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Raritäten

In diesen Zeiten ist alles rar. Wobei, ganz stimmt das nicht, denn Klopapier und Nudeln sind ausreichend vorhanden. Aber bei den wirklich wichtigen Dingen, Impfstoff und Fahrradteilen, sieht es nicht ganz so günstig aus.

Hier in Schweinfurt wird sich das Impfzentrum noch bis Mitte/Ende Juni an der zweiten Prorisierungsgruppe abarbeiten. Komischerweise ändert daran auch die vermutlich leicht wahlkampfbedingte Beschwörung des Impfturbos nebst Öffnung der Impfungen für alle Bürger nichts.

Ähnlich karg sieht es schon seit Monaten mit Fahrradteilen aus. Ich verwende mittlerweile einen guten Teil meiner Zeit darauf, Teile zu finden und zu beschaffen. Dieser Zeitvertreib geht unter Fahrradherstellern, Rahmenbauern und Fachhändlern regelrecht viral. Viele Telefonate haben zur Zeit regelrecht den Charme einer Selbsthilfegruppe, in der man sich allerdings nur gegenseitig bedauern kann. Immerhin lenkt es ganz gut von der leidigen Pandemie ab, die sonst jedes Gespräch nach etwa 43 Sekunden vereinnahmt.

Hübsche Aufmunterungen für mich in diesen schweren Zeiten sind ja Werbungen. Neulich ist mir ein schöner Prospekt eines Fahrradherstellers aus der Tageszeitung entgegengefallen, der wesentlich besser lesbar war als die Nachrichten. Hier nur ein paar Kleinode, an denen ich meine Werbeversprechen fürderhin orientieren werde, um den Output zu pushen:

  • Egal, ob Fichtelgebierge oder Alpen, dem (Bike X) ist abseits befestigter Straßen und Forstwege kaum eine Herausforderung zu groß. Der Carbonrahmen mit 2.6er Reifen sowie 140mm Federweg bietet alles, um auch anspruchsvolle Trails komfortabel zu rocken.
  • Vorhang auf für das (Bike Y), ein E-Bike, das die Grenzen des Machbaren neu definiert. Seinen maximalen Vorwärtsdrang verdankt es dem Bosch Motor der vierten Generation mit 625 Wh starkem Akku und bringt damit Schubkraft und Allround Trail Skills souverän auf einen Nenner.
  • Grenzen waren gestern, mit diesem Bike ist man für alles optimal gerüstet!

Gut, Spielverderber könnten jetzt einwenden, daß es schlicht kein Fahrrad gibt, mit dem man für alles optimal gerüstet ist. Die Wahrheit ist ja eher, daß man so einige Fahrräder braucht, um für alle Eventualitäten gerüstet zu sein. Und darum geht es beim nächsten mal wieder um ein schönes Fahrrad.

Viele Grüße,

Georg Blaschke

Rigi-Bahn schon nach 139 Jahren von Fahrrad überholt!

Vor ein paar Tagen habe ich gelesen, daß die Rigi-Bahn 150 Jahre alt geworden ist. Das hat mich daran erinnert, daß ich schon 2010 auf meiner website darüber geschrieben habe, als es diesen blog noch gar nicht gab:

„15.September 2010

Es ist ja immer wieder interessant, daß die schönsten Geschichten vom Leben geschrieben werden und wie klein die Welt manchmal sein kann.

So las ich neulich ein altes Buch: Mark Twain bummelt durch Europa. Wunderbar ironisch beschreibt er hier seine Wanderung durch Europa im Jahre 1878. In einem Kapitel beschreibt er die Abfahrt mit der Rigi-Bergbahn, wo er einen Platz ganz vorne bekommt und das sofort bereut, weil es haarsträubend steil bergab geht.

Nun bekomme ich eine email eines Kunden, der sein Rad im Mai direkt am letzten Tag der EHBE-Messe in Schwäbisch Gmünd abgeholt hat. Es ist ein Tourenrennrad, gebaut, um auf langen Touren steile Berge hoch- als auch herunterzufahren. Und ein Film zeigt eine Fahrt den Rigi hinauf parallel zur Bahntrasse, die gerade von der historischen dampfbetriebenen Bahn befahren wird! Allein die speziell für den Bergbetrieb gebaute Dampflok mit all ihrer sichtbaren Mechanik ist eine Augenweide. Daß dann der Radfahrer nach Steigungen bis zu 30% auch noch schneller auf dem Berg ist als die Bahn, ist natürlich das Sahnehäubchen.

