Skip to content

Feuchtkalt

Jetzt kommt ja wieder die Jahreszeit, in der man sich als Radfahrer wünscht, nicht so temperaturempfindlich zu sein. Auch eine gewisse Resistenz gegen Feuchtigkeit wäre ganz gut. Tja, wer weiß, was uns die Gentechnik noch so alles bringt, aber momentan sieht es da schlecht aus.

Am Fahrrad kann man allerdings einiges tun, um es tauglicher für die schlechte Jahreszeit zu machen. Wartungsarme Komponenten, gute Schutzbleche und dann noch ein Rahmen aus rostfreiem Stahl, damit erspart man sich schon einiges. Wobei auch ein Rahmen aus rostfreiem Stahl etwas Pflege erhalten sollte: Ein öliger Lappen und ab und zu etwas Möbelwachs tun auch ihm gut. Denn erstens sind die Beanspruchungen durch das Straßensalz erheblich und zweitens sind die Lötstellen nicht ganz wartungsfrei. Sie werden an der Oberfläche gern grünlich grau. Den Schweißverbindungen macht das Straßensalz weniger aus.

Übrigens gibt es bei rostfrei und rostfrei durchaus Unterschiede. Heutige Rahmenrohre sind aus härtbaren Stahlsorten, früher gab es auch Rahmenrohre aus nicht härtbarem „Besteckstahl“. Das ist nicht unbedingt schlechter, aber die nötigen größeren Wandstärken machen die Sache schwerer. Auch meine rostfreien Ausfallenden werden deshalb aus härtbarem rostfreien Stahl hergestellt, damit sie nicht schwerer sein müssen oder weniger stabil wären.

Rostfrei hin, rostfrei her, Bilder her:

Optisch sieht das Rad nach 27,5 Plus und MTB aus, aber die Größe täuscht. In Wirklichkeit ist es ein relativ kleines Rad mit 26 Zoll Laufrädern und gut 50mm breiten Reifen. Damit kann man auf Touren jeden Untergrund fahren und in der Stadt auch mal einen Bordstein rauf.

Die Spezialausfallenden können mit Aufnahmen für einen BobJak Anhänger versehen werden.

Der Schriftzug auf dem Unterrohr besteht aus einzelnen aufgelöteten Buchstaben.

Die Schutzbleche sind übrigens auch aus rostfreiem Stahl und von Gilles Berthoud. Ich halte die nach wie vor für die Besten. Hier sind sie schwarz pulverbeschichtet.

Rennlenker und Rohloff, das schreit förmlich nach einer Rohbox. 🙂

Die halbhydraulischen Scheibenbremsen haben einen etwas festeren Druckpunkt als rein mechanische Bremsen.

Der Gepäckträger verfügt über aufgelötete Edelstahl-Aufhängepunkte für die Packtaschen. Das Rücklicht kann direkt an die Streben geschraubt werden.

Viele Grüße,

Georg Blaschke

Advertisements

Das Grauen

Das Grauen lauert heutzutage praktisch überall: Die Wahlergebnisse, der nahende Winter, der leere Handyakku, das schlechte Fernsehprogramm usw. usf. Wobei: Fernsehen guckt man ja heute gar nicht mehr, man guckt ja Serien bei allen möglichen Anbietern. Oder man kauft sich von einer ganz tollen Serie die große DVD-Box und tut sich mal eben 5 Tage am Stück an, das kommende Wochenende mit Brückentag lädt ja praktisch dazu ein.

Ich bin kein großer Fernsehgucker, aber man muß sich natürlich damit beschäftigen, wenn von den Kindern gewünscht wird, auch die tolle Serie sehen zu dürfen, die alle anderen in der Klasse selbstverständlich schon lange sehen. Also mal die DVD der ersten Staffel ausgeliehen und reingeguckt. Nach etwa drei Minuten und dem fünften rollenden Kopf mußte ich das Erlebnis aber abbrechen. Man muß sich nicht alles antun, weder als Kind noch als Erwachsener. Das Leben ist doch so manchmal schon grausam genug!

