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Alles muß man selbst machen…

Vor kurzem habe ich erfahren, daß die Firma Rockenstein, bei der meine Rahmen üblicherweise beschichtet wurden, die Bearbeitung von einzelnen Rahmen einstellt. Schade. Nicht nur, weil ich mir jetzt einen neuen verläßlichen Lieferanten für Pulverbeschichtungen suchen muß. Sondern auch, weil es schlicht Spaß gemacht hat, mit Alexander Rockenstein und Heike Zehner zusammenzuarbeiten.

Allerdings ist der Wechsel bei Naßlackierungen nicht ganz überraschend für mich, da ich meine Rahmen in Zukunft sowieso selbst lackieren werde. Bis zum Ende des Jahres wird die Lackierkabine einsatzbereit sein und dann kann es losgehen.

Es gibt mehrere Gründe für mich, das selbst zu machen:

Erstens gibt es nur wenige Lackierer in Deutschland, die sich auf Fahrräder spezialisiert haben. Das ist für das Ergebnis aber wichtig, da sich die Arbeitsweise doch deutlich von dem üblichen Produkt Auto unterscheidet. Am Auto gibt es große Flächen, am Fahrrad viele kleine blöde Ecken. Kaum ein Autolackierer hat darauf Lust.

Zweitens kommt dann in Zukunft alles aus einer Hand. Das ist wichtig für die Qualität, vor allem den Korrosionsschutz. Ich kann den Rahmen direkt nach dem Strahlen auch lackieren, das machen viele Lackierer nicht, falls sie überhaupt selbst strahlen. Direkt nach dem Strahlen ist Stahl extrem korrosionsanfällig. Wartet man da, entstehen die ersten Rostkeime.

Drittens gibt es zwei Transportvorgänge weniger. Es kommt ja bei guter Verpackung nicht häufig vor, aber gibt es eine Lackmacke durch den Transport, ist der Aufwand groß. Dann geht alles von vorne los.

Gute Gründe also, selbst Hand anzulegen, auch wenn es letztlich aufwendiger und teurer ist als es machen zu lassen. Aber damit sind wir wieder bei Punkt eins. Bei Pulverbeschichtungen sieht die Sache zum Glück besser aus, da gibt es mehrere Firmen, die sich auf Fahrräder spezialisiert haben und gute Arbeit abliefern.

Viele Grüße,

Georg Blaschke

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Unterwegs…

Ich freue mich immer sehr, Fahrräder im Einsatz zu sehen. Umso mehr, wenn Sie von mir gebaut wurden. Aber bei diesem Rad mußte ich auch erst mal die Suche bemühen, um herauszufinden, wo es sich überhaupt herumtreibt. Kap Kolka ist das Stichwort, das einen nach Lettland an die Ostsee führt.Toll!

 

Auch für uns geht es zwei Wochen mit Fahrrädern an die Ostsee, aber ganz so weit werden wir wohl nicht kommen… 🙂

Viele Grüße,

Georg Blaschke

Alles blau, macht der Juli

Ich hatte beim letzten Mal schon angekündigt, daß die Serie der grünen Räder ein Ende hat. Beziehungsweise unterbrochen wird, das ist noch nicht ganz raus. 🙂

Am Freitag wurde ein Rahmen abgeholt, der ganz deutlich nicht grün ist, sondern ziemlich blau. Es ist ein Tourenrahmen für den Alltag. Es macht mit einem schönen Rad einfach mehr Spaß, zur Arbeit zu radeln. Zudem ist es ein Wolf im Schafspelz: Für den Normalbürger sieht das mehr oder weniger nach einem Hollandrad aus, aber Rohrsatz und Fahrverhalten entsprechen eher einem Rennrad. Allerdings alltagstauglich mit Licht, Rohloffnabe, Scheibenbremsen und Schutzblechen, die hier übrigens in Rahmenfarbe lackiert sind. Darunter verbergen sich die guten Edelstahlbleche von Gilles Berthoud. Natürlich dürfen auch Anlötteile für ein rahmenfestes Schloß nicht fehlen. An der blanken rostfreien Kettenstrebe könnte allerdings doch dem einen oder anderen auffallen, daß dies kein ganz normales Hollandrad ist. 🙂

 

Auch das Sitzrohr besteht aus rostfreiem Stahl.

