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Ich will ja nicht lästern, aber…

Ich will ja nicht lästern, aaaber… Irgendsowas bekommt man am Kopierer zu hören, bevor einem Kollege Winkelmann hinter vorgehaltener Hand erzählt, daß der Kollege Kuhauge, der aus der Registratur, letztes Wochenende im Jogginganzug, IM JOGGINGANZUG, am Glascontainer gesehen worden sein soll. Und einiges einzuwerfen habe er wohl auch gehabt!

Als ich mit 15 Jahren anfing, nachmittags im Radsportgeschäft Velodrom in Münster zu arbeiten, habe ich unglaublich viel gelernt. Viel über das Fahrrad selbstverständlich, aber auch viel über das Leben, vor allem vom Seniorchef Gunnar Düsener. Eins der ersten Dinge war, NIEMALS schlecht über die Konkurrenz zu reden, sondern durch perfekte Beratung und Arbeit zu überzeugen.

Ich bemühe mich bis heute, mich daran zu halten. Wobei ich zugeben muß, daß es mich manchmal schon in den Fingern juckt bei den Bildern, die man im Netz so sieht. Aber lieber schreibe ich darüber, weshalb ich bestimmte Dinge so und nicht anders mache. Was ich mache, kann ich erklären. Bei so manchen Lösungen im großen weiten Internet bezweifle ich, ob die jemand erklären kann. Oder sagen wir mal, ob sie jemand schlüssig erklären kann.

Wie auch immer, manchmal muß ich auch Luft ablassen. Bei Teilen, die ich in der Werkstatt habe und die ich für nicht ungefährlich halte. So wie diese Gabel. Eigentlich sollte ich nur den Schaft verlängern, eine Standardreparatur. Es ist auf den Bildern nicht zu sehen, aber es handelt sich um eine sehr lange Gabel, Einbaulänge 470mm, die dadurch auch sehr hoch belastet ist. Schnell war festgestellt, daß das Schaftrohr völlig unverstärkt ist. Eigentlich hat ein Gabelschaftrohr im unteren Bereich eine Wandstärke von mindestens 2mm, dieses hier hat durchgehend von oben bis unten 1,6mm. Erstmal Rücksprache mit dem Kunden, ob es sich eventuell um ein Leichtbauprojekt für einen besonders leichten Fahrer handelt. Nein, ist es nicht. Würde auch keinen Sinn ergeben, denn es gibt verstärkte Gabelschäfte, die unten eine vernünftige Wandstärke haben, oben aber entsprechend dünnwandiger und damit leichter sind als ein Rohr mit durchgehend 1,6mm. Kostenersparnis? 20 Euro gespart für eine deutlich unsichere Gabel? Tut das wer für eine Handvoll Dollar? Ich weiß es nicht…

Ein Blick von unten auf das Schaftrohr läßt auch deutliche Krater im Rohr erkennen, die vom Schweißen komme. Bei solider Wandstärke wäre das nicht so kritisch, aber hier ist das schon sehr grenzwertig. Die Stelle ist hoch belastet, die steifen geschlossenen Segmente treffen auf das relativ flexible, da offene, Schaftrohr.

Der Konussitz ist angeschweißt, aber nicht rundherum. Jeder Anfang und jedes Ende einer Schweißnaht sorgt für sogenannte Kerben, von denen gerne Risse ausgehen. Und das an der höchstbelasteten Stelle der Gabel bei einem unverstärkten Schaft. Technisch besser ist es, den Konussitz zu löten.

Eine Grundregel bei belasteten Bauteilen ist es, Kerben, scharfe Übergänge und Steifigkeitssprünge (zB Übergang von dicken zu dünnen Bauteilen) zu vermeiden. Hier, am hochbelasteten Scheibenbremsadapter gibt es ein schönes Beispiel, wie es nicht aussehen sollte.