Das Schönste daran finde ich aber, daß sich auch in mehr als 130 Jahren prinzipiell nicht viel geändert hat: Der Berg ist noch da und damals wie heute ist es ein großes Erlebnis heraufzukommen. Und ich freue mich, dazu beigetragen zu haben.

Das Rad habe ich hier näher beschrieben.

Viele Grüße,

Georg Blaschke“

So weit, so gut. Allerdings vermisse ich bei der aktuellen Berichterstattung in den Medien den ja nicht ganz unwichtigen Hinweis, daß die Rigi-Bahn schon 139 Jahre nach ihrer Fertigstellung von einem GEBLA-Fahrrad überholt wurde, obwohl sich ihre bärenstarke Dampfmaschine hörbar müht, Schritt zu halten. Wobei ich fairnesshalber zugeben möchte, daß der Fahrer des Rades vermutlich einen erheblichen Anteil an diesem Erfolg hatte. Im Beweisvideo ist es der Herr im weißen Trikot:

Was in diesem Zusammenhang interessant ist: Dieses Rad hatte schon all das, was man heute als Gravelbike bezeichnet. Ich habe es damals Tourenrennrad genannt. Das Rad fährt wie die Rigi-Bahn immer noch munter herum, allerdings habe ich vor ein paar Jahren einige Komponenten erneuert, einen Zweifach-Antrieb verbaut und auch hydraulische Scheibenbremsen. Die gab es ja 2010 für Bremsschalthebel für Rennlenker noch gar nicht…

Auf die nächsten 150 bzw. 11 Jahre,

Georg Blaschke

World Bicycle Relief

In der Süddeutschen Zeitung war neulich ein Bericht über World Bicycle Relief.

Die Anfänge habe ich noch zu meiner Zeit bei SRAM hier in Schweinfurt mitbekommen und ich halte das nach wie vor für eine tolle Idee und mittlerweile Organisation.

In Deutschland ist es für viele eine Strafe, Fahrrad fahren zu müssen. Man tut es, weil das Auto kaputt ist, der Führerschein entzogen wurde oder ein eigener Wagen zu teuer ist. In vielen Teilen der Welt ist die Alternative zum Fahrrad aber das Laufen. Zudem ist ein Fahrrad ein Luxusgut, weil es gemessen am Einkommen sehr teuer ist.

Während es anfangs um akute Hilfe für vom Tsunami verwüstete Regionen und für pflegendes und medizinisches Personal ging, das mit Fahrrädern schlicht mehr Besuche machen konnte, ist der Ansatz heute deutlich breiter. Es wird eine Infrastruktur rund um das Fahrrad aufgebaut, so daß die Räder vor Ort montiert, verkauft und repariert werden können und vor allem auch Ausbildungs- und Arbeitsplätze entstehen. Das ist auch die Voraussetzung dafür, in Zukunft Fahrräder oder Teile davon vor Ort produzieren zu können.

Daneben werden Fahrräder gezielt an Personen vergeben, die damit einen großen Effekt für viele erzielen. Wenn ein Pfleger mehr Patienten am Tag erreicht, eine Bäuerin ihre Produkte auf einem weiter entfernten Markt zu besseren Preisen verkaufen kann oder ein Mädchen überhaupt erst in die Lage versetzt wird, eine Schule oder einen Ausbildungsplatz zu besuchen, verbessert das nachhaltig das Leben für ganze Familien oder Dörfer.

Wenn man sich sein Leben lang mit Fahrrädern beschäftigt, muß man immer mal wieder daran erinnert werden, daß das Tollste am Fahrrad seine Einfachheit ist. Auch in seiner schlichtesten Ausführung leistet es eigentlich alles, was ein Rad leisten soll. Der Sprung vom Laufen zum Fahren ist das Wesentliche, nicht der Sprung vom 11. zum 12. Ritzel.