Dafür muß man nur einmal versuchen, etwas mit einem Wert von über 1000 Euro in ein sogenanntes Drittland zu verschicken. Mit Drittland ist dabei kein besonders armes Land gemeint, sondern ein Land außerhalb der EU. Wie das geht, kann man beim Zoll nachlesen. Klar, daß man die Sendung anmelden muß. Das geht natürlich nicht in Papierform, sondern nur online über ein Programm, das in etwa die Anmutung und die selbsterklärende Bedienbarkeit eines Computerprogramms der 80er Jahre hat. Dazu setzt es die Beantragung eines Elster-Zertifikates, die Installation eines bestimmten Zeichensatzes, die Zulassung aller Cookies auch von Drittanbietern und die Installation des überaus sicheren Java 2 Runtime Environmentes voraus. (Wahrscheinlich um diversen Dienststellen von sog. Drittländern problemloses Mitlesen zu ermöglichen). Meine erste Internetausfuhranmeldung Plus, so heißt dieses Verfahren, hat deshalb auch nur rund 3 lange Abende gekostet. Und das auch nur, weil diverse Privatpersonen und Handwerkskammern Anleitungen erstellt haben, die die Bedienung des Programms für normale Menschen überhaupt erst möglich machen. Der Zoll weist wohlweißlich darauf hin: „Sie können sich bei der Erledigung der Zollformalitäten von einem Dienstleister vertreten lassen.“

Ist diese Hürde geschafft, muß man ja nur noch einen „gelber Klebezettel mit der Aufschrift „Achtung! Ausfuhrsendung““ in der Nähe der Empfängeranschrift anbringen. „Dieser Klebezettel ist im Internet erhältlich“, so der Zoll weiter. Und ja, DHL hat sogar eine Bestellnummer dafür. Aber es gibt ihn nirgendwo zu kaufen. Auch nicht im Internet. Natürlich war ich bei meiner üblichen DHL Stelle, wo sie den Aufkleber gar nicht kannten und betonten, daß sie ja nur Dienstleister seien. In Schweinfurt bei der Hauptpost mußte ich mich belehren lassen, daß das keineswegs mehr eine Post sei und auch nicht DHL, sondern, Sie haben es erraten, lediglich ein Dienstleister. Trotz der DHL-Dienstkleidung. Auch da war der Aufkleber unbekannt. Telefonisch konnte ich dann bei DHL, eventuell sogar dem echten DHL, nach längerer Odyssee erfahren, daß man sich den Aufkleber selbst ausdrucken kann und darf, der Barcode sei immer derselbe. Immerhin ist das mittlerweile auch online zu finden, der Aufkleber muß für die Post nicht mal mehr gelb sein. Ich habe mir damals einfach einen gelben Stift meiner Kinder ausgeliehen und den Ausdruck hübsch angemalt. Schön, daß ich mir das in Zukunft sparen kann.

Ich weiß ja nicht, wie es anderen Leuten geht, aber mir reicht das an Grauen völlig aus…

Viele Grüße,

Georg Blaschke

Bilder für das Sommerloch

Es ist Sommerloch und bald ist auch noch Wahl. Eigentlich wäre es an der Zeit, daß irgendein Hinterbänkler sich mit einer schwer nachzuvollziehenden Aussage zu Wort meldet. Da das nicht geschieht, melden sich eben ausgewachsene Staatschefs zu Wort und drohen, sich gegenseitig die Sandburgen zu zerstören. Leider ohne zu bedenken, daß dabei schnell mal der ganze Kindergarten in die Luft fliegt. Wie Kinder halt so sind…

Aber da dieses Jahr nicht nur das 200 jährige Jubiläum des Fahrrades ist, sondern auch noch das 500. Jahr der Reformation gefeiert wird, möchte ich mich bei Luther bedienen und sage hiermit:

Auch wenn ich wüsste, dass morgen die Welt zugrunde geht, würde ich heute noch ein schönes Fahrrad bauen.

Auf der website ist der ganze Werdegang des Rades zu sehen.

Viele Grüße,

Georg Blaschke

Jetzt jedes GEBLA-Rad doppelt so schnell und mehr! Per Software-Update!