Am linken Ausfallende erkennt man den Rohloffrahmen. Davor sieht man die zwei durchgehenden Gewindehülsen der Ständerbefestigung und den Austritt des Lichtkabels. An der rechten Kettenstrebe ist ein Kettenfänger angelötet.

Auch das Tretlagergehäuse besteht aus rostfreiem Stahl.

Der Eintritt für die hintere Bremsleitung liegt auf der rechten Seite, da die hintere Bremse bei diesem Rad mit dem linken Hebel betätigt wird. Dann verläuft die Bremsleitung harmonischer.

Die gebogenen Gabelbeine passen gut zu dem klassischen Auftritt dieses Rahmens. Für den Fahrkomfort spielt es praktisch keine Rolle, ob die Gabelbeine gerade oder gebogen sind.

Das vordere Schutzblech ist schon für die verdeckte Befestigung vorbereitet, die vordere Schraube dient zur Befestigung der Lampe.

Ein pasender Vorbau gehört auch dazu. Das Steuerrohr ist im Durchmesser 1 Zoll ausgeführt, um möglichst viel Komfort zu erzeugen.

Ich bin schon gespannt auf die Bilder vom aufgebauten Rad!

Viele Grüße,

Georg Blaschke

Grüner wird´s nicht…

Zum Glück muß ich nur selten Autofahren. Es ist nicht so, daß ich ungern Auto fahre, es geht mehr um das müssen und um den Zeitpunkt. Morgens im Berufsverkehr kann es schon eine Plage sein. Da fehlt doch vielen die Gelassenheit, wenn es an der Ampel losgeht, um dann dreihundert Meter doch wieder vor der nächsten zu stehen. Wer da nicht rasant beschleunigt, erzeugt hinter sich hochrote Köpfe. Ob die Köpfe „Grüner wird´s nicht!“ oder etwas anderes brüllen, ist nur zu vermuten.

Als Radfahrer ist man da naturgemäß gelassener. Da käme man nie auf die Idee, zu spurten wie ein Verrückter, nur um vor einer Ampel scharf bremsen zu müssen. Man spürt halt die Energieverschwendung ganz direkt und muß auch direkt dafür bezahlen. Entweder weil man unnötig schwitzend im Büro ankommt oder weil man auf einer längeren Tour mit seiner Energie schlicht haushalten muß, um überhaupt nachhause zu kommen. Als Autofahrer reicht es völlig, im Kollegenkreis über die Spritpreise, die Regierung, Donald Trump und die Schummeleien der Autohersteller zu granteln. Und über die Werkstatt, die schon wieder eine saftige Rechnung gestellt hat. Daß der Bremsenverschleiß und der Verbrauch direkt mit dem nervösen rechten Fuß zusammenhängen, spürt man eben anders als ein Radfahrer nicht direkt…

Aber auch Radfahrern wird manchmal ganz schön grün. Man könnte fast schon an eine Verschwörungstheorie glauben, so oft wie hier in der letzten Zeit grüne Räder auftauchen. Aber warum auch nicht, Grün ist eine durchaus schöne und empfehlenswerte Farbe und es sind ja nicht alle Räder gleichgrün. Da gibt es dunkelgrün metallic, mittelgrün metallic, grüne Lasur über Silber und hier nun Lime Frog.

Es sind auch nicht alle Räder gleichgroß. Die Laufradgröße ist hier 650B, etwas kleiner als 28″. Für nicht allzu große Rahmen ist das perfekt. Manchmal wird 650B als die ideale Laufradgröße für Randonneure bezeichnet, aber ich würde das immer von der Körpergröße abhängig machen. Bei sehr kleinen oder großen Rahmen ist es eben nicht mehr ideal. Da sollte man schon einen ganzheitlichen Ansatz verfolgen, wie es immer so schön heißt. Das gilt auch für die Komponenten, die zueinander passen sollten. Selbstverständlich ist es auch möglich und oft sinnvoll, schon vorhandene Komponenten zu nutzen. In diesem Fall zum Beispiel die Schalter und Bremsen.

 

Mit kleiner Ortlieb Tasche hinten und Lenkertasche. Auch ein Lowrider ist vorgesehen.