Immerhin weist der Schlitz der Ausfallenden in die richtige Richtung. Es ist zum Glück nicht alles schlecht auf dieser Welt. 🙂

Natürlich könnte man auch diese Gabel sicher machen, indem man den Schaft von innen verstärkt. Der Kunde möchte die Gabel allerdings lieber als Wandschmuck verwenden. Ich kann ihn verstehen…

Viele Grüße,

Georg Blaschke

Alles zwei, macht der Mai

Nun gut, man könnte zurecht einwenden, daß ja noch gar nicht Mai sei. Das ist richtig. Allerdings macht der Mai bekanntlich nicht alles zwei, sondern alles neu. Insofern stimmt es wieder, weil die Überschrift sowieso unsinnig ist. Aber im Frühling muß auch nicht alles sinnvoll sein.

Noch haben wir aber April, der die Natur recht grün werden läßt, wie man auf jeder Radtour deutlicher sehen kann. A propos Grün: Da habe ich doch wieder Bilder eines Rades im Einsatz bekommen:

Wobei die Bilder wenigstens auf meinem Monitor etwas täuschen: Das Rad ist wirklich so richtig Grün. 🙂

Auch die Zwei steht nicht ganz ohne Berechtigung in der Überschrift, denn für die Rohbox gibt es neue Federn und ein neues Transportrad, so daß sie jetzt pro Schaltschritt zwei Gänge schalten kann. Das neue Transportrad hat dafür eine optimierte Zahnform, für deren Herstellung auf einer speziellen Zahnradfräsmaschine ein spezieller Zahnfräser speziell gefräst werden mußte. Sie ahnen es, das kostet Geld, so daß die Rohbox 10 Euro teurer geworden ist. Dazu in den kommenden Tagen mehr, wenn ich Bilder gemacht habe.

A propos Bilder: Ich stelle hier ja gerne mal den Bau eines Rades vor und zeige dann auch das fertige Rad. Aber ich tue mich schwer, dann die Bilder in die Galerie der website zu übertragen. Und hier wandern sie mit der Zeit doch ziemlich nach unten. Da ich von jedem Bau sowiso viele Bilder mache, die der Kunde per email erhält, ist das alles viel Arbeit. Deshalb wird zukünftig der Bau eines Rades in der Galerie der website dokumentiert. So haben alle etwas davon: Sie können die Entstehung mitverfolgen und ich habe keine doppelte Arbeit. Den Anfang wird ein Randonneur machen.

Viele Grüße,

Georg Blaschke

Ist das jetzt 650B oder 27,5″?

In den letzten Jahren gab es durchaus Bewegung bei den Laufrädern. Bei Mountainbikes scheint sich nach dem Ausflug zu den 29ern jetzt 27,5″ als Standardmaß zu etablieren. 29″ war eben doch für viele zu groß. Bei Rennrädern gibt es breitere Felgen und Reifen, dazu wird die Radgröße 650B gängiger. 650B ist, salopp gesagt, 27,5″ mit schmaleren Reifen.

Wichtig für den Radfahrer ist eigentlich dabei nur, daß es mehr Auswahl gibt. Die Auswahl sollte sich nach Einsatzzweck und Körpergröße richten. Eine gewisse Portion Skepsis sollte immer vorhanden sein, wenn einem irgendeine Größe als das Nonplusultra schlechthin verkauft werden soll. Es ist eben ein Unterschied, ob man 165cm oder 195cm groß ist, da sollte die Laufradgröße schon halbwegs zur Rahmengröße passen.

Für einen Rahmenbauer ist das zum Glück kein Problem, man hat bei jedem Rahmen die Wahl. Hier möchte ich einen Randonneur mit 650B Laufrädern vorstellen, von dem ich neulich schöne Fotos bekommen habe. Wie die Staubschicht und die Bremsscheiben verraten, wurde das Rad schon ordentlich benutzt. Das freut mich am allermeisten.

Ein Hingucker an dem Rad ist sicherlich der vordere Gepäckträger für die Lenkertasche. Sowas gibt es auch von der Stange, aber passend gemacht ist er nochmal leichter und steifer und kann auf unnötige Verschraubungen zur Einstellbarkeit verzichten. Er nutzt zur Befestigung die Schutzblechbefestigung unter dem Gabelkopf und die Anlötösen des Lowriders. Die Kabel für Vorderlampe und Rücklicht laufen innen und er ist komplett aus rostfreiem Stahl. Und da man auf Einstellmöglichkeiten verzichten kann, ist er mit 250 Gramm nicht mal schwer.

