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Messe-Nachlese VeloBerlin

Ich bin mal wieder spät dran, aber ich möchte doch noch ein paar Worte zur VeloBerlin schreiben und auch das Rad vorstellen, daß ich dabeihatte.

Ich war nur mit einem Rad am Stand der Firmal Rohloff vertreten, war also mit kleinem Gepäck unterwegs. Hauptsächlich, um Rohloff-Kunden die Rohbox näher zu bringen und ausprobierbar zu machen. Für meine eigenen Räder lohnt das eher weniger, denn die sind erstens für Berlin zu wenig auffällig und zweitens nichts, was man im Vorbeigehen kaufen kann. Am Stand hat es aber viel Spaß gemacht, nicht zuletzt wegen den netten Leuten von Rohloff und den Nachbarständen von SON und Velophil.

Was mich beeindruckt hat war die große Szene an Bahnrädern und vor allem die große Präsenz von Lastenrädern. Nicht nur auf der Messe, sondern auch im Stadtbild. Hier in Schweinfurt in der radfahrerischen Diaspora sieht das leider völlig anders aus. Dabei ist die Förderung des Radverkehrs auch unter Klimaaspekten eine Sache, die mit wenig Aufwand und absolut vorhandener simpler Technologie viel ändert. Kurzstrecken sind ja das Schlechteste, was man mit dem Auto anstellen kann. Nicht nur für das Klima und die Umwelt, sondern auch für das Auto, den Geldbeutel und die eigene Gesundheit. Und nicht zuletzt auch für die Mitmenschen, denn auch die haben dann bessere Luft, mehr Ruhe und im Zweifelsfall mehr Platz zum Autofahren. Insofern wundere ich mich über jeden Autofahrer, der sich nicht über Radfahrer freut: Führen die auch alle Auto, gäbe es noch mehr Stau und Parkplatzprobleme.

Wie so oft bei mir, handelt es sich um ein Rad für Vielfahrer, es soll auf dem täglichen nicht ganz so kurzen Weg zur Arbeit genutzt werden. Da zählen neben einer sportlichen aber komfortablen Sitzposition auch Verläßlichkeit, geringer Wartungsaufwand, gutes Licht und moderates Gewicht. Und ja, auch gute Schutzbleche.

 

Ein Nabendynamo ist für den täglichen Weg zur Arbeit mehr oder weniger Pflicht. Man hat ja schon genug Akkus, um die man sich kümmern muß.

Ein Rennlenker mit hydraulischen Scheibenbremsen, die Rohloff Speedhub wird natürlich per Rohbox betätigt. Vor allem auf längeren Strecken ist ein Rennlenker die richtige Wahl, weil die unterschiedlichen Griffpositionen den Komfort deutlich erhöhen.

Eine Rohloff Speedhub mit Kettenspanner ist eine recht sorglose Variante.

Das Rad ist für Gepäckträger und Lowrider vorbereitet. Beim täglichen Einsatz ist das hier nicht vorgesehen, aber irgendwann steht auch mal eine längere Tour an. Es gibt schließlich nicht nur Arbeit, sondern auch Urlaub!

Bremszug und Lichtkabel verlaufen im Rahmen.

 

 

Viele Grüße,

Georg Blaschke

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Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt…

Eigentlich sollte hier ein schöner Beitrag zu dem stehen, was ich auf der VeloBerlin Ende des Monats zeigen will. Allerdings gibt es einen Trauerfall im engsten Familienkreis, so daß sich einiges ändert.

Nach Berlin werde ich ein Kundenrad mitbringen, das aktuell seiner Fertigstellung entgegensieht. Es wird ein leichter Randonneur oder wie man es auch immer nennen will, gebaut für den täglichen Weg zur Arbeit mit einigen Höhenmetern. Das Gewicht soll sich in Grenzen halten, es gibt für die Wartungsarmut eine Rohloff Nabe mit Rohbox und natürlich auch eine Lichtanlage und Schutzbleche. Die Arbeitszeiten nehmen ja wenig Rücksicht darauf, ob für Radfahrer die Sonne scheint. 🙂

 

Aber kurz zu dem geplanten Projekt. Seit Jahren möchte ich eine Federgabel für Reiseräder bauen, die auch auf kleine Unebenheiten gut anspricht und natürlich auch die Montage von einem Schutzblech und einem Lowrider erlaubt. Eine Variante für ein Tandem habe ich in 2015 schon gebaut und hier vorgestellt.

