurden durchaus auch für geringes Gewicht ausgewählt, ohne das bis ins Letzte auszureizen. Ich spare lieber durch die Bearbeitung von Tretlager und Steuerrohr, das hat keine Auswirkungen auf die Alltagstauglichkeit. Extrem dünnwandige Rahmenrohre dagegen schon. Die Komponenten konnten zum guten Teil vom vorherigen Rad übernommen werden. Etwas, das ich gerne empfehle, wenn gute und passende Teile vorhanden sind.

Da die Frage sowieso kommen wird: Der Rahmen wiegt mit Lack und Hohlraumversiegelung 1520 Gramm, die Gabel 660 Gramm, das ganze Rad mit Pedalen dann 7,8 kg.

Die Kettenstrebe aus rostfreiem Stahl bleibt unlackiert.

Der hintere Bremszug verläuft im eigenen rostfreien Röhrchen im Oberrohr.

Früher waren viele Rennrahmen an allen möglichen Bauteilen mit Herstellergravuren versehen. Das sah klasse aus, aber setzte auch entsprechend massive Bauteile voraus.

Die Schaltzüge laufen überkreuz, dadurch können die Hüllen vom Lenker zu den Anschlägen in sanfteren Bögen verlaufen. Gerade bei kleineren Rahmengrößen ist das sinnvoll.

Viele Grüße,

Georg Blaschke

One Comment
  1. Peter permalink

    Hallo Georg,
    wir sind jetzt wieder viel viel mehr mit dem Rennrad unterwegs, das Fahrrad passt wie angegossen. Wie immer bei Dir eine sinnvolle Investition.
    Morgen geht’s in den Odenwald.

    Bis bald

    Peter

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