Mir bleibt da hauptsächlich, Gute Fahrt zu wünschen. Und die Bilder zu zeigen:

Viele Grüße,

Georg Blaschke

Der Frühling ist bunt

„Ich sammle Farben“, sagte er nur, „denn der Winter ist grau.“

Ich weiß nicht, wie oft ich die Geschichte von Frederick und den anderen Feldmäusen vorgelesen habe, aber es war immer wieder schön. Vielleicht, weil ich sie schon aus der eigenen Kinderzeit kannte. Wahrscheinlich aber, weil sie einfach gut ist und das grundsätzliche Thema für jede Generation aktuell bleibt: Es gehört mehr dazu, den Winter gut zu überstehen als reine Nahrungsaufnahme.

Niemand weiß das so gut wie ein Radfahrer. Klar erledigt man auch im Winter seine Sachen mit dem Rad, aber das Gefühl einer richtigen Radtour kommt doch nicht so auf. Da träumt man gerne vom Duft und den Farben der Frühlingsblumen, während man an der Ampel im stinkenden grauen Dunst der Dieselzuheizer kaum zu atmen wagt. Oder man träumt vom Frühlingsrad…

Ein Crossrad mit frühlingshaft farbenfroher Tetris Lackierung ist dafür ideal. Man kann genauso längere Strecken fahren wie auch die kurze, windgeschützte Abkürzung durch den Wald zurück nehmen, sollte die Sonne täuschen und es unterwegs kalt werden. Endet das neuentdeckte Sträßchen als steiniger Feldweg, ist auch das kein Problem. Bergtauglich, bequem und verläßlich ist es sowiso.

Die Ausstattung ist reduziert wie beim Rennrad, aber die Scheibenbremsen erlauben Reifenbreiten knapp über 40mm.

Die hübschen Einstellschrauben stammen eigentlich von der Rohbox. Moderate Crossreifen von Conti mit dem altbewährten Diamantprofil rollen leicht und komfortabel auf der Straße, liefern aber auch im leichten Gelände viel Traktion.

Ein maßgeschneiderter Vorbau gehört dazu.

Der Hinterbau ist komplett aus rostfreiem Stahl gefertigt. Ein Ritzel und die Schaltung vom MTB machen das Rad auch auf schlechten Wegen bergtauglich.

Die Scheibenbremse ist wie bei mir schon lange üblich auf der steifen Kettenstrebe befestigt, hier mit dem für Rennräder geeigneten Flatmount-Standard.

Auch die vordere Scheibenbremse nutzt den Flatmount-Standard.

Leider gibt es momentan keine scheibenbremstauglichen Gabelbeine aus rostfreiem Stahl, dieses Rad würde sich dafür anbieten.

Viele Grüße,

Georg Blaschke

Früher war alles besser

Bei Fahrrädern ist ja das Schöne, daß es alles gibt. Man bekommt Räder, die mindestens Technologieträger für die erste bemannte Marsmission sein müssen (wenn man die technische Beschreibung des Marketings liest) genauso wie perfekte Nachbildungen der Räder aus dem angeblich goldenen Zeitalter der handgebauten Fahrräder. Beim Auto gibt es das nicht: Man stelle sich nur mal vor, jemand wollte heute wieder einen VW-Käfer bauen. Kein Airbag, kein Kat und keine Schummelsoftware: Also keine Zulassung. Und wenn die Zündung verstellt ist, sucht der Mechatroniker in der Werkstatt verzweifelt nach dem Stecker für das Diagnosegerät anstatt nach dem 10er Schlüssel. Man könnte ihn nicht mal reparieren lassen. Da müßte man schon irgendwohin, wo es noch nach Öl riecht und man nicht unbedingt vom Boden essen sollte. Das wiederum ist beim Fahrrad genauso: Einen alten Rahmen bekommt man nicht im Flagship-Store repariert, sondern zum Beispiel bei mir.

