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Bilder für das Sommerloch

Es ist Sommerloch und bald ist auch noch Wahl. Eigentlich wäre es an der Zeit, daß irgendein Hinterbänkler sich mit einer schwer nachzuvollziehenden Aussage zu Wort meldet. Da das nicht geschieht, melden sich eben ausgewachsene Staatschefs zu Wort und drohen, sich gegenseitig die Sandburgen zu zerstören. Leider ohne zu bedenken, daß dabei schnell mal der ganze Kindergarten in die Luft fliegt. Wie Kinder halt so sind…

Aber da dieses Jahr nicht nur das 200 jährige Jubiläum des Fahrrades ist, sondern auch noch das 500. Jahr der Reformation gefeiert wird, möchte ich mich bei Luther bedienen und sage hiermit:

Auch wenn ich wüsste, dass morgen die Welt zugrunde geht, würde ich heute noch ein schönes Fahrrad bauen.

Auf der website ist der ganze Werdegang des Rades zu sehen.

Viele Grüße,

Georg Blaschke

Jetzt jedes GEBLA-Rad doppelt so schnell und mehr! Per Software-Update!

Ja, Sie haben richtig gelesen! Nein, die Überschrift ist nicht dem Sommerloch geschuldet. Sie können jetzt Ihr GEBLA-Rad per einfachem Software-Update schneller machen. Viel schneller.

Na ja, in gewisser Weise hat es doch mit dem Sommerloch nach der Tour de France zu tun. Denn jetzt hat Chris Froome wieder etwas mehr Zeit. Und wenn Sie ihn bitten, sich mal auf Ihr Rad zu setzen und ordentlich reinzutreten, wird es vermutlich etwa doppelt so schnell sein! In meinem Fall wäre das auf jeden Fall so.

Da soll noch mal jemand sagen, nur die Autoindustrie könnte per Software-Update tolle Leistungen vollbringen!

Manchmal allerdings hapert es schlicht an der Hardware. Bei mir ist das auf jeden Fall momentan der Fall. Nach einem Sturz mit dem Mountainbike im April hat sich doch herausgestellt, daß die linke Schulter nicht nur schmerzhaft geprellt, sondern gleich ein ganzes Band abgerissen war. Das ist mittlerweile wieder dran, aber in den kommenden Wochen werde ich nicht in der Werkstatt und auch nur begrenzt am Computer arbeiten können. Das verschiebt alle Termine deutlich nach hinten, Reparaturen werde ich dieses Jahr gar nicht mehr ausführen, um die eigenen Räder nicht noch weiter verschieben zu müssen.

Viele Grüße,

Georg Blaschke

 

Radtourismus – das ist Muskelkraft plus Elektrifizierung des ganzen Rades

Es ist schon beeindruckend, wie elektrisch die Welt geworden ist. Und so richtig los ging es erst seit gut 100 Jahren, in vielen Teilen der Welt ist die Elektrifizierung noch nicht mal abgeschlossen. Hier dagegen wird seit einigen Jahrzehnten die Elektrizität mobil: Smartphone und Akkuschrauber sind schon selbstverständlich und elektrisch unterstützte Fahrräder sind allerorten zu sehen.

Ich halte elektrisch unterstützte Fahrräder für eine gute Sache, um Leuten das Fahrradfahren zu erleichtern oder zu ermöglichen, die es sonst nicht tun würden. Oder wenn sie unverschwitzt im Büro ankommen möchten und sonst mit dem Auto fahren würden. Oder um Paaren das gemeinsame Radeln zu ermöglichen, wenn einer deutlich besser trainiert ist. Da gibt es viele gute Gründe. Gemeinsam ist diesen Gründen, daß es in der Regel Personen betrifft, die keine passionierten Radfahrer sind. Und das führt dazu, daß übliche Pedelecs oder E-Bikes für genau diese Personen gemacht sind, nicht für passionierte Radfahrer.

