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Eine Gute und eine Schlechte Nachricht

Ich hatte neulich schöne Bilder eines Kunden gezeigt. Leider gibt es dazu eine Schlechte Nachricht: Nein, man kann nicht immer an einem wunderbaren Oktobertag in malerischer Umgebung radfahren. Aber es gibt in diesen undankbaren Zeiten Hoffnung und eine Gute Nachricht: Mit dem passenden Fahrrad wird selbst der November schön!

Die folgenden Bilder sind an einem trüben Tag aufgenommen und zeigen schon als Foto, daß die Farbe sehr aufhellend wirkt. Nicht nur auf die Umgebung, auch auf das Gemüt.

Der Rest ist für regelmäßige Leser selbsterklärend und für alle anderen schnell runtergerattert: Rohloff mit Rennlenker und natürlich Rohbox, hydraulische Scheibenbremsen, maßgefertigter Gepäckträger, schwarz beschichtete Gilles Berthoud Schutzbleche, innenverlegte Züge, Compass Reifen und nicht zu vergessen: Ein gehöriges Maß an Liebe und Sorgfalt bei Herstellung der Teile und beim Aufbau.

Aber nun die Bilder:

 

Spezielle Ausfallenden mit Kupplungen für einen BobJak Anhänger. Man ist dadurch unabhängig vom Schnellspanner.

 

Der maßgefertigte Gepäckträger hat rostfreie Bereiche zum Einhängen der Packtaschen. Das Batterierücklicht ist fest montiert.

Der Schriftzug auf dem Unterrohr ist in rostfreiem Stahl ausgeführt.

Hier schön zu sehen die Seileinläufe für die Züge, die in drei rostfreien Röhrchen im Unterrohr laufen.

Befestigungspunkte vorne unter dem Oberrohr. Bei diesem Rad werden sie für den Akku einer Lupine Frontlampe genutzt werden. Auch für verschiedene Taschen und Schloßhalter kann das sinnvoll sein.

Die Zugausgänge der Schaltzüge vor dem Tretlager.

Übrigens hat sich der Kunde schon gemeldet: Er möchte die Reifen wieder herunternehmen. Nicht, weil sie im nicht gefallen, ganz im Gegenteil. Er möchte herausfinden, ob es an den Reifen liegt, daß das Rad so gut fährt. 🙂 Ich vermute mal, daß jedes Teil seinen Beitrag dazu leistet. Es gibt nicht das eine Teil, daß aus einem mittelmäßigen Rad einen Überflieger macht. Andersherum gilt dasselbe. Allerdings sind die Compass Reifen tatsächlich sehr gut und bieten durch ihre dünnwandige und flexible Karkasse auch dann viel Komfort und Bodenhaftung, wenn sie mit höherem Druck gefahren werden. Ich tue mich immer schwer, für Verschleißteile viel Geld auszugeben und die Compass Reifen sind nicht die günstigsten. Andererseits sind gute Reifen sicherlich sehr wichtige Komponenten für das Fahrverhalten und die Qualität ist hier deutlich eher spürbar als bei einer Sattelstütze. Insofern eine gute Investition. Zumal man die Reifen mittlerweile nicht mehr aus den USA bestellen muß, sondern in Berlin bei Dailybreadcycles fündig wird.

Viele Grüße,

Georg Blaschke

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Wer hat an der Uhr gedreht?

Das müßte man können, so einfach an der Uhr drehen. Dann würde ich die Uhr flugs auf Mitte Oktober stellen und zum Starnberger See fahren. Von dort sind nämlich die folgenden Bilder. Als ich gestern eine Runde gedreht habe, war es knapp über Null, es gab runde 200 Meter Sicht und der Nebel hat mich auch noch schön durchfeuchtet. Dazu sind durch die Rübenernte auch die Straßen noch stellenweise glatt. Aber was soll´s. Fahrradfahren ist letztlich auch bei widrigen Verhältnissen besser als Nicht Fahrradfahren. Das merkt man erst so richtig, wenn man mal ein paar Wochen aussetzen mußte.