Immerhin kann man einen alten Fahrradrahmen in der Regel reparieren, meist auch noch für relativ wenig Geld. Relativ deswegen, weil die Reparatur durchaus den Wert des Rahmens übersteigen kann, absolut aber für dasselbe Geld beim Auto nicht einmal ein Scheinwerfer auszutauschen ist.

Und damit sind wie beim Thema, daß früher natürlich nicht alles besser war. Sonst müßte man einige Reparaturen an alten Rahmen ja gar nicht durchführen. Als Beipiel hier soll ein alter Koga Miyata dienen, ein schöner klassischer Randonneur mit verchromter Kettenstrebe und Ausfallenden. Kein schlechter Rahmen. Die Kettenstrebe ist gebrochen. Ursächlich für den Bruch sind die starken Eindrückungen an der Kettenstrebe in Kombination mit der Ständerplatte. Mit solchen Eindrückungen wurden damals Rahmen für breitere Reifen und Dreifach-Tretlager versehen.

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Um möglichst nahe an den Originalzustand zu kommen, wurde die Kettenstrebe durch eine rostfreie Strebe ersetzt. So muß nur im Tretlagerbereich nachlackiert werden.

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Wie auf den Bildern zu sehen ist, habe ich die Verformungen der Kettenstreben anders gestaltet als im Original, eher oval gedrückt als eingekerbt. Schon vor rund 30 Jahren konnte man bei Hans-Christian Smolik nachlesen, daß starke Einkerbungen der Kettenstreben Auslöser für Risse sind. Wer lange genug im Geschäft ist, kennt sie auch aus Erfahrung.

Umso schlimmer finde ich, daß solche Einkerbungen teilweise wieder in Mode gekommen sind, wenn die Rahmen besonders traditionell aussehen sollen. Mal abgesehen davon, daß es zu den Grundlagen der Metallverarbeitung gehört, für eine lange Lebensdauer unnötige Verformungen und Kerben/scharfe Kanten aller Art zu vermeiden, haben sich auch die Rahmenrohre im Gegensatz zu früher eher zu festeren Stählen hin entwickelt. Bei dem weichen und dickwandigen Material eines Billigfahrrades ist so eine Einkerbung noch relativ unproblematisch, aber bei hochwertigen, festen Kettenstreben kann das schon einen Anriß bedeuten!

Es ist sinnvoll, nicht jedesmal das Rad neu zu erfinden. Aber wenn man Dinge übernimmt, sollten sie schon bewährt sein. Nicht alles war früher gut…

Viele Grüße,

Georg Blaschke

 

 

 

 

Leinen los

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, hier viel öfter zu schreiben. Im Winter ist ja sooo viel mehr Zeit vorhanden. Aber jetzt ist praktisch Frühling und hier steht immer noch nichts… Tja, vielleicht sollte ich einfach behaupten, das wäre Teil des Konzeptes und eine Demonstration für die und mein persönlicher Beitrag zur Entschleunigung dieser Welt? So wie heutzutage jeder Meter Fahrradfahren ein Stück weit Entschleunigung ist?

Das war ja mal anders, das Fahrrad stand früher auch für schnelle Fortbewegung, als die Konkurrenz noch das Pferd war. So wie das Schiff, das irgendwann einmal ein schnittiger Ozeanriese war, heute im Vergleich zum Flugzeug ein lahmer Gaul ist. Mal davon abgesehen, daß ein Fahrrad mindestens im Stadverkehr heutzutage wieder ein schnelles Fortbewegungsmittel ist (jetzt im Vergleich zum Auto), muß man bei Schiff wie Fahrrad die Reisezeit selbst als Teil des Ziels verstehen. Wenn nicht überhaupt die Fahrt selbst das Ziel ist. Dann machen das Reisen und selbst die Tour zum Supermarkt Spaß.

Auf Großer Fahrt ist mittlerweile auch ein Rad von mir, von dem ich hier bisher nur ein Bild vorgestellt hatte. Als Seemann versteht man etwas vom Reisen und weiß, wie wichtig ein tauglicher Untersatz ist.