Als Faustformel kann man sagen: Je sportlicher ein Radfahrer unterwegs ist, desto höher ist seine Trittfrequenz. Dadurch leistet er viel, ohne Muskeln und Gelenke stark zu belasten. Das Fahren mit höherer Frequenz ist allerdings eine Übungssache, das muß man sich angewöhnen. Die üblichen Elektroantriebe liefern aber am meisten Unterstützung, wenn mit hoher Kraft getreten wird, das kann man aber nur bei niedriger Trittfrequenz. Also wird man sich eher an die niedrige Trittfrequenz gewöhnen, die die meiste Unterstützung zur Folge hat (und die die natürliche Frequenz eines Nicht-Radfahrers ist). Meist kann man auch schon weit vorher an der Trittfrequenz erkennen, ob einem ein elektrifiziertes Rad entgegen kommt oder nicht: Wer langsam stampfend flott fährt, tut dies meist mit Motor.

Was heißt das alles? Als geübter Radfahrer sollte man gut überlegen, wenn man elektrische Unterstützung möchte. Viele Räder sind nicht nur bleischwer und ohne elektrische Unterstützung kaum fahrbar, sondern sind aus obigen Gründen auch keine gute Wahl. Im schlimmsten Fall führen sie dazu, daß man seinen flüssigen Tritt verliert. Zusammen mit einer Portion Fitness, weil man sich auf den üblichen Strecken weniger anstrengt. Da sollte man die zusätzliche Energie schon dazu nutzen, die Strecken zu verlängern.

Heute möchte ich zwei Räder vorstellen, die genau das tun: Sie bieten Unterstützung für sportliche Radfahrer, um längere Strecken möglich zu machen, aber meist ohne Unterstützung gefahren zu werden. Die meisten Reiseradfahrer standen nicht nur einmal vor der Entscheidung, ob man nicht lieber da halt machen soll, wo man ist. Klar, zwei Dörfer weiter liegt der schöne Campingplatz, das schnuckelige Hotel oder das leckere Restaurant vom letzten Mal, aber man hat schon so einige Kilometer in den Beinen und der Tag war heiß. In solchen Fällen hat man mit Unterstützung einfach mehr Möglichkeiten. Oder kann doch ein paar Wechselklamotten mehr mitnehmen, ohne vor den steileren Bergen Angst haben zu müssen.

Wichtig: Man kann die Räder ganz normal ohne Unterstützung fahren. Der Vivax-Antrieb bietet bei höherer Trittfrequens die meiste Unterstützung, er ist für sportliche Radfahrer gemacht. Angeblich ist er ja sogar bei Profis beliebt, gesünder als EPO und ähnliches ist ein Motörchen sicherlich. Zudem ist der Antrieb sehr dezent im Sitzrohr untergebracht. Bei einem Reiserad nicht verkehrt, es bleibt ja schon mal irgendwo angeschlossen stehen und soll dann dezent genug sein, nicht die falschen Bewunderer anzulocken. Die Räder wiegen mit allem drum und dran, Akku, Rohloff, kompletter Lichtanlage, Tubus Gepäckträgern und den nicht gerade federleichten Brooks Sätteln etwas über 17 kg. Das macht sie nicht zu Leichtgewichten, aber viele ähnlich ausgestattete Reiseräder wiegen genauso viel, nur ohne Vivax. Die Rohloff wird natürlich mit einer Rohbox angesteuert, um mit den Bremsschalthebeln zu schalten.

Wie man sieht, sieht man nicht viel. Die Räder sind betont dezent gestaltet, um auf Reisen nicht aufzufallen. Nichts ist ärgerlicher als ein Rad, das nicht mehr da ist.

Das ist fast schon alles, was man vom Vivax-Antrieb sieht. Auf Höhe der Kette sitzt eine der Schrauben, mit der der Antriebsmotor befestigt ist. Der Bereich ist durch ein aufgelötetes Edelstahlplättchen verstärkt.

Rohloffnabe mit Kettenspanner, eine langlebige und wartungsarme Kombination.