Warm wird man dann zuhause wieder, wenn man dann schöne emails bekommt:

„Was ich mir dann unterwegs so gedacht habe: es ist einfach total angenehm, wenn man sich über das Fahrrad einfach gar keine Gedanken machen muss, und man wie selbstverständlich davon ausgehen kann, dass mit dem Fahrrad alles bestens läuft. Nicht mal die kleinste Unwucht in den Felgen. Und immer sehr komfortabel. Zudem ist das ja nicht nur auf dieser Tour so gewesen, sondern auch beim Pendeln zur Arbeit. Dafür einfach mal ein Dankeschön.

Hier unten paar Bilder dazu, leider nur vom Handy.“
Übrigens fehlt bei diesem Rad etwas, wenn man es mit dem Auslieferungszustand auf der website vergleicht: Der Drehgriff am rechten Lenkerende. Der wurde mittlerweile durch eine Rohbox ersetzt.
Letztlich war es dieses Rad und sein Fahrer, die mich dazu angeregt haben, eine bessere Lösung zu finden. Dafür und natürlich für die Bilder Vielen Dank!
Viele Grüße,
Georg Blaschke

Rohbox in der TrekkingBike

In der aktuellen TrekkingBike ist auch die Rohbox an einem Santos…. getestet worden. Leider hat Santos da wohl ein vorhandenes Vorführrad geschickt, das noch mit einer der ersten 100 Rohboxen ausgestattet ist.

Folgerichtig wurde bemängelt, daß die Rohbox nur einen Gang pro Schaltschritt schalten kann. Aber seit April dieses Jahres kann die Rohbox ja auch zwei Gänge pro Schaltschritt bewältigen, die Schaltkraft und der nötige Betätigungswinkel wurden dabei reduziert. Schade, daß die aktuelle Version es nicht zum Test geschafft hat. Ich werde Santos mal Teile für die Aktualisierung schicken, damit sie ihr Vorführrad umrüsten.

Jede ältere Rohbox kann auf die 2Gang-Version umgerüstet werden. Geänderte Teile hierfür sind Transportfedern (Grün), Rückstellfedern (Bronze) und das Transportrad (Gelb). Zusätzlich werden zwei neue Federführungen (Blau) verbaut, die nochmal die Schaltkräfte senken. Das neue Transportrad ist nicht unbedingt nötig, aber es macht die Sache noch ein Quentchen besser.

Ich habe zwei neue Umrüstkits für ältere Rohboxen im Programm, einmal mit und einmal ohne Transportrad.

Auch die Online-Einbauanleitung ist für die 2Gang-Rohbox geändert.

 

Viele Grüße,

Georg Blaschke

Bilder von unterwegs…

Ich veröffentliche hier sehr gerne Bilder aus dem wahren Leben eines Fahrrades. So schön es ist, ein Fahrrad entstehen zu sehen und sich an Details zu ergötzen: Noch schöner ist es, damit zu fahren. Auf jeden Fall dann, wenn die ersten Macken drin sind und man sich nicht mehr um neue Kratzer sorgen muß. 🙂

Und wenn man dann noch zu lesen bekommt:

„Hallo Georg,
wie geht`s, hoffe deine Schulter ist wieder in Ordnung?
Wollte nur mal kurz berichten das ich absolut zufrieden bin.
Macht Freude so ein Rad zu fahren!!! Wer das nicht selbst erlebt versteht´s eh nicht!
Haben alles richtig gemacht!
Danke nochmal!
Anbei ein paar Fotos !
Gruß und Gesundheit und schönes WE!
Ein rundum zufriedener Thomas“

Das kann selbst einen trüben Novembertag deutlich aufhellen! 🙂

Viele Grüße,

Georg Blaschke

P.S. Die ganze Entstehung des Rades mit Detailbildern gibt es übrigens hier zu sehen.