Viele Grüße,

Georg Blaschke

Frühlingsbilder

Man hat es ja kaum noch geglaubt, aber aus irgendeinem Grund hat das Wetter sich vertan und mal einen schönen Tag eingeschoben. Perfekt für eine Ausfahrt und ich habe schöne Bilder vom letztlich gezeigten Rahmen bekommen. Die darf ich hier zeigen und möchte sie Ihnen nicht vorenthalten. Ein Rahmen ist ja schön und gut, aber es muß halt ein Rad daraus werden, damit man ihn nutzen kann.

Das Rad gefällt mir sehr gut und auf dem Radweg mit dieser Aussicht bei diesem Wetter wäre ich jetzt auch gerne unterwegs! 🙂

Viele Grüße,

Georg Blaschke

Positives Denken

Mein letzer Beitrag ist lange her. Eigentlich viel zu lange her. Zum Glück gibt es in diesen Zeiten die Pandemie, der man die Schuld in die Schuhe schieben kann. Und so ganz unrichtig ist das tatsächlich auch nicht. Eine Pandemie ist anstrengend, für die Kinder noch viel mehr als für mich. Wie es für jemanden ist, der ganz real in seiner Existenz bedroht ist, wage ich mir gar nicht recht vorzustellen. Mir reicht es so schon völlig und da fehlt eben mal die Motivation für den blog.

Aber umso wichtiger ist mal wieder ein positiver Beitrag und was kann positiver sein als ein neues Rad? Nichts! Auf jeden Fall für einen Radfahrer.

Leider habe ich keine Bilder des kompletten Rades, weil der Kunde das Rad selbst aufbauen möchte. Aber ich denke, man sieht auch so genug, um sich die ersten Ausfahrten im Frühling mit diesem Rad vorzustellen. Im richtigen Frühling meine ich, nicht in dem kalendarischen Etwas, das sich momentan Frühling nennt. Ein Freund von mir sprach neulich von Corona-Wetter: Wenn wir noch zwei Wochen durchhalten, wird es warm. Um dann nach zwei Wochen festzustellen, daß die dritte Kältewelle droht und man nochmals einen harten Lockdown einlegen muß. Und dann noch ein paar Ruhetage…

Ich merke schon, ich drifte wieder ab zur Pandemie. So wie das bei jedem Gespräch innerhalb der ersten drei Minuten geschieht… Also jetzt lieber mal zum Rad!

Es gehört zur Gattung Randonneur, Gravel, Tourenrennrad mit kompletter Ausstattung für den Straßenverkehr und Shimano GRX Komponenten. Die Farbe heißt Mambagrün Metallic.

An der Unterseite des Gabelkopfes erkennt man so gerade die beiden Befestigungsschrauben für das vordere Schutzblech.

Hier gut zu sehen der Einlaß für die hintere Bremsleitung und die verstärkte Bohrung für das Lichtkabel.

Die Kettenstrebe aus rostfreiem Stahl ist nur teilweise lackiert.

Manche Umwerfer stützen sich über eine Madenschraube am Sitzrohr ab, um ein Verdrehen auch bei hohen Schaltkräften zu verhindern. Hier ist ein ovale Plättchen aus rostfreiem Stahl aufgelötet, so daß sich die Schraube solide abstützen kann.

Das hintere linke Ausfallende mit den blanken Oberflächen aus rostfreiem Stahl, so daß sich die Montagepunkte von Nabe und Bremse nicht verändern. Die Funktion der Scheibenbremse gewinnt dadurch deutlich. Das Ausfallende selbst ist nicht aus rostfreiem Stahl, sondern aus Festigkeitsgründen aus 16MnCr5. Die meisten käuflichen Ausfallenden sind aus recht einfachem Material, deshalb mache ich sie lieber selbst.

Auch zu sehen ist das Anlötteil für den Hinterbauständer, auch dieses ist aus rostfreiem Stahl gefertigt.

Natürlich sind auch die vorderen Ausfallenden und das Anlötteil für die Scheibenbremse aus hochfestem 16MnCr5, während die Anlagepunkte wieder blank und rostfrei sind.

Die Sattelrohrverstärkung mit den seitlich angelegten Sattelstreben.

Auch der Vorbau ist auf Maß gefertigt und in Rahmenfarbe lackiert.

Speziell angefertigt sind natürlich auch der Gepäckträger und der Lowrider.

Die Edelstahloberflächen sind für große und kleine Ortlieb Taschen vorbereitet.

Auch am Lowrider sind die Stellen der Befestigungshaken durch rostfreien Stahl geschützt.

