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Liebe Münchener, kommt doch zum Parken nach Schweinfurt

1. Juli 2021

Die Pandemie hat viele schwer getroffen, durch Krankheit, wirtschaftliche Schäden, psychische Probleme, Umkrempelungen des Lebensentwurfes und vieles andere. Profitiert haben der Online-Handel, Maskengewinnler und die Delfine, die sich schon im ersten lockdown angeblich wieder in der schönen Stadt Venedig angesiedelt haben.

Für den stationären Handel war es auch vor der Pandemie schwierig, auf jeden Fall in vielen Städten, auch in Schweinfurt. Und jetzt, wo wieder geöffnet werden darf, wird wieder darüber nachgedacht, wie man Schwung in den Handel bringen könnte. Der Verein „Schweinfurt erleben“ hat dazu gleich mal eine Anzeige geschaltet:

Tja, ob das die Wende bringt? Ich lebe seit 1997 in oder bei Schweinfurt und seit dieser Zeit ist die Erreichbarkeit per Auto immer eine zentrale Forderung vieler Kaufleute. Tatsächlich ist es keinesfalls so, daß Schweinfurt über wenig Parkraum und riesige für den Autoverkehr gesperrte Bereiche verfügt. Trotzdem geht es nicht bergauf. Es gibt sicherlich auch Gegenbeispiele, aber die erfolgreichen Innenstädte, die ich so kenne, sind per Auto schlecht bis gar nicht zu erreichen. Meiner Meinung nach ist die Idee, daß in den Innenstädten mehr gekauft wird, wenn man nur mit dem Auto hinfahren kann, um dann die Waschmaschine direkt einzuladen, schon vor langer Zeit gescheitert.

Aber es gibt natürlich auch neue, andere Ideen:

Es ist schon fraglich, warum sich erst nach Corona etwas ändern muß, das Thema ist ja schon Jahrzehnte alt. Immerhin gibt es gute Ideen: „Er glaube, die Chance für die Innenstadt sei die Konzentration auf gut geführte Fachgeschäfte mit hoher Beratungskompetenz, so (Citymanager) Herrmann“. Dem kann ich nur zustimmen und zugleich empfehlen, nur solche der sicherlich Schlange stehenden Anwärter zuzulassen, die gleichzeitig eine Vielzahl hochwertiger Arbeitsplätze bieten.

Natürlich habe auch ich kein Patentrezept, sonst würde ich mich nicht mit dem Bau von Fahrrädern abmühen, sondern trimmte als begehrter Citymanager eine Stadt nach der anderen auf Erfolg. Aber vielleicht wäre es doch von Vorteil, es mal damit zu versuchen, die Innenstadt verkehrsärmer zu gestalten. Die vielen Nutzer des Mainradweges nicht dadurch abzuschrecken, daß sie vor grausigen Kreuzungen oder vor dem in Schweinfurt so gern genutzen Schild „Radfahrer absteigen“ stehen. Die beiden sehenswerten Kunstmuseen, die viele Besucher nach Schweinfurt locken, durch ein völlig überfälliges Technik- und Industriemuseum zu ergänzen, das vielleicht noch andere Besucher anzieht. Aktiv Leben auf den Straßen zu fördern (jahrelang wurden Straßenmusiker durch nötige Behördengänge in Vorstädten gezielt vergrault, online ist die Anmeldung natürlich auch heute noch nicht möglich). In einer idealen Welt würde man sogar mal über einen eigentlich nötigen großen Wurf bei der Verkehrsführung nachdenken… Dann gäbe es immer noch nicht automatisch tolle Läden in der Innenstadt, aber vielleicht wäre sie für die eine oder andere Ansiedlung interessanter als heute.

Aber gut, man kann natürlich auch den bisherigen Weg weitergehen, der sehr verläßlich war, auch wenn er nicht zum Erfolg geführt hat. Um diese Perspektive abzumildern, zeige ich beim nächsten Mal wieder ein schönes Rad.

Viele Grüße,

Georg Blaschke

From → Fahrradwelt

One Comment
  1. Adalbert Michelic permalink

    Es ist nun schon fast 3 Jahre her, ich habe nur knapp einen Tag in Schweinfurt verbracht und sicher bei weitem nicht alles gesehen – aber an parkenden Autos hats dieser Stadt ganz sicher nicht gefehlt.
    An fahrenden auch nicht 🙂

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