Bei der Tandemversion lag die Priorität auf Steifigkeit bei niedrigem Gewicht. In Kauf genommen wurde dafür, daß der Vorbau Teil des Systems war und die Gabel beim Bremsen steifer wird bzw. ausfedert. Das ist beim Tandem mit seinem großen Radstand nicht sonderlich störend, bei einem normalen Fahrrad aber schon. Also wird bei der neuen Gabel die Bremse so angebracht, daß die Gabel kaum beeinflußt wird. Gleichzeitig wird die Montageposition des Dämpfers verändert, so daß er sich nicht mehr am Vorbau abstützen wird. Bleiben wird die Lagerung in Nadellagern, die für geringe Reibung und hohe Steifigkeit sorgt. Mal sehen, wann ich dazu komme, daran weiterzuarbeiten, ich werde berichten…

Viele Grüße,

Georg Blaschke

Wider besseren Wissens…

Es ist immer wieder erstaunlich, in wie kurzer Zeit die Menschheit wie viel mehr weiß. Ob nun ein bisher unbekannter Bodenfund erkundet, etwas Neues entdeckt, erforscht, erfunden, ein Archiv geöffnet, ein Zusammenhang hergestellt oder schlicht 1 und 1 zusammengezählt wird, es geht voran. Neben geschichtlichen Dingen finde ich vor allem interessant, wie viel man über Tiere herausfindet. Mein Schulwissen vom instinktgesteuerten Wesen, das einfach nur funktioniert und irgendein vorgegebenes Programm abspult, ist mittlerweile deutlich überholt. Im Grunde führt jedes Forschungsergebnis dazu, daß man sagen muß: Nun denn, die Viecher können ja doch mehr und sind uns Menschen doch ähnlicher als bisher gedacht. Oder andersherum: So viel anders als Hund, Katze oder Esel sind wir Menschen dann auch nicht…

Was mich in diesem Zusammenhang interessieren würde: Können Tiere sich bewußt für etwas entscheiden, obwohl sie sich der Unsinnigkeit dieser Entscheidung bewußt sind? Uns Menschen fällt das nicht schwer, mir auf jeden Fall nicht. Wäre ich vernünftiger, würde ich mich für ein oder zwei Rahmenmodelle entscheiden, für diese meine Fertigung perfektionieren, die gesparte Zeit in die Präsenz bei Sozialen Netzwerken investieren, meine Rahmen dort für die besten erklären und jedem Kunden, der sich darauf nicht wohlfühlt, erläutern, daß er seinen Körper eben an die optimale Sitzposition anpassen muß.

Da ich aber nicht vernünftig bin, habe ich mich dazu entschieden, mal wieder auf Messe zu gehen, und zwar Ende April auf die VELOBerlin. Um die Sache noch schlimmer zu machen, habe ich mich auch dazu entschieden, dafür ein Rad zu bauen. Aber um etwas Neues zu machen, muß man eben auch mal etwas tun, was nicht wirtschaftlich und direkt sinnvoll ist. Und auch das Risiko eingehen, Dinge in den Sand zu setzen. Aber anders können Sachen wie zum Beispiel die Rohbox nicht entstehen. Ideen führen halt nicht nur zum nächsten großen Ding, sondern auch zum nächsten kleinen Ding oder eben in eine Nische, wenn nicht in eine Sackgasse. Andererseits sind neue Ideen und ihre Umsetzung vielleicht etwas, das uns von Tieren doch noch unterscheidet. Auf jeden Fall macht es mir Spaß, Ideen umzusetzen, und Spaß darf auch schon mal unvernünftig sein.

Mehr zur Idee selbst im nächsten Beitrag.

Viele Grüße,

Georg Blaschke

Die Henne und das Ei

In der aktuellen März-Ausgabe des Radmagazins Tour gibt es einen schönen Artikel über maßgebaute Räder und die dazugehörigen Kunden. Beziehungsweise andersherum, denn anders als bei Henne und Ei ist die Reihenfolge klar: Erst muß jemand den Wunsch nach einem persönlichen Fahrrad verspüren, dann kann es entstehen. Für mich macht das den Beruf des Rahmenbauers erst so richtig interessant: Eigentlich lerne ich mit jedem gebauten Rad eine interessante Person kennen. Denn ein wenig kennenlernen muß man sich schon, damit aus den gemeinsamen Ideen das optimale Rad entsteht.