Viele Grüße,

Georg Blaschke

Neujahrsansprache

Nun, so wichtig bin ich ja nicht, daß ich eine Neujahrsansprache halten dürfte oder müßte. Andererseits sind diese Zeiten auch alles andere als normal, wenn man nicht gerade als A-Promi wie üblich auf der Privatinsel im Pazifik überwintert und die schnöden Alltagsgeschäfte vom Personal erledigen läßt.

Ich bin hier in den letzten Monaten nicht zu wirklich viel gekommen. Das ist schade, weil es mir an Ideen eigentlich nicht mangelt, aber irgendwo muß auch die Zeit vorhanden sein. Und das ist zu Zeiten der Coronaplage leider schwierig. Weniger wegen Lockdown und Homeoffice, das macht für mich gar nicht mal so einen großen Unterschied. Und da will ich mich nicht beklagen, andere Berufsgruppen haben es da viel, viel schwieriger bis hin zur Bedrohung der Existenz. Aber wenn man Kinder in der 8. und 10. Klasse hat, trifft einen das Durcheinander des Schulwesens doch sehr deutlich. Von den in diesem Alter sehr belastenden Kontaktbeschränkungen mal abgesehen. Auch da hat die Schule ja eine wichtige Funktion. Für Berufspolitiker mag das nicht so sein, die freuen sich wahrscheinlich eher, nicht täglich auf Kollegen der anderen Parteien oder gar auf Parteifreunde zu treffen. Aber die meisten Berufspolitiker haben ihr Familiendasein doch eher so organisiert, daß ihnen im Alltag der Rücken freigehalten wird, der Dackel aber bitteschön im Wahlkampf für hübsche Bilder zur Verfügung steht.

Ohne Frage sehe ich es als sinnvoll an, die Schulen zu schließen, wenn das in der Pandemie nötig ist. Aber daß hier in Bayern außer Präsenzunterricht nichts wirklich funktioniert, das ist schon zum Lachen, wenn es für die Schüler und ihre Familien nicht so traurig wäre. Seit 23 Jahren muß ich mir nun anhören, wie toll das bayerische Schulsystem ist. Es wird von Laptop und Lederhose gefaselt. Vom bayerischen Abitur, daß höchste Ansprüche stellt, aber im Reigen der Bundesländer auch von unerreichter Qualität ist. Aber wofür? Ist es eine Errungenschaft, auf Deutsch im Abitur zu bestehen, wenn andere Länder grundlegende Programmierkenntnisse schon in der Grundschule vermitteln?

Heute hat der bayerische Kultusminister empfohlen, die offizielle Lernplattform Mebis möglichst nicht zu nutzen und wenn, bitteschön zeitlich gestaffelt. Das ist nur logisch, hat er doch Mitte Dezember schon festgestellt, daß das System nicht funktioniert hat, weil sich zu viele Schüler teils gleichzeitig eingewählt hatten. So wie es im Frühjahr auch schon war, als nichts funktionierte. Immerhin darauf kann man sich verlassen, das ist doch schon mal etwas. Vielleicht hätte man doch den einen oder anderen Nerd durch´s Abitur schlüpfen lassen sollen, der vielleicht keine Spitzenleistungen in Deutsch erbringt, aber dafür IT beherrscht? Und ausrechnen kann, wie viele Server man benötigt, wenn sich 100% der Schüler einwählen?

Ich hoffe doch, nächstes Mal wieder über Fahrräder schreiben zu können. Aber da wir keinen Familiendackel haben, der sich meine Tiraden stoisch anhören würde, müssen heute Sie ran. 🙂

Viele Grüße und Alles Gute,

Georg Blaschke

Hopfen und Malz

Leider, leider sind wir ja alle in diesem Jahr der Möglichkeit bzw. Notwendigkeit beraubt, in Lederhose oder Dirndl jauchzend auf Tischen zu tanzen und dabei krampfhaft zu versuchen, 4 bis 7 Maß alkoholhaltigen Spülwassers nebst einem halben Hendl und einer Brezn in uns zu behalten. Immerhin spart man dadurch den Gegenwert von zum Beispiel einem hübschen Wochenende auf dem Rad mit Übernachtung. Oder man macht es einfach wie ich, fährt mit dem Rad Einkäufe erledigen und stellt dabei fest, daß nicht nur auf der Theresienwiese, sondern auch in Schweinfurt Hopfen und Malz verloren sind. Nicht, weil es hier kein Oktoberfest gibt, sondern weil man hier als Radfahrer eigentlich nur noch resignieren und verzweifeln kann.