Feuchtkalt

Jetzt kommt ja wieder die Jahreszeit, in der man sich als Radfahrer wünscht, nicht so temperaturempfindlich zu sein. Auch eine gewisse Resistenz gegen Feuchtigkeit wäre ganz gut. Tja, wer weiß, was uns die Gentechnik noch so alles bringt, aber momentan sieht es da schlecht aus.

Am Fahrrad kann man allerdings einiges tun, um es tauglicher für die schlechte Jahreszeit zu machen. Wartungsarme Komponenten, gute Schutzbleche und dann noch ein Rahmen aus rostfreiem Stahl, damit erspart man sich schon einiges. Wobei auch ein Rahmen aus rostfreiem Stahl etwas Pflege erhalten sollte: Ein öliger Lappen und ab und zu etwas Möbelwachs tun auch ihm gut. Denn erstens sind die Beanspruchungen durch das Straßensalz erheblich und zweitens sind die Lötstellen nicht ganz wartungsfrei. Sie werden an der Oberfläche gern grünlich grau. Den Schweißverbindungen macht das Straßensalz weniger aus.

Übrigens gibt es bei rostfrei und rostfrei durchaus Unterschiede. Heutige Rahmenrohre sind aus härtbaren Stahlsorten, früher gab es auch Rahmenrohre aus nicht härtbarem „Besteckstahl“. Das ist nicht unbedingt schlechter, aber die nötigen größeren Wandstärken machen die Sache schwerer. Auch meine rostfreien Ausfallenden werden deshalb aus härtbarem rostfreien Stahl hergestellt, damit sie nicht schwerer sein müssen oder weniger stabil wären.

Rostfrei hin, rostfrei her, Bilder her:

Optisch sieht das Rad nach 27,5 Plus und MTB aus, aber die Größe täuscht. In Wirklichkeit ist es ein relativ kleines Rad mit 26 Zoll Laufrädern und gut 50mm breiten Reifen. Damit kann man auf Touren jeden Untergrund fahren und in der Stadt auch mal einen Bordstein rauf.

Die Spezialausfallenden können mit Aufnahmen für einen BobJak Anhänger versehen werden.

Der Schriftzug auf dem Unterrohr besteht aus einzelnen aufgelöteten Buchstaben.

Die Schutzbleche sind übrigens auch aus rostfreiem Stahl und von Gilles Berthoud. Ich halte die nach wie vor für die Besten. Hier sind sie schwarz pulverbeschichtet.

Rennlenker und Rohloff, das schreit förmlich nach einer Rohbox. 🙂

Die halbhydraulischen Scheibenbremsen haben einen etwas festeren Druckpunkt als rein mechanische Bremsen.

Der Gepäckträger verfügt über aufgelötete Edelstahl-Aufhängepunkte für die Packtaschen. Das Rücklicht kann direkt an die Streben geschraubt werden.

Viele Grüße,

Georg Blaschke

Das Grauen

Das Grauen lauert heutzutage praktisch überall: Die Wahlergebnisse, der nahende Winter, der leere Handyakku, das schlechte Fernsehprogramm usw. usf. Wobei: Fernsehen guckt man ja heute gar nicht mehr, man guckt ja Serien bei allen möglichen Anbietern. Oder man kauft sich von einer ganz tollen Serie die große DVD-Box und tut sich mal eben 5 Tage am Stück an, das kommende Wochenende mit Brückentag lädt ja praktisch dazu ein.

Ich bin kein großer Fernsehgucker, aber man muß sich natürlich damit beschäftigen, wenn von den Kindern gewünscht wird, auch die tolle Serie sehen zu dürfen, die alle anderen in der Klasse selbstverständlich schon lange sehen. Also mal die DVD der ersten Staffel ausgeliehen und reingeguckt. Nach etwa drei Minuten und dem fünften rollenden Kopf mußte ich das Erlebnis aber abbrechen. Man muß sich nicht alles antun, weder als Kind noch als Erwachsener. Das Leben ist doch so manchmal schon grausam genug!