Die Möglichkeiten, die man bei einem inividuell angefertigten Rad hat, sind eben äußerst vielfältig. Bei dem gezeigten Rad in der Tour ist die Sattelstütze weit ausgezogen und zusätzlich aus Titan, um während der Fahrt eine gewisse Flexibilität und damit ein wenig Komfort zu erzeugen. Das ist keine Federung, aber es kommen ja noch breitere Reifen dazu und in Summe merkt man es dann doch. Letztlich ist ein Fahrrad ein Resultat der vielen kleinen Dinge, die es ausmachen. Man muß es, um es mit einem modischen Begriff auszudrücken, ganzheitlich betrachten. Die Fahrerin oder der Fahrer gehören natürlich dazu. Das supertolle Aero-Sitzrohr des Modelljahres 19 oder sogar schon 20 aus der Werbung ist nur ein Detail, es wird ein Rad nicht allein zum Superfahrrad machen. Dann wäre es doch etwas einfach und die Geschichte des Fahrrades längst auserzählt…

Was in dem Artikel auch gut dargestellt ist: „Über Winkel und Längen hat Rahmenbauer Georg Blaschke selbst entschieden, bei ästhetischen Details wie Bremszugführung oder der Anlegung der Streben am Hinterbau redete sein Kunde mit“. Es ist die Kombination, die das Ganze rund macht. Wobei die oben angesprochene lang ausgezogene Sattelstütze über das rein Ästhetische deutlich hinausgeht. Sie können entscheiden, wie das Rad fahren soll, die dazu nötigen Winkel und Längen sind dann meine Sache. Wobei man auch darüber reden kann, wenn Sie bestimmte Vorstellungen haben. 🙂 Aber, um den Kreis wieder zum Kunden des vorgestellten Rades zu schließen: Wenn Sie essen gehen möchten, suchen Sie sich ein Restaurant und ein Gericht aus, von dem Sie ausgehen, daß es Ihnen schmecken wird. Aber wie die Sachen letztlich genau zubereitet und gewürzt werden, überlassen Sie dann doch dem Koch.

Das schöne Foto vom Rad in der Küche stammt übrigens wie der ganze lesenswerte Artikel von Jörg Spaniol. Hauptsache, das Rad wird nicht bekleckert. Und wenn doch, dann bitte mit Gemüse in einer passenden Farbe. 🙂

Und wenn Sie mal mittags in Würzburg sind: Einfach mal zu Sir Quickly essen gehen! Es schmeckt!

Hier hatte ich das Rad übrigens schon mal im blog vorgestellt.

Viele Grüße,

Georg Blaschke

Steckachsen

Das Schöne am Fahrrad war immer schon seine relative Einfachheit und seine Durchschaubarkeit. Natürlich kann ein Fahrrad auch ziemlich komplex werden, aber für 95% des Vergnügens braucht es nicht viel. Die letzten 5% sind dann superleichtes Gewicht, exotische Materialien, elektronische Schaltungen und ein Design in der allerneuesten Mode.

Ein anderer Vorteil beim Fahrrad war über die letzten Jahrzehnte, daß es recht standardisiert war. Während in der Frühzeit jeder Hersteller sein eigenes Süppchen kochte, waren irgendwann nur noch ein paar Standards übriggeblieben. Das war eigentlich nicht schlecht, weil man ein Rad problemlos lange Jahre fahren konnte. War irgendwas defekt, wurde es ausgetauscht, die neueren Komponenten haben ja immer noch gepaßt.

Das hat sich in den letzten Jahren deutlich geändert. Es gibt mittlerweile zig herstellerspezifische Standards, die sich teils zu echten Standards entwickelt haben. Einige sind auch schon wieder verschwunden. Andere werden noch verschwinden. Und es werden wieder andere entstehen. Immer auf der Jagd nach den letzten paar Prozent Performance oder auch Gewinn. Auf Kosten der Kompatibilität, Austausch- und Reparierbarkeit. Aber es ist eh fraglich, ob ein Großteil der Käufer eines neuen Fahrrades darüber nachdenkt, ob es in 10 Jahren noch Ersatzteile dafür gibt.