Dabei gibt es seitens der Stadt und des Stadtrates durchaus ein gewisses Bemühen: Es gibt ein Radverkehrskonzept, es sollen Lastenpedelecs finanziell gefördert werden und es soll sogar eine Fahrradstraße geben. Auch wenn die Fahrradstraße zum guten Teil deswegen gewählt wurde, weil dort eh kaum Autos fahren, ist das natürlich zu begrüßen. In der Verlängerung der zukünftigen Fahrradstraße sieht es aber leider anders aus. Vor einiger Zeit noch hatten hier die Radfahrer Vorfahrt gegenüber der Zufahrtstraße von rechts, mittlerweile müssen sie den Autos Vorfahrt gewähren, obwohl sie eigentlich geradeaus wollen und die Autos ein paar Meter weiter eh Vorfahrt gewähren müssen. Das hätte man auch wesentlich fahrradfreundlicher gestalten können…

A propos gestalten: Immerhin wurde hier hübsch und aufwendig der Boden bemalt… Ein gewisser Hang zur Bodenbemalung ist in Schweinfurt seit zig Jahren vorhanden, meist wird ein Strich auf den Asphalt gemalt und die abgespaltene Fläche zum Radweg erklärt. Leider wird eine Fläche in der Realität des Verkehrs dadurch nicht unbedingt zum Radweg, sondern zum Beispiel im Schulviertel auch gerne zum Wartebereich für die Helikoptereltern. Die radelnden Schüler können dann sehen, wo sie bleiben…

Diese Lösung ist leider ein gutes Beispiel dafür, wie es hier in der Regel läuft und warum für mich Hopfen und Malz verloren sind. Offensichtlich fährt von den verantwortlichen Personen niemand Rad und kann sich gar nicht vorstellen, was gutes Radfahren ausmacht. Vermutlich kann sich dort auch niemand vorstellen, daß jeder Radfahrer mehr nicht nur ein Gewinn für die Umwelt ist, sondern auch für die leidenden Innenstädte. Ein großer Vorteil des Radfahrens ist eben, daß man recht bequem auch die kleinen Geschäfte der Innenstadt erreicht, während Autofahrer eher die grüne Wiese oder Einkaufszentren ansteuern. Zudem schafft jeder Radfahrer mehr Platz für diejenigen, die aus welchen Gründen auch immer auf das Auto angewiesen sind, um in die Innenstadt zu gelangen. Jeder nicht benötigte Parkplatz schafft Platz für Fußgänger. Oder eine Außenbewirtung. Oder einen Baum. Oder einen Spielplatz. Und wenn Sie mal in sich gehen: Die erfolgreichen und schönen Städte und Orte sind nicht die, in denen man mit dem Auto überall bequem hinkommt.

Viele Grüße,

Georg Blaschke

Heiße Orange

Man kann in diesen Zeiten gar nicht vorsichtig genug sein. Auch wenn es noch höchst sommerlich scheint, kommen Herbst und Winter doch unaufhaltsam näher. Und da man sich in diesem Jahr nicht mal die allerkleinste Erkältung einfangen möchte, sollte man vorsorgen. Zum Beispiel mit einer heißen Orange. Wenn man sich da draufsetzt und regelmäßig eine Runde fährt, stärkt das nicht nur die Abwehrkräfte, sondern steigert auch Fitness und Wohlbefinden. Da sie zudem noch Streß abbaut, kann man von einem Rundum-Gesundheitspaket sprechen. Haben Sie sich schon einmal vorgestellt, welche Blicke auf Sie geworfen werden, wenn Sie im November in der Schlange der Supermarktkasse mal niesen müssen? Also besser vorsorgen… 🙂

Bei der Farbe handelt es sich um Hot Orange Metallic, wie üblich mal wieder schwer zu fotografieren. Das Rad wiegt komplett mit Pedalen 8,1 kg. Dabei entfallen 1820 Gramm auf den Rahmen und 770 Gramm auf die Gabel, wobei ich diese mit ungekürztem 285mm langem Schaft gewogen habe. Pro 100mm wiegt der Schaft 90 Gramm, so daß die Gabel im Rad dann eher rund 660 Gramm wiegen sollte.