An der Sattelklemme fehlt noch die Abus-Sicherungsmutter, die den Klau des Sattels mit Stütze verhindert. Die wird erst bei der Abholung montiert, damit die Sattelhöhe noch bequem eingestellt werden kann.

Das Ansteuerungskabel für den Antrieb wird wie eine Bremsleitung sehr dezent im Oberrohr geführt.

Der Taster ist in der Oberlenkerhaltung bequem mit dem Daumen zu bedienen. Die Klingel sitzt an ihrem eigenen Anlötteil am Vorbau.

Die Scheibenbremsen wurden bewußt in mechanischer Ausführung gewählt, um auf Reisen möglichst robust unterwegs zu sein.

Hier noch die Befestigungsschraube des Motors auf der linken Seite. Muß man schon drauf achten…

Für die Vollausstattung am linken Ausfallende fehlt nur noch eine Anhängerkupplung. Und auch das wäre ohne Unterlegscheibentürme gut machbar. Viele verstellbare Ausfallenden haben Probleme, alles unterzubringen. Deshalb bevorzuge ich feste Ausfallenden. Gut zu sehen hier am Ausfallende die Edelstahloberflächen, die dafür sorgen, daß sich kein Lack abschabt und Bremse und Scheibe immer in derselben Position sitzen. Das ist wichtig für eine gute Funktion der Scheibenbremse.

Nochmal die Kabelführung im Oberrohr.

Viele Grüße,

Georg Blaschke

Fallhöhe

Jeder Radfahrer kennt seine Fallhöhe. Meine ersten Stürze habe ich direkt bei meiner ersten Fahrt mit rund 3 Jahren absolviert. Es hat ein paar Stürze gedauert bis erkannt wurde, daß sich ein offenes Schuhband immer um eine Pedalachse wickelte und so nach ein paar Umdrehungen zum Sturz führte. 🙂 Seitdem bemühe ich mich, nicht zu häufig zu stürzen, aber vor ein paar Wochen hat es mich wieder erwischt und trockener Lehmboden im Wald ist recht hart. Der Helm hat zum Glück seine Schuldigkeit getan, aber seitdem geht hier mit einer immer noch lädierten Schulter alles etwas langsamer voran. Ich muß da um noch mehr Geduld als üblich bitten.

Eine Fallhöhe gibt es oft auch in Witzen und ist da die Bezeichnung für eine unerwartete Wendung.

Und ich würde es auch Fallhöhe nennen, was man im Radverkehr erleben kann. Als gebürtiger Münsteraner ist man sicherlich verwöhnt, wurde Münster doch gerade wieder zur fahrradfreundlichsten Großstadt gewählt. Schweinfurt dagegen landete in Bayern auf auf dem verdienten letzten Platz. Seitdem ich vor 20 Jahren hergekommen bin, hat sich in Schweinfurt viel Positives getan, aber verkehrstechnisch bleibt es sehr ungünstig. Und für Radfahrer fehlt offensichtlich jegliches Verständnis. Auch ein Verständnis dafür, daß mehr Radverkehr einige Verkehrs- und andere Probleme lösen könnte, wie man uns in Kopenhagen vorrechnet. Stattdessen wird alles dafür getan, die zahlreichen Radfahrer des Mainradweges durch die womöglich schrecklichste Kreuzung des Abendlandes von einem Besuch schon im Vorfeld abzuhalten. Sie könnten womöglich in der Innenstadt etwas einkaufen. Einer Innenstadt, in der weiterhin davon geträumt wird, daß gute Erreichbarkeit per Auto gute Umsätze garantiert. Es mag Ausnahmen geben, aber die attraktiven Innenstädte, die ich so kenne, sind mehr oder weniger autofrei. Wer will schon an einer vielbefahrenen Straße im Cafe sitzen oder von Geschäft zu Geschäft schlendern?