Dafür muß man nur einmal versuchen, etwas mit einem Wert von über 1000 Euro in ein sogenanntes Drittland zu verschicken. Mit Drittland ist dabei kein besonders armes Land gemeint, sondern ein Land außerhalb der EU. Wie das geht, kann man beim Zoll nachlesen. Klar, daß man die Sendung anmelden muß. Das geht natürlich nicht in Papierform, sondern nur online über ein Programm, das in etwa die Anmutung und die selbsterklärende Bedienbarkeit eines Computerprogramms der 80er Jahre hat. Dazu setzt es die Beantragung eines Elster-Zertifikates, die Installation eines bestimmten Zeichensatzes, die Zulassung aller Cookies auch von Drittanbietern und die Installation des überaus sicheren Java 2 Runtime Environmentes voraus. (Wahrscheinlich um diversen Dienststellen von sog. Drittländern problemloses Mitlesen zu ermöglichen). Meine erste Internetausfuhranmeldung Plus, so heißt dieses Verfahren, hat deshalb auch nur rund 3 lange Abende gekostet. Und das auch nur, weil diverse Privatpersonen und Handwerkskammern Anleitungen erstellt haben, die die Bedienung des Programms für normale Menschen überhaupt erst möglich machen. Der Zoll weist wohlweißlich darauf hin: „Sie können sich bei der Erledigung der Zollformalitäten von einem Dienstleister vertreten lassen.“

Ist diese Hürde geschafft, muß man ja nur noch einen „gelber Klebezettel mit der Aufschrift „Achtung! Ausfuhrsendung““ in der Nähe der Empfängeranschrift anbringen. „Dieser Klebezettel ist im Internet erhältlich“, so der Zoll weiter. Und ja, DHL hat sogar eine Bestellnummer dafür. Aber es gibt ihn nirgendwo zu kaufen. Auch nicht im Internet. Natürlich war ich bei meiner üblichen DHL Stelle, wo sie den Aufkleber gar nicht kannten und betonten, daß sie ja nur Dienstleister seien. In Schweinfurt bei der Hauptpost mußte ich mich belehren lassen, daß das keineswegs mehr eine Post sei und auch nicht DHL, sondern, Sie haben es erraten, lediglich ein Dienstleister. Trotz der DHL-Dienstkleidung. Auch da war der Aufkleber unbekannt. Telefonisch konnte ich dann bei DHL, eventuell sogar dem echten DHL, nach längerer Odyssee erfahren, daß man sich den Aufkleber selbst ausdrucken kann und darf, der Barcode sei immer derselbe. Immerhin ist das mittlerweile auch online zu finden, der Aufkleber muß für die Post nicht mal mehr gelb sein. Ich habe mir damals einfach einen gelben Stift meiner Kinder ausgeliehen und den Ausdruck hübsch angemalt. Schön, daß ich mir das in Zukunft sparen kann.

Ich weiß ja nicht, wie es anderen Leuten geht, aber mir reicht das an Grauen völlig aus…

Viele Grüße,

Georg Blaschke

Bilder für das Sommerloch

Es ist Sommerloch und bald ist auch noch Wahl. Eigentlich wäre es an der Zeit, daß irgendein Hinterbänkler sich mit einer schwer nachzuvollziehenden Aussage zu Wort meldet. Da das nicht geschieht, melden sich eben ausgewachsene Staatschefs zu Wort und drohen, sich gegenseitig die Sandburgen zu zerstören. Leider ohne zu bedenken, daß dabei schnell mal der ganze Kindergarten in die Luft fliegt. Wie Kinder halt so sind…

Aber da dieses Jahr nicht nur das 200 jährige Jubiläum des Fahrrades ist, sondern auch noch das 500. Jahr der Reformation gefeiert wird, möchte ich mich bei Luther bedienen und sage hiermit:

Auch wenn ich wüsste, dass morgen die Welt zugrunde geht, würde ich heute noch ein schönes Fahrrad bauen.

Auf der website ist der ganze Werdegang des Rades zu sehen.

Viele Grüße,

Georg Blaschke