Ja, Sie haben richtig gelesen! Nein, die Überschrift ist nicht dem Sommerloch geschuldet. Sie können jetzt Ihr GEBLA-Rad per einfachem Software-Update schneller machen. Viel schneller.

Na ja, in gewisser Weise hat es doch mit dem Sommerloch nach der Tour de France zu tun. Denn jetzt hat Chris Froome wieder etwas mehr Zeit. Und wenn Sie ihn bitten, sich mal auf Ihr Rad zu setzen und ordentlich reinzutreten, wird es vermutlich etwa doppelt so schnell sein! In meinem Fall wäre das auf jeden Fall so.

Da soll noch mal jemand sagen, nur die Autoindustrie könnte per Software-Update tolle Leistungen vollbringen!

Manchmal allerdings hapert es schlicht an der Hardware. Bei mir ist das auf jeden Fall momentan der Fall. Nach einem Sturz mit dem Mountainbike im April hat sich doch herausgestellt, daß die linke Schulter nicht nur schmerzhaft geprellt, sondern gleich ein ganzes Band abgerissen war. Das ist mittlerweile wieder dran, aber in den kommenden Wochen werde ich nicht in der Werkstatt und auch nur begrenzt am Computer arbeiten können. Das verschiebt alle Termine deutlich nach hinten, Reparaturen werde ich dieses Jahr gar nicht mehr ausführen, um die eigenen Räder nicht noch weiter verschieben zu müssen.

Viele Grüße,

Georg Blaschke

 

Radtourismus – das ist Muskelkraft plus Elektrifizierung des ganzen Rades

Es ist schon beeindruckend, wie elektrisch die Welt geworden ist. Und so richtig los ging es erst seit gut 100 Jahren, in vielen Teilen der Welt ist die Elektrifizierung noch nicht mal abgeschlossen. Hier dagegen wird seit einigen Jahrzehnten die Elektrizität mobil: Smartphone und Akkuschrauber sind schon selbstverständlich und elektrisch unterstützte Fahrräder sind allerorten zu sehen.

Ich halte elektrisch unterstützte Fahrräder für eine gute Sache, um Leuten das Fahrradfahren zu erleichtern oder zu ermöglichen, die es sonst nicht tun würden. Oder wenn sie unverschwitzt im Büro ankommen möchten und sonst mit dem Auto fahren würden. Oder um Paaren das gemeinsame Radeln zu ermöglichen, wenn einer deutlich besser trainiert ist. Da gibt es viele gute Gründe. Gemeinsam ist diesen Gründen, daß es in der Regel Personen betrifft, die keine passionierten Radfahrer sind. Und das führt dazu, daß übliche Pedelecs oder E-Bikes für genau diese Personen gemacht sind, nicht für passionierte Radfahrer.

Als Faustformel kann man sagen: Je sportlicher ein Radfahrer unterwegs ist, desto höher ist seine Trittfrequenz. Dadurch leistet er viel, ohne Muskeln und Gelenke stark zu belasten. Das Fahren mit höherer Frequenz ist allerdings eine Übungssache, das muß man sich angewöhnen. Die üblichen Elektroantriebe liefern aber am meisten Unterstützung, wenn mit hoher Kraft getreten wird, das kann man aber nur bei niedriger Trittfrequenz. Also wird man sich eher an die niedrige Trittfrequenz gewöhnen, die die meiste Unterstützung zur Folge hat (und die die natürliche Frequenz eines Nicht-Radfahrers ist). Meist kann man auch schon weit vorher an der Trittfrequenz erkennen, ob einem ein elektrifiziertes Rad entgegen kommt oder nicht: Wer langsam stampfend flott fährt, tut dies meist mit Motor.

Was heißt das alles? Als geübter Radfahrer sollte man gut überlegen, wenn man elektrische Unterstützung möchte. Viele Räder sind nicht nur bleischwer und ohne elektrische Unterstützung kaum fahrbar, sondern sind aus obigen Gründen auch keine gute Wahl. Im schlimmsten Fall führen sie dazu, daß man seinen flüssigen Tritt verliert. Zusammen mit einer Portion Fitness, weil man sich auf den üblichen Strecken weniger anstrengt. Da sollte man die zusätzliche Energie schon dazu nutzen, die Strecken zu verlängern.