Wie der Herr, so´s Gescherr, könnte man sagen, wenn man dann noch von Schweinfurt hier in das beschauliche Geldersheim radelt. Daß es hier nur einen einzigen Radweg gibt, den nach Schweinfurt, ist ja in Ordnung. Niemand würde von einem Dorf erwarten, groß Radwege zu bauen. Aber daß dieser Radweg jetzt saniert werden müßte und man sich das sparen möchte, ist schon ein starkes Stück. Stattdessen sollen die Radler jetzt über eine Straße am Sportheim umgeleitet werden. Einer Straße, die bei Veranstaltungen randvoll mit parkenden Autos ist. Im schlimmsten Fall haben die ausparkenden Autofahrer, an denen man sich dann vorbeischlängeln darf, im Sportheim nicht nur Wasser getrunken. Meine Bedenken in dieser Hinsicht hat der Bürgermeister mit dem nicht recht widerlegbaren Hinweis, dieselben Autofahrer wären dann doch sowiso in Geldersheim unterwegs und dort gäbe es ja auch keine Radwege, entkräftet. Ich denke, mehr muß man dazu nicht sagen. Ich lebe hier gerne, aber fahrradtechnisch gibt es zwischen Münster und Schweinfurt/Geldersheim doch eine gewisse Fallhöhe. 🙂

Aber vielleicht hat der Herr Bürgermeister ja auch Recht? Nun, Geldersheim ist nur bedingt mit New York zu vergleichen, aber auch Fahrradwege haben ihre Tücken:

Da weiß man nicht mehr, ob man lachen oder weinen möchte. Ich tendiere trotz allem zum Lachen, die Welt ist traurig genug.

Viele Grüße,

Georg Blaschke

Der Original GEBLA Reifen-Humidor

Gleichermaßen Segen und Fluch bei einem Rad vom Rahmenbauer ist, daß man sich alles aussuchen kann. Oder auch muß. Zum Beispiel die Größe der Laufräder. Noch vor ein paar Jahren hatte ein Mountainbike 26 Zoll Laufräder, praktisch alle anderen Erwachsenenräder 28 Zoll. Heute gibt es bei allen Rädern die Laufradgrößen 26″, 27,5″ bzw 650B und 28″ bzw 29″. Das macht es nicht unbedingt einfacher und für erhebliche Ungewißheit sorgt die Frage, wie es denn weitergeht. Vor allem werde ich gefragt, ob man noch 26″ wählen sollte, wo das doch bald ausstirbt und es keine Ersatzteile mehr geben wird.

Ich rate eigentlich immer dazu, die Größe vor allem nach der Körpergröße und nach dem gewünschten Fahrverhalten auszuwählen. Es ist völlig unsinnig, sich als kleinere Person ein Rad mit 28″ oder 29″ Laufrädern zu wählen. Dann hat man vielleicht in zehn Jahren eine größere Auswahl an Ersatzteilen, ist aber zehn lange Jahre ein unvorteilhaftes Rad gefahren! Falls es überhaupt so ist, daß es dann weniger Ersatzteile für 26″ geben sollte. Der Bestand an Rädern mit der Größe ist so groß, daß sich kein Reifen- oder Felgenhersteller den Ersatzteilmarkt entgehen lassen wird. Andersherum ist es ähnlich: Momentan ist bei Randonneuren die Laufradgröße 650B sehr angesagt. Die ist historisch entstanden, um bei vorhandenen Rennrahmen breitere Reifen fahren zu können. Dazu mußten die Felgen kleiner werden. Es ist schön, diese Laufradgröße heute wieder als zusätzliche Möglichkeit zu haben. Aber wenn man 1,90m groß ist, sollte man vielleicht doch eher 28″ Zoll wählen. Als die Größe 650B entstanden ist, waren die Menschen durchschnittlich 10cm kleiner als heute, auch das sollte man bedenken.

Manche raten schon dazu, sich mit Ersatzteilen wie Felgen und Reifen zu bevorraten, um gerüstet zu sein, wenn Laufradgrößen aussterben sollten. In gewissem Rahmen kann das sicherlich sinnvoll sein, wenn man bestimmte Lieblingsteile hat. Felgen sind praktisch unbegrenzt lagerfähig und nicht allzu teuer, da bietet sich das an. Bei Reifen wird das schon schwieriger, die müssen vernünftig gelagert werden. Da kommt mir doch gleich die passende Idee:

Der Original GEBLA Reifen-Humidor!