Etwas Spezielles ist die Halterung für den Klickfix Lenkeradapter. Üblicherweise wird das Kabel um Lenker und Vorbau herumgeführt, was immer zu Lackmacken führt. Hier sorgt ein Röhrchen aus rostfreiem Material für die sichere Befestigung.

Unter der grünen Lasur sind die Schweißnähte schön zu sehen.

Alle Züge und die Lichtkabel sind innen verlegt.

Die Übersetzung ist mit maximal 36 Zähnen hinten und 34/44 Zähnen vorne für Touren und auch steilere Anstiege ausgelegt.

Die mechanischen Scheibenbremsen sind verläßlich und funktionell.

Der Gepäckträger bietet die kombinierten Befestigungspunkte für große und kleine Ortlieb Taschen.

Ach, bevor ich es vergesse: Das nächste Rad wird blau. 🙂

Viele Grüße,

Georg Blaschke

Mutig Mutig

Es gibt ja Dinge, die man tunlichst vermeiden sollte. Ein Wechsel der Kette am Vorabend vor einer wichtigen Veranstaltung gehört zum Beispiel dazu. Die Chance, das die neue Kette dann mit dem schon benutzen Ritzel oder Zahnkranz nicht funktioniert und überspringt, ist einfach zu groß. Erst recht sollte man natürlich kein neues und unerprobtes Rad für ein Rennen oder eine wichtige Veranstaltung einsetzen. Und dann noch mit nagelneuem Ledersattel? Tja, meine Kunden sind leider notorisch mutig und machen es regelmäßig trotzdem. Der grüne Randonneur von neulich ging direkt am Folgetag auf ein Brevet, bei dem gefühlt die von mir bisher im Jahr gefahrenen Kilometer an einem Tag abgehandelt wurden. Der dunkelgrüne Randonneur von diesem Wochenende wurde direkt nach Hause in das schöne Thüringen geradelt, auch das sind gut dreistellige Kilometer. Dieses Vertrauen macht mich sehr stolz, aber immer auch etwas nervös. Zum Glück bin ich bei der Montage sowieso äußerst pingelig, anders geht es nicht.

Ach, Sie kennen den dunkegrünen Randonneur von diesem Wochenende noch gar nicht? Dann soll sich das ändern, es geht um das Rad mit der Glückszahl 17. Das ist nämlich doch noch mal fertig geworden und mittlerweile zuhause angekommen.

Hier ein paar Bilder. Erst einmal ein ganz normaler Randonneur, allerdings mit ein paar Besonderheiten. 🙂

Die Frontlampe ist hängend unter dem Vorbau angebracht, die Lichtkabel verlaufen innen im Gabelschaft.

Da jedes Rad bei mir ein Einzelstück ist, sind Sonderwünsche generell machbar. So wie hier die Initialen am Sitzrohr und auch eine spezielle Gestaltung der Sattelmuffe mit Sitzrohrmüffchen. In der Sonne sieht das Dunkelgrün Metallic besonders schön aus. Übrigens eine alte Porsche-Farbe.

Auch der Gepäckträger weist eine Besonderheit auf: Zwei Klemmbereiche für Ortlieb Satteltaschen, so daß man hinten je nach Bedarf Back- und Frontroller fahren kann.

Der Lowrider ist für die kleineren Frontroller ausgelegt.

Endlich habe ich mal daran gedacht, die Montage der Kleinteile für einen steckerlosen SON Nabendynamo zu fotografieren. Auch dort sind wie bei mir üblich die Kontaktflächen lackfrei in rostfreiem Stahl ausgeführt.

Und so sieht die Außenseite aus.