Momentan stark im Kommen auch bei Straßenfahrrädern sind sogenannte Steckachsen. Was hat es damit auf sich? Seit einigen Jahren sind die praktisch Standard bei Mountainbikes. Dort verbessern sie die Steifigkeit bei Federgabeln und gefederten Hinterbauten. Bei einem starren Straßenrad bringt das nicht viel. Warum setzen sie sich dann dort durch? Der Grund liegt darin, daß sich das Rahmenmaterial Carbon durchgesetzt hat. Und Carbon hat so seine Problemstellen: Es verträgt keine hohen Klemmkräfte, Oberflächen sind schon ab Werk nicht sehr präzise oder eben und die Oberflächen verschleißen schnell, werden sie mechanisch belastet. Eine übliche Schnellspannachse setzt aber präzise Oberflächen voraus und belastet diese relativ stark durch Klemmkräfte. Also ist es sinnvoll, hier Steckachsen einzusetzen. Leider, ohne sich bisher bei den Gewinden einig zu sein.

Bei meinen Rädern bemühe ich mich, nur Standards zu verwenden, für die es auch in 10 Jahren noch Teile geben wird. Nach allem, was da momentan abzusehen ist, werden Steckachsen dazugehören. Allerdings werden deshalb Schnellspanner nicht aussterben, dafür ist allein der Bestand viel zu groß. Man hat also die Wahl, wenn auch Steckachsen bei starren Rahmen und Gabeln aus Metall keinen nennenswerten Vorteil bieten. Eher leichte Nachteile, weil der Ausbau eines Laufrades nicht gerade beschleunigt wird und bei einigen Komponenten wie Nabendynamos die Auswahl für Schnellspanner dann doch deutlich größer ist. Auch bei der Verwendung einer Rohloff Speedhub sollte man möglichst die Schnellspannvariante bevorzugen, da ist die Steckachsvariante erheblich umständlicher. Nicht zuletzt der vorhandene Bestand an Fahrrädern und Komponenten kann die Wahl beeinflußen: Es hat was, im Fall der Fälle mal schnell das andere Laufrad einbauen zu können…

Viele Grüße,

Georg Blaschke

In den hohen Norden

Regelmäßig warne ich ja davor, sich mit einem neuen Rad auf große Reise zu begeben. Aber natürlich hört niemand auf mich. Das kann ich verkraften, als Familienvater ist man das ja gewohnt. Vielleicht liegt es auch daran, daß für viele meiner Kunden eine normale Tour ist, was bei mir schon als Reise eingestuft wird. Auf jeden Fall ist es von hier nach Norwegen ganz schön weit, auch wenn ein Teil der Strecke von Zug und Schiff übernommen wurden.

Aber tatsächlich mußte dieses mal eine Bremse entlüftet werden. Keine besonders große Sache und eigentlich fast üblich, wenn man sich so durch die Foren liest, aber trotzdem ärgerlich. Am meisten wahrscheinlich für mich selbst. Ich bin grundsätzlich kein kleinlicher Mensch. Aber das ändert sich deutlich, wenn es um Fahrräder geht. Da bin ich durchaus penibel. Teilweise allerdings aus purer Faulheit: Ich habe keine Lust, an einem Fahrrad regelmäßig herumzuschrauben oder -putzen. Damit das funktioniert, muß es halt am Anfang perfekt sein. Daß diese Perfektion nicht immer erreicht werden kann, zeigt dieses Beispiel. Also vielleicht doch meine Warnung ernst nehmen. 🙂

Aber nun zum Rad. Es ist ein Randonneur mit Rohloff und Scheibenbremsen. Auf den Bildern unten fehlen noch der vordere Scheinwerfer und der USB-Lader. Ein USB-Lader erlaubt das Laden von Smartphone, Navigation oder einem ähnlichen Gerät mit dem Dynamo unterwegs. Das kann für längere Reisen, bei denen nicht regelmäßig eine Steckdose zur Verfügung steht, sehr hilfreich sein. Es gibt da unterschiedliche Lösungen, hier verwendet wurde ein in das Steuerrohr eingebauter Forumslader mit Pufferakku, technisch momentan die leistungsfähigste Lösung. Für den Pufferakku ist eine gewisse Steuerrohrlänge Voraussetzung und der Einbau ist etwas kniffelig, aber machbar. Kombiniert ist das Ganze noch mit einem steckerlosen SON-Nabendynamo.