Heute möchte ich zwei Räder vorstellen, die genau das tun: Sie bieten Unterstützung für sportliche Radfahrer, um längere Strecken möglich zu machen, aber meist ohne Unterstützung gefahren zu werden. Die meisten Reiseradfahrer standen nicht nur einmal vor der Entscheidung, ob man nicht lieber da halt machen soll, wo man ist. Klar, zwei Dörfer weiter liegt der schöne Campingplatz, das schnuckelige Hotel oder das leckere Restaurant vom letzten Mal, aber man hat schon so einige Kilometer in den Beinen und der Tag war heiß. In solchen Fällen hat man mit Unterstützung einfach mehr Möglichkeiten. Oder kann doch ein paar Wechselklamotten mehr mitnehmen, ohne vor den steileren Bergen Angst haben zu müssen.

Wichtig: Man kann die Räder ganz normal ohne Unterstützung fahren. Der Vivax-Antrieb bietet bei höherer Trittfrequens die meiste Unterstützung, er ist für sportliche Radfahrer gemacht. Angeblich ist er ja sogar bei Profis beliebt, gesünder als EPO und ähnliches ist ein Motörchen sicherlich. Zudem ist der Antrieb sehr dezent im Sitzrohr untergebracht. Bei einem Reiserad nicht verkehrt, es bleibt ja schon mal irgendwo angeschlossen stehen und soll dann dezent genug sein, nicht die falschen Bewunderer anzulocken. Die Räder wiegen mit allem drum und dran, Akku, Rohloff, kompletter Lichtanlage, Tubus Gepäckträgern und den nicht gerade federleichten Brooks Sätteln etwas über 17 kg. Das macht sie nicht zu Leichtgewichten, aber viele ähnlich ausgestattete Reiseräder wiegen genauso viel, nur ohne Vivax. Die Rohloff wird natürlich mit einer Rohbox angesteuert, um mit den Bremsschalthebeln zu schalten.

Wie man sieht, sieht man nicht viel. Die Räder sind betont dezent gestaltet, um auf Reisen nicht aufzufallen. Nichts ist ärgerlicher als ein Rad, das nicht mehr da ist.

Das ist fast schon alles, was man vom Vivax-Antrieb sieht. Auf Höhe der Kette sitzt eine der Schrauben, mit der der Antriebsmotor befestigt ist. Der Bereich ist durch ein aufgelötetes Edelstahlplättchen verstärkt.

Rohloffnabe mit Kettenspanner, eine langlebige und wartungsarme Kombination.

An der Sattelklemme fehlt noch die Abus-Sicherungsmutter, die den Klau des Sattels mit Stütze verhindert. Die wird erst bei der Abholung montiert, damit die Sattelhöhe noch bequem eingestellt werden kann.

Das Ansteuerungskabel für den Antrieb wird wie eine Bremsleitung sehr dezent im Oberrohr geführt.

Der Taster ist in der Oberlenkerhaltung bequem mit dem Daumen zu bedienen. Die Klingel sitzt an ihrem eigenen Anlötteil am Vorbau.

Die Scheibenbremsen wurden bewußt in mechanischer Ausführung gewählt, um auf Reisen möglichst robust unterwegs zu sein.

Hier noch die Befestigungsschraube des Motors auf der linken Seite. Muß man schon drauf achten…

Für die Vollausstattung am linken Ausfallende fehlt nur noch eine Anhängerkupplung. Und auch das wäre ohne Unterlegscheibentürme gut machbar. Viele verstellbare Ausfallenden haben Probleme, alles unterzubringen. Deshalb bevorzuge ich feste Ausfallenden. Gut zu sehen hier am Ausfallende die Edelstahloberflächen, die dafür sorgen, daß sich kein Lack abschabt und Bremse und Scheibe immer in derselben Position sitzen. Das ist wichtig für eine gute Funktion der Scheibenbremse.

Nochmal die Kabelführung im Oberrohr.