Natürlich sorgt der original GEBLA Reifen-Humidor für die ideale Temperatur und Feuchtigkeit, schädliche UV-Strahlen werden abgehalten. Aber der Originale GEBLA Reifen-Humidor eröffnet ganz neue Möglichkeiten! Endlich können Sie ihre Freunde zu einem gepflegten Tasting einladen, auch wenn Sie keinen Whisk(e)y oder Gin mögen. Öffnen Sie den Original GEBLA Reifen-Humidor und genießen Sie erst einmal den frischen Geruch gut gelagerten Gummis. Dabei kann man schon mit theoretischem Wissen glänzen: Unterschiedliche Kautschuksorten, Anbaugebiete, der Einfluß der Rindenritzmuster auf die Qualität des Rohkautschuks, auch die Bestimmung der Güte und Anzahl der Baumwollfäden der Karkasse, die Wichtigkeit des Reifenprofils natürlich. Dann nimmt man einzelne Reifen aus dem Original GEBLA Reifen-Humidor heraus und befühlt die griffige Oberfläche, erlebt durch sanftes Biegen die unerreichte Flexibilität der ägyptischen Baumwolle und durch intensives Schnüffeln das Aroma eines ausgesuchten Jahrgangskautschuks. Ja, da spürt man regelrecht, daß die Kautschukzapfer Mokassins aus Hirschleder trugen, um den Urwaldboden nicht zu verdichten! Wie bitte? Ihr müßt schon gehen? Müßt morgen früh raus? Schade, gerade wo es interessant wird…

Viele Grüße,

Georg Blaschke

Ich will ja nicht lästern, aber…

Ich will ja nicht lästern, aaaber… Irgendsowas bekommt man am Kopierer zu hören, bevor einem Kollege Winkelmann hinter vorgehaltener Hand erzählt, daß der Kollege Kuhauge, der aus der Registratur, letztes Wochenende im Jogginganzug, IM JOGGINGANZUG, am Glascontainer gesehen worden sein soll. Und einiges einzuwerfen habe er wohl auch gehabt!

Als ich mit 15 Jahren anfing, nachmittags im Radsportgeschäft Velodrom in Münster zu arbeiten, habe ich unglaublich viel gelernt. Viel über das Fahrrad selbstverständlich, aber auch viel über das Leben, vor allem vom Seniorchef Gunnar Düsener. Eins der ersten Dinge war, NIEMALS schlecht über die Konkurrenz zu reden, sondern durch perfekte Beratung und Arbeit zu überzeugen.

Ich bemühe mich bis heute, mich daran zu halten. Wobei ich zugeben muß, daß es mich manchmal schon in den Fingern juckt bei den Bildern, die man im Netz so sieht. Aber lieber schreibe ich darüber, weshalb ich bestimmte Dinge so und nicht anders mache. Was ich mache, kann ich erklären. Bei so manchen Lösungen im großen weiten Internet bezweifle ich, ob die jemand erklären kann. Oder sagen wir mal, ob sie jemand schlüssig erklären kann.

Wie auch immer, manchmal muß ich auch Luft ablassen. Bei Teilen, die ich in der Werkstatt habe und die ich für nicht ungefährlich halte. So wie diese Gabel. Eigentlich sollte ich nur den Schaft verlängern, eine Standardreparatur. Es ist auf den Bildern nicht zu sehen, aber es handelt sich um eine sehr lange Gabel, Einbaulänge 470mm, die dadurch auch sehr hoch belastet ist. Schnell war festgestellt, daß das Schaftrohr völlig unverstärkt ist. Eigentlich hat ein Gabelschaftrohr im unteren Bereich eine Wandstärke von mindestens 2mm, dieses hier hat durchgehend von oben bis unten 1,6mm. Erstmal Rücksprache mit dem Kunden, ob es sich eventuell um ein Leichtbauprojekt für einen besonders leichten Fahrer handelt. Nein, ist es nicht. Würde auch keinen Sinn ergeben, denn es gibt verstärkte Gabelschäfte, die unten eine vernünftige Wandstärke haben, oben aber entsprechend dünnwandiger und damit leichter sind als ein Rohr mit durchgehend 1,6mm. Kostenersparnis? 20 Euro gespart für eine deutlich unsichere Gabel? Tut das wer für eine Handvoll Dollar? Ich weiß es nicht…