Ich tue mich ja immer etwas schwer, Namen für Räder zu finden oder sie in Kategorien einzuordnen. Dieses Rad ist für Touren und Reisen gebaut. Mit Rohloff geschaltet, hydraulisch gebremst, eine Lichtanlage vom Feinsten, ein ausreichend steifer Rahmen mit Gepäckträger und vorbereitet für einen Lowrider, auf Wunsch gemufft und in Starblue Metallic lackiert.

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Auch das fertige Rad verheimlicht seinen Heimathafen nicht.

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Ein speziell angefertigter Gepäckträger ist auch funktionell eine feine Sache. Erstens sind die Stellen für die Taschenhaken blanker Edelstahl (wie in diesem Fall auch der Rest des Gepäckträgers), zweitens ist der Gepäckträger leichter und steifer, weil er ohne die zusätzlichen Verschraubungen durch die einstellbaren Befestigungselemente auskommt. Was in der Schiffahrt der Container ist, ist auf der Straße die Ortlieb-Tasche: Die Einhängungspunkte sind passend dafür positioniert.

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Es sind zudem noch weitere Transportmöglichkeiten vorhanden. Es ist zwar selten geworden, aber auch Stückgut muß manchmal transportiert werden. Ideal dafür ist ein rahmenfester Fahrradkorb und für den sind die hier zu sehenden Halterungen gemacht. Unten mehr dazu.

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Weitere Bilder:

Leider war der vorgesehene feste Fahrradkob noch nicht von der Beschichtung zurück, als das Rad abgeholt wurde. Also mußte er hinterhergeschickt und in Eigenregie montiert werden. Kein Problem: Wer 48000 PS unter Kontrolle hat, kommt mit 4 Schrauben spielend zurecht. 🙂

Da bleibt mir nur noch Gute Fahrt und immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel zu wünschen!

Viele Grüße,

Georg Blaschke

2017 – 200 Jahre Fahrrad

Tja, es kommt einem gar nicht so lang vor, aber das Fahrrad gibt es jetzt schon 200 Jahre. Es hat in dieser Zeit einiges bewegt und erfreut sich trotz meist stiefmütterlicher Behandlung durch die Politik recht guter Gesundheit. Vor immerhin 25 Jahren habe ich meinen ersten Fahrradrahmen gebaut: Ein kleines Jubiläum für die Fahrradgeschichte, aber ein großer Schritt für mich.

Zum 200 jährigen Jubiläum gibt es viele Veranstaltungen, eine Sammlung ist auf https://www.200jahre-fahrrad.de/kalender zu finden. Dort finden sich auch diverse lesenswerte Artikel zum Thema Fahrrad und Fahrradgeschichte, auch wenn sie nicht sonderlich in die Tiefe gehen und teilweise naturgemäß an Baden-Württemberg orientiert sind. Immerhin wurde die Seite vom dortigen Ministerium für Verkehr erstellt, was sehr lobenswert ist.

Wie ich in der Süddeutschen lesen durfe bzw. mußte, gibt es vom Bundesverkehrsministerium nämlich bislang keinerlei Planungen, das Jubiläum irgendwie zu begehen. Man muß eben manchmal Prioritäten setzen, da ist die zügige und durchdachte Einführung einer PKW-Maut halt wichtiger. Oder es ist kein Geld für Feierlichkeiten vorhanden? Schließlich hat der Bund deutliche Steuerausfälle zu verkraften, da viele Autos nach Euro 5 und 6 besteuert werden, aber diese Schadstoffklassen gar nicht einhalten. Da müssen die feinstaubgeplagten Städte eben ihre eigenen Feierlichkeiten veranstalten: Nicht nur, daß jeder mit dem Rad erledigte Weg gut für die Umwelt ist, praktisch ist die Lunge des Radfahrers die einzige Abgasreinigung, die ohne wenn und aber funktioniert! Wohl bekomms!

Also gibt es auch nach 200 Jahren noch viel, was man für das Fahrrad tun kann. Bei den vielen positiven und praktisch nicht vorhandenen negativen Auswirkungen des Radverkehrs sollte das eigentlich Chefsache sein. Da es das nicht ist, machen eben wir hier unten so gut weiter, wie wir können.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein Gutes Fahrradjahr 2017!

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Viele Grüße,

Georg Blaschke