Fast hätte ich es vergessen. 🙂 Das Rad schaltet mit einer Rohbox. 🙂

Viele Grüße,

Georg Blaschke

 

P.S. Es haben mich auch Bilder von der Heimfahrt erreicht:

 

Die Firma Rockenstein kennen viele meiner Räder, bevor sie überhaupt das erste Mal gefahren werden. 🙂

Dazu der Kommentar:

„Hallo Herr Blaschke,

hier noch ein paar höherwertige Bilder von unterwegs inkl. einem „Spezialbild“. 🙂 Das Rad macht immer noch Spaß, würde es bei Verlust genauso nochmal bauen lassen. Läuft sehr gut und ist doch noch gut wendig, so wie ich es wollte. Der Sattel ist übrigens für einen uneingefahrenen Ledersattel sehr bequem.“

Mehr kann ich mir nicht wünschen…

Viele Grüße,

Georg Blaschke

Froschwanderung

Nun, einen ausgewachsenen Randonneur mit Fröschen in Verbindung zu bringen könnte man schon despektierlich nennen. Aber erstens kann man momentan zum Beispiel bei einer Radtour diese Tierchen allerorten hören. Zweitens haben Umfragen ergeben, daß 84 Prozent aller Laubfrösche von der Farbe des vorzustellenden Randonneurs begeistert sind und drittens sind es bei den Grasfröschen sogar sagenhafte 96 Prozent.

Auch wenn damit klar sein sollte, daß mir die Farbe gut gefällt: So ein Fahrrad hat ja auch innere Werte. Über den Rahmen brauche ich wahrscheinlich gar nicht viele Worte zu verlieren: Alles, was ein Randonneur bieten sollte, ist vorhanden, auch Gepäckträger und Lowrider sind vorgesehen. Teil des Systems ist ein vorderer Gepäckträger aus rostfreiem Stahl, an dem auch die Lampe montiert ist und der eine wunderschöne vordere Gepäcktasche aufnimmt. Von der ich leider kein Bild habe, aber vielleicht ändert sich das noch. Das Sitzrohr ist aus rostfreiem Stahl, die Geometrie mit horizontalem Oberrohr und gebogener Gabel ist gewollt traditionell.

Geschaltet wird elektrisch mit der neuen Shimano Ultegra DI2. Manche empfinden das als Widespruch an so einem klassisch anmutenden Rad, aber ich sehe das nicht so. Ich baue ja keine Räder für ein Museum, sondern für die Leute, die gut und gerne damit fahren sollen. Dazu gehört für mich, sinnvolle Technik zu verwenden. Das muß nicht immer der letzte Schrei sein: Ein guter Stahlrahmen ist nach wie vor ein tolles Stück Technik. Ein aktueller Carbonrahmen ist sicherlich leichter, aber bietet für seinen Nutzer in der Summe seiner Eigenschaften nicht unbedingt mehr Nutzen. Bei der DI2 ist definitiv gegeben, daß sie gut funktioniert, für mich die wichtigste Eigenschaft. Sie ist hier mit einem hinteren größten Ritzel mit 36 Zähnen kombiniert, damit deckt die Übersetzung einen sehr großen Umfang ab, nicht unwichtig für ein ausgesprochenes Touren- und Langstreckenrad.

Der früher unter dem Vorbau platzierte Connector sitzt jetzt viel besser aufgehoben im Lenkerende. Dort wird auch einfach mit USB aufgeladen.

 

Zur Langstreckentauglichkeit gehört bei einem Randonneur natürlich auch eine solide Lichtanlage. Ein guter Nabendynamo und LED-Lampen vorne wie hinten sind ja zum Glück mittlerweile Stand der Technik.

Bei diesem Rad ist als Besonderheit noch der Anschluß eines USB-Laders vorgesehen. Der steckt dann in der Tasche auf dem vorderen Gepäckträger und wird bei Bedarf einfach eingesteckt. Hier zu sehen sind die vorbereiteten Stecker:

Noch ein paar Bilder:

Die Lackierung stammt übrigens von Gerrit Hardtke alias CycleArt Berlin.

Noch mehr vom Rad zu sehen gibt es auf meiner website.

 

Viele Grüße,

Georg Blaschke

 

Meine Glückszahl ist die 17

Man fällt ja doch immer wieder auf Werbung rein. Beziehungsweise Werbung fällt auf, wenn sie ihren Zweck erfüllen soll, mag man sie auch für noch so affig halten. In der letzten Zeit fällt mir immer wieder Werbung von Lotto auf, in der Leute ihre Glückszahl vorstellen. Pech natürlich, daß man schon ein paar Glückszahlen mehr braucht, um abzuräumen.