Ein Blick von unten auf das Schaftrohr läßt auch deutliche Krater im Rohr erkennen, die vom Schweißen komme. Bei solider Wandstärke wäre das nicht so kritisch, aber hier ist das schon sehr grenzwertig. Die Stelle ist hoch belastet, die steifen geschlossenen Segmente treffen auf das relativ flexible, da offene, Schaftrohr.

Der Konussitz ist angeschweißt, aber nicht rundherum. Jeder Anfang und jedes Ende einer Schweißnaht sorgt für sogenannte Kerben, von denen gerne Risse ausgehen. Und das an der höchstbelasteten Stelle der Gabel bei einem unverstärkten Schaft. Technisch besser ist es, den Konussitz zu löten.

Eine Grundregel bei belasteten Bauteilen ist es, Kerben, scharfe Übergänge und Steifigkeitssprünge (zB Übergang von dicken zu dünnen Bauteilen) zu vermeiden. Hier, am hochbelasteten Scheibenbremsadapter gibt es ein schönes Beispiel, wie es nicht aussehen sollte.

Immerhin weist der Schlitz der Ausfallenden in die richtige Richtung. Es ist zum Glück nicht alles schlecht auf dieser Welt. 🙂

Natürlich könnte man auch diese Gabel sicher machen, indem man den Schaft von innen verstärkt. Der Kunde möchte die Gabel allerdings lieber als Wandschmuck verwenden. Ich kann ihn verstehen…

Viele Grüße,

Georg Blaschke

Alles zwei, macht der Mai

Nun gut, man könnte zurecht einwenden, daß ja noch gar nicht Mai sei. Das ist richtig. Allerdings macht der Mai bekanntlich nicht alles zwei, sondern alles neu. Insofern stimmt es wieder, weil die Überschrift sowieso unsinnig ist. Aber im Frühling muß auch nicht alles sinnvoll sein.

Noch haben wir aber April, der die Natur recht grün werden läßt, wie man auf jeder Radtour deutlicher sehen kann. A propos Grün: Da habe ich doch wieder Bilder eines Rades im Einsatz bekommen:

Wobei die Bilder wenigstens auf meinem Monitor etwas täuschen: Das Rad ist wirklich so richtig Grün. 🙂

Auch die Zwei steht nicht ganz ohne Berechtigung in der Überschrift, denn für die Rohbox gibt es neue Federn und ein neues Transportrad, so daß sie jetzt pro Schaltschritt zwei Gänge schalten kann. Das neue Transportrad hat dafür eine optimierte Zahnform, für deren Herstellung auf einer speziellen Zahnradfräsmaschine ein spezieller Zahnfräser speziell gefräst werden mußte. Sie ahnen es, das kostet Geld, so daß die Rohbox 10 Euro teurer geworden ist. Dazu in den kommenden Tagen mehr, wenn ich Bilder gemacht habe.

A propos Bilder: Ich stelle hier ja gerne mal den Bau eines Rades vor und zeige dann auch das fertige Rad. Aber ich tue mich schwer, dann die Bilder in die Galerie der website zu übertragen. Und hier wandern sie mit der Zeit doch ziemlich nach unten. Da ich von jedem Bau sowiso viele Bilder mache, die der Kunde per email erhält, ist das alles viel Arbeit. Deshalb wird zukünftig der Bau eines Rades in der Galerie der website dokumentiert. So haben alle etwas davon: Sie können die Entstehung mitverfolgen und ich habe keine doppelte Arbeit. Den Anfang wird ein Randonneur machen.

Viele Grüße,

Georg Blaschke