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Grün ist der Alltag

Um die Wartezeit auf die für die Rohbox modifizierten Shimano-Hebel etwas zu überbrücken, stelle ich einfach mal wieder ein Rad vor. Der Farbton paßt nicht ganz zum aktuellen Frühling, in dem ja eher hellere Grüntöne dominieren, aber es ist sicherlich kein Schönwetterrad, das nur ein mal im Jahr gefahren wird. Dazu ist die Sitzposition zu sportlich, es fehlen der Motor und auch das Mitglied des Landtages im Sattel, das bei der jährlichen Ausfahrt im Wahlkreis gleichzeitig Nahbarkeit und Naturverbundenheit simulieren möchte.

Alltagstauglich sind hingegen die Rohloff Speedhub und die Ausstattung mit Schutzblechen, Gepäckträger und Rücklicht. Vorne wird eine Lampe von Lupine zum Einsatz kommen, für deren Akku schon Gewindeeinsätze unter dem Oberrohr vorgesehen sind. Das Rad wiegt komplett wie auf dem Bild mit Pedalen 11,9kg.

Breite Reifen bieten nicht nur viel Grip, sondern man kann auch mal einen Bordstein mitnehmen.

Die Rohloff Speedhub ist definitiv solide und alltagstauglich und hält bei Vielfahrern auch die Kosten für Verschleißteile im Rahmen. Gerade bei den Antrieben mit Einfachkettenblatt sind die Kosten für die hinteren Ritzelpakete mit großer Spreizung nicht unerheblich.

Rohbox und Scheibenbremse, viel mehr muß ich dazu wohl nicht sagen. Höchstens, daß die Shimano Bremssättel hier mit Campagnolo BremsSchaltGriffen kombiniert wurden. Campagnolo bietet nur Bremssättel für den Flatmount Standard.

Interessant finde ich die Uhr als Aheadsetkappe. Das kannte ich vorher nicht, finde es aber sehr sinnvoll.

Die üblichen Befestigungspunkte für große und kleine Ortlieb-Taschen am Gepäckträger.

Um Gewicht zu sparen, sind alle Züge außen unter dem Unterrohr geführt.

Beim nächsten Mal geht es dann wahrscheinlich wieder um die modifizierten Shimanohebel für die Rohbox, am 7.6. sollen die letzten Teile fertig werden.

Viele Grüße,

Georg Blaschke

Rohbox und Shimano Hebel

Regelmäßig werde ich gefragt, wie es um die Verwendbarkeit von hydraulischen Shimano Bremsschalthebeln mit der Rohbox jetzt steht und ob man schon bestellen kann. Dazu den Stand der Dinge:

Die ersten Serienteile sind in der Fertigung, nachdem die Tests sehr vielversprechend waren. Dabei handelt es sich um komplette Schaltmechaniken, die gegen die originalen von Shimano recht einfach auszutauschen sind – auch wieder rückwärts. Die Schaltmechaniken nenne ich ShimKit, wobei die Version A als erste kommen wird, sie ist in alle hydraulischen Bremsschalthebel der GRX Gruppen 810, 600 und 400 einbaubar. Das ShimKit A ist nadelgelagert und dadurch recht leichtängig.

Als nächste Hebel werde ich die der 105er Serie auf eine Verwendung hin überprüfen, eventuell dann mit einer anderen Version der Schaltmechanik. Die 105er Serie ist interessant, weil es eine spezielle Version für kleinere Hände gibt. Momentan warte ich da noch auf Schalthebel für die Vesuche.

Leider dauert die Fertigung der Serienteile länger als erwartet, aber es sollte eigentlich in zwei Wochen soweit sein. Dann kann ich auch genauer sagen, wieviel es kosten wird. Die ShimKits werden einzeln zu haben sein, so daß Sie eigene Schalter selbst umbauen können, ich werde aber auch fertige Schalter oder den Umbau Ihrer Schalter anbieten. Ich werde auch komplette Sets mit Bremssätteln anbieten können. Die GRX und 105 Bremsschalthebel sind von Shimano aus immer mit FlatMount Bremssätteln kombiniert, aber man kann sie problemlos auch mit Shimano Bremssätteln des IS2000/Postmount Standards versehen.

Sobald die Serienteile verfügbar sind, wird es hier stehen, bis dahin bitte noch ein wenig Geduld.

Viele Grüße,

Georg Blaschke


Often I get asked: What is the status of the combination of hydraulic Shimano Road Shifters with the Rohbox. Here the answer:

The first serial parts are in production, the prototype parts worked very well and were of light action. In the end complete shifter mechanisms are made which replace the original shifter mechanisms. The change is easy and it is easily possible to change back too. I call the new mechanisms ShimKit. ShimKit A is the first one and will work in all GRX series of shifters, 810, 600 and 400. The ShimKit A will be equipped with needle bearings and therefore be light action.

Next shifters in the row will be the 105 series, this will probably require a different ShimKit. The 105 series is interesting because a version for small hands is available. In the moment I have to wait for shifters to make the tests, though.

Unfortunately the production of the serial parts takes more time than expected, but they should be available in around two weeks. Then I will also have final prices. The ShimKits will be available for purchase so you can modify your