Es ist nicht so, daß ich nie Lotto gespielt hätte. Mitte der 90er Jahre habe ich es zwei mal versucht. Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, kam damals der sich ständig vergrößernde Jackpot auf und stand irgendwann bei über 40 Millionen DM. Als Student hätte ich das Geld gut gebrauchen können, wurde allerdings bitterlich enttäuscht und mußte daraufhin weiterhin so spannende Dinge wie Fördertechnik oder Steuerungs-und Regelungstechnik in mich hineinlernen. Damals hätte Lotto ganz ohne teure Werbung die Möglichkeit gehabt, mich zum lebenslang dankbaren Anhänger des Lottospiels zu gewinnen. Zwei mal schnöde abgewiesen läßt mich heute die Werbung völlig kalt. Und wenn mir 49 Glückszahlen empfohlen werden…

Der Bau von Fahrrädern hat ganz anders als das Lottospiel nicht viel mit Glück zu tun. Vor allem mit Arbeit, daneben aber auch mit umsetzbaren Ideen und guter Planung. Der Bau des Rahmens ist nicht die eigentliche Hürde, das erscheint nur nach außen so. Jeder passable Handwerker könnte nach einiger Übung einen vernünftigen Rahmen bauen. Auch gute Ideen gibt es viele, aber da wird es schon knackiger: Sind die Ideen technisch sinnvoll umsetzbar? Ich hatte immer schon den Vorteil, umsetzbare technische Lösungen praktisch aus dem Ärmel schütteln zu können und konnte das in meinen dreizehn Jahren in der Entwicklung bei SRAM perfektionieren. Die gute Planung halte ich aber für das Wichtigste: Jeder, der bei mir ein Rad bestellt hat, hat mehr oder weniger wörtlich zu hören bekommen: „Wir machen Entwürfe und Änderungen, bis alles paßt, erst dann wird gebaut.“ Ich meine das ernst. Es ist klar, daß alles möglichst schnell gehen soll, wenn man sich dazu durchgerungen hat, ein Rad zu bestellen. Um so nerviger ist dann das Warten, bis es endlich losgeht mit dem Bau. Aber die Zeit bis zum Bau ist eigentlich die wichtigere, hier werden die Entscheidungen getroffen.

Aktuell baue ich ein Rad, für das ich siebzehn Entwürfe gemacht habe. Ja, 17. Das ist mein Rekord und ja, lieber siebzehn Entwürfe machen als das falsche Rad zu bauen. Allerdings wären im Nachhinein nicht so viele Schleifen nötig gewesen: Bei der Sattelposition sind wir zu lange davon ausgegangen, daß ein Rad des Kunden die angegebenen 73° Sitzrohrwinkel auch wirklich hat. Erst ein Nachmessen hat dann ergeben, daß es nur 71,2° waren. Das hat dann alle Widersprüche erklärt und danach war es ein Kinderspiel. Also: Dranbleiben, bis alles paßt!

Das ist schon ein Luxus, so arbeiten zu können. Wobei: Luxus ist das falsche Wort. Mir sitzen natürlich längst die nächsten Kunden im Nacken, die auch gerne mal an die Reihe kämen. Und auch für die ist es nicht leicht, warten zu müssen. Aber was passiert, wenn man den Eröffnungstermin für das Wichtigste hält, sehen wir an dem schönen neuen Hauptstadtflughafen, der bekanntlich 2012 eröffnet wurde. Übertragen auf das Fahrrad wäre es in etwa so, als würde ich Ihnen ein Fahrrad versprechen: Das Ihnen viel zu klein ist. Das keine Beleuchtung hat, auch wenn Sie damit gerne in der Dunkelheit fahren würden. Das schon jetzt die Luft nicht hält, die Schläuche aber nicht flickbar sind und auch eine sonst unbekannte Sondergröße aufweisen. Das Sie schon zwei mal voll bezahlt haben und das Sie auch 2020 nicht geliefert bekommen werden. Gut, daß die Gebrüder Wright als erfahrene Fahrradbauer nicht auf einen Flughafen warteten, bevor sie ein funktionierendes Flugzeug gebaut haben…

Auf meiner website gibt es mehr vom Rad und dessen Entstehung zu sehen:

Viele Grüße,

Georg Blaschke