Die rechte Kettenstrebe ist aus rostfreiem Stahl.

Die vorhandenen Campagnolo Laufräder wurden mit einem Antreiber auf Shimano-Standard umgerüstet.

 

Noch ein paar Details zur Gabel.

 

Alle Kontaktflächen zur Bremse und Hülsenmutter sind auch rostfreiem Stahl gefertigt.

Auch die Ausfallenden sind mit rostfreien Oberflächen versehen. Hier die Rennausführung für schnelles Ausbauen des Laufrades. Natürlich sind auch Ausfallenden für Steckachsen und Scheibenbremsen möglich.

Viele Grüße,

Georg Blaschke

Ein Fall für Zwei – Folge Drei

So, endlich geht es auch mal mit dem Tandem weiter. Hier die Beweisbilder.

Das vordere Rahmendreieck ist fertig geschweißt. Vorher wurden noch die Anlötteile angebracht. Und davon hat der Rahmen einige. Erstens, weil ein Tandem immer mehr davon hat, zweitens, um bei den Flaschenhaltern flexibel zu sein. Man kann dann nicht nur die Position verändern, sondern auch Halter für große Flaschen, die drei Befestigungspunkte benötigen, montieren.

 

Hier noch ein paar Details:

Zuerst wird das vordere Sitzrohr and das Tretlagergehäuse geschweißt.

Dann kommt der Rest, hier das Steuerrohr:

Das rostfreie G ist auch schon aufgelötet.

Der Knoten am vorderen Sitzrohr. An den unterschiedlichen Anlaßfarben oben und unten kann man erkennen, daß der Stutzen aus rostfreiem Material ist.

Und der Tretlagerbereich mit den gesammelten Anlötteilen:

Und jetzt kann auch das Verbindungsrohr zwischen den beiden Tretlagergehäusen eingeschweißt werden, die sogenannte Boomtube:

Natürlich wurde hier auch wieder vorab das hintere Sitzrohr an das Gehäuse geschweißt. Dafür einfach nochmal das Bild von oben angucken. 🙂

Viele Grüße,

Georg Blaschke

Ein Fall für Zwei – Folge Zwei

Neulich gab es schon die erste Folge vom Tandembau, heute geht es weiter. Es dauert alles etwas länger. Nicht nur weil ein Tandem länger ist und einfach mehr Arbeit macht, sondern auch, weil hier Handwerker, ein offenes Dach und hübsche Sommergewitter zusammenkommen. Da hat Trockenbleiben erstmal Vorrang…

Die Hauptrohre werden ich der Rahmenlehre eingepaßt. Wie beim normalen Rahmen auch ist das ein wichtiger Schritt. Je besser hier die Passungen, desto weniger Verzug gibt es beim Schweißen oder Löten. Das Sitzrohr ist noch deutlich zu lang, sein oberes Ende wird auch durch eine rostfreie Verstärkung ersetzt.

Die Passungen am Steuerrohr.

Hier die beiden Sattelrohrverstärkungen aus rostfreiem Stahl und ein Tretlagergehäuse, schon mit dem gefrästen G als Wasserablauf. Solche Sattelrohrverstärkungen gibt es in der Länge und aus dem Material nicht zu kaufen, also muß wie beim Tretlagergehäuse die Drehmaschine herhalten. Alles vermeintliche Kleinigkeiten, die man nachher nicht mal groß sieht, die aber viel Zeit benötigen. Durch den Lenker des Stokers ist der Sitzrohrknoten beim Captain aber durchaus belastet, Schäden an Tandems sind hier gar nicht so selten. Es ist also sehr sinnvoll, hier mit einer Verstärkung zu arbeiten.

Das Verbindungsrohr zwischen den Tretlagern wird vorbereitet. Das Tandem soll zum einfacheren Transport zerlegbar sein und bekommt deshalb entsprechende Kupplungen von S&S. Schöne Teile, sehr gut gemacht, leider nicht ganz günstig.

 

Solche Kupplungen kommen auch in das Oberrohr. Aber nicht mehr heute…

 

Viele Grüße,

Georg Blaschke