Die Farbe kommt mal wieder durch Kamera und Monitor nicht recht zur Geltung, wie oft bei komplizierteren Farben. Es ist eine dunkelgrüne Lasur über Metallic-Silber, was besonders in der Sonne vielschichtiger aussieht als hier im blog.

 

Gepäckträger und Lowrider sind aus rostfreiem Stahl beim Rahmen auch das Sitzrohr und die rechte Kettenstrebe.

Am oberen Ende des Gabelschaftes sieht man noch den fehlenden Deckel, dort wird dann noch der Forumslader eingesteckt. Auch die vordere Lampe fehlt noch, beides wurde erst bei der Abholung montiert.

Der Lowrider.

Eine Rohloff-Nabe mit Kettenspanner ist eine sorglose Kombination.

Am hinteren Gepäckträger Befestigungspunkte für große und kleine Ortlieb-Taschen. An den Sitzstreben sind hier auch die Anlötgewinde für ein Rahmenschloß zu erkennen.

Die rostfreie Kettenstrebe und der Kettenspanner.

Der hintere Gepäckträger.

Alle Bohrungen für die Lichtkabel sind durch aufgelötete rostfreie Scheiben verstärkt.

Die Rohbox, die das Betätigen der Rohloff-Nabe mit Schaltbremshebeln am Rennlenker erlaubt.

Noch fehlt der vordere Scheinwerfer.

Der Schriftzug ist aufgelötet.

Die Lasur zeigt jedes Detail des Metalles unter den Farbschichten.

In Nahaufnahme der steckerlose SON Dynamo. Auch unter der Kontaktplatte ist das Ausfallende, das selbst aus hochfestem Stahl ist, mit einer rostfreien Oberfläche versehen.

Viele Grüße,

Georg Blaschke

Alles muß man selbst machen…

Vor kurzem habe ich erfahren, daß die Firma Rockenstein, bei der meine Rahmen üblicherweise beschichtet wurden, die Bearbeitung von einzelnen Rahmen einstellt. Schade. Nicht nur, weil ich mir jetzt einen neuen verläßlichen Lieferanten für Pulverbeschichtungen suchen muß. Sondern auch, weil es schlicht Spaß gemacht hat, mit Alexander Rockenstein und Heike Zehner zusammenzuarbeiten.

Allerdings ist der Wechsel bei Naßlackierungen nicht ganz überraschend für mich, da ich meine Rahmen in Zukunft sowieso selbst lackieren werde. Bis zum Ende des Jahres wird die Lackierkabine einsatzbereit sein und dann kann es losgehen.

Es gibt mehrere Gründe für mich, das selbst zu machen:

Erstens gibt es nur wenige Lackierer in Deutschland, die sich auf Fahrräder spezialisiert haben. Das ist für das Ergebnis aber wichtig, da sich die Arbeitsweise doch deutlich von dem üblichen Produkt Auto unterscheidet. Am Auto gibt es große Flächen, am Fahrrad viele kleine blöde Ecken. Kaum ein Autolackierer hat darauf Lust.

Zweitens kommt dann in Zukunft alles aus einer Hand. Das ist wichtig für die Qualität, vor allem den Korrosionsschutz. Ich kann den Rahmen direkt nach dem Strahlen auch lackieren, das machen viele Lackierer nicht, falls sie überhaupt selbst strahlen. Direkt nach dem Strahlen ist Stahl extrem korrosionsanfällig. Wartet man da, entstehen die ersten Rostkeime.

Drittens gibt es zwei Transportvorgänge weniger. Es kommt ja bei guter Verpackung nicht häufig vor, aber gibt es eine Lackmacke durch den Transport, ist der Aufwand groß. Dann geht alles von vorne los.

Gute Gründe also, selbst Hand anzulegen, auch wenn es letztlich aufwendiger und teurer ist als es machen zu lassen. Aber damit sind wir wieder bei Punkt eins. Bei Pulverbeschichtungen sieht die Sache zum Glück besser aus, da gibt es mehrere Firmen, die sich auf Fahrräder spezialisiert haben und gute Arbeit abliefern.

Viele Grüße,

Georg Blaschke