Viele Grüße,

Georg Blaschke

Fallhöhe

Jeder Radfahrer kennt seine Fallhöhe. Meine ersten Stürze habe ich direkt bei meiner ersten Fahrt mit rund 3 Jahren absolviert. Es hat ein paar Stürze gedauert bis erkannt wurde, daß sich ein offenes Schuhband immer um eine Pedalachse wickelte und so nach ein paar Umdrehungen zum Sturz führte. 🙂 Seitdem bemühe ich mich, nicht zu häufig zu stürzen, aber vor ein paar Wochen hat es mich wieder erwischt und trockener Lehmboden im Wald ist recht hart. Der Helm hat zum Glück seine Schuldigkeit getan, aber seitdem geht hier mit einer immer noch lädierten Schulter alles etwas langsamer voran. Ich muß da um noch mehr Geduld als üblich bitten.

Eine Fallhöhe gibt es oft auch in Witzen und ist da die Bezeichnung für eine unerwartete Wendung.

Und ich würde es auch Fallhöhe nennen, was man im Radverkehr erleben kann. Als gebürtiger Münsteraner ist man sicherlich verwöhnt, wurde Münster doch gerade wieder zur fahrradfreundlichsten Großstadt gewählt. Schweinfurt dagegen landete in Bayern auf auf dem verdienten letzten Platz. Seitdem ich vor 20 Jahren hergekommen bin, hat sich in Schweinfurt viel Positives getan, aber verkehrstechnisch bleibt es sehr ungünstig. Und für Radfahrer fehlt offensichtlich jegliches Verständnis. Auch ein Verständnis dafür, daß mehr Radverkehr einige Verkehrs- und andere Probleme lösen könnte, wie man uns in Kopenhagen vorrechnet. Stattdessen wird alles dafür getan, die zahlreichen Radfahrer des Mainradweges durch die womöglich schrecklichste Kreuzung des Abendlandes von einem Besuch schon im Vorfeld abzuhalten. Sie könnten womöglich in der Innenstadt etwas einkaufen. Einer Innenstadt, in der weiterhin davon geträumt wird, daß gute Erreichbarkeit per Auto gute Umsätze garantiert. Es mag Ausnahmen geben, aber die attraktiven Innenstädte, die ich so kenne, sind mehr oder weniger autofrei. Wer will schon an einer vielbefahrenen Straße im Cafe sitzen oder von Geschäft zu Geschäft schlendern?

Wie der Herr, so´s Gescherr, könnte man sagen, wenn man dann noch von Schweinfurt hier in das beschauliche Geldersheim radelt. Daß es hier nur einen einzigen Radweg gibt, den nach Schweinfurt, ist ja in Ordnung. Niemand würde von einem Dorf erwarten, groß Radwege zu bauen. Aber daß dieser Radweg jetzt saniert werden müßte und man sich das sparen möchte, ist schon ein starkes Stück. Stattdessen sollen die Radler jetzt über eine Straße am Sportheim umgeleitet werden. Einer Straße, die bei Veranstaltungen randvoll mit parkenden Autos ist. Im schlimmsten Fall haben die ausparkenden Autofahrer, an denen man sich dann vorbeischlängeln darf, im Sportheim nicht nur Wasser getrunken. Meine Bedenken in dieser Hinsicht hat der Bürgermeister mit dem nicht recht widerlegbaren Hinweis, dieselben Autofahrer wären dann doch sowiso in Geldersheim unterwegs und dort gäbe es ja auch keine Radwege, entkräftet. Ich denke, mehr muß man dazu nicht sagen. Ich lebe hier gerne, aber fahrradtechnisch gibt es zwischen Münster und Schweinfurt/Geldersheim doch eine gewisse Fallhöhe. 🙂

Aber vielleicht hat der Herr Bürgermeister ja auch Recht? Nun, Geldersheim ist nur bedingt mit New York zu vergleichen, aber auch Fahrradwege haben ihre Tücken:

Da weiß man nicht mehr, ob man lachen oder weinen möchte. Ich tendiere trotz allem zum Lachen, die Welt ist traurig genug.

Viele Grüße,

Georg Blaschke

Der Original GEBLA Reifen-Humidor

Gleichermaßen Segen und Fluch bei einem Rad vom Rahmenbauer ist, daß man sich alles aussuchen kann. Oder auch muß. Zum Beispiel die Größe der Laufräder. Noch vor ein paar Jahren hatte ein Mountainbike 26 Zoll Laufräder, praktisch alle anderen Erwachsenenräder 28 Zoll. Heute gibt es bei allen Rädern die Laufradgrößen 26″, 27,5″ bzw 650B und 28″ bzw 29″. Das macht es nicht unbedingt einfacher und für erhebliche Ungewißheit sorgt die Frage, wie es denn weitergeht. Vor allem werde ich gefragt, ob man noch 26″ wählen sollte, wo das doch bald ausstirbt und es keine Ersatzteile mehr geben wird.

Ich rate eigentlich immer dazu, die Größe vor allem nach der Körpergröße und nach dem gewünschten Fahrverhalten auszuwählen. Es ist völlig unsinnig, sich als kleinere Person ein Rad mit 28″ oder 29″ Laufrädern zu wählen. Dann hat man vielleicht in zehn Jahren eine größere Auswahl an Ersatzteilen, ist aber zehn lange Jahre ein unvorteilhaftes Rad gefahren! Falls es überhaupt so ist, daß es dann weniger Ersatzteile für 26″ geben sollte. Der Bestand an Rädern mit der Größe ist so groß, daß sich kein Reifen- oder Felgenhersteller den Ersatzteilmarkt entgehen lassen wird. Andersherum ist es ähnlich: Momentan ist bei Randonneuren die Laufradgröße 650B sehr angesagt. Die ist historisch entstanden, um bei vorhandenen Rennrahmen breitere Reifen fahren zu können. Dazu mußten die Felgen kleiner werden. Es ist schön, diese Laufradgröße heute wieder als zusätzliche Möglichkeit zu haben. Aber wenn man 1,90m groß ist, sollte man vielleicht doch eher 28″ Zoll wählen. Als die Größe 650B entstanden ist, waren die Menschen durchschnittlich 10cm kleiner als heute, auch das sollte man bedenken.

Manche raten schon dazu, sich mit Ersatzteilen wie Felgen und Reifen zu bevorraten, um gerüstet zu sein, wenn Laufradgrößen aussterben sollten. In gewissem Rahmen kann das sicherlich sinnvoll sein, wenn man bestimmte Lieblingsteile hat. Felgen sind praktisch unbegrenzt lagerfähig und nicht allzu teuer, da bietet sich das an. Bei Reifen wird das schon schwieriger, die müssen vernünftig gelagert werden. Da kommt mir doch gleich die passende Idee:

Der Original GEBLA Reifen-Humidor!

Natürlich sorgt der original GEBLA Reifen-Humidor für die ideale Temperatur und Feuchtigkeit, schädliche UV-Strahlen werden abgehalten. Aber der Originale GEBLA Reifen-Humidor eröffnet ganz neue Möglichkeiten! Endlich können Sie ihre Freunde zu einem gepflegten Tasting einladen, auch wenn Sie keinen Whisk(e)y oder Gin mögen. Öffnen Sie den Original GEBLA Reifen-Humidor und genießen Sie erst einmal den frischen Geruch gut gelagerten Gummis. Dabei kann man schon mit theoretischem Wissen glänzen: Unterschiedliche Kautschuksorten, Anbaugebiete, der Einfluß der Rindenritzmuster auf die Qualität des Rohkautschuks, auch die Bestimmung der Güte und Anzahl der Baumwollfäden der Karkasse, die Wichtigkeit des Reifenprofils natürlich. Dann nimmt man einzelne Reifen aus dem Original GEBLA Reifen-Humidor heraus und befühlt die griffige Oberfläche, erlebt durch sanftes Biegen die unerreichte Flexibilität der ägyptischen Baumwolle und durch intensives Schnüffeln das Aroma eines ausgesuchten Jahrgangskautschuks. Ja, da spürt man regelrecht, daß die Kautschukzapfer Mokassins aus Hirschleder trugen, um den Urwaldboden nicht zu verdichten! Wie bitte? Ihr müßt schon gehen? Müßt morgen früh raus? Schade, gerade wo es interessant wird…

Viele Grüße,

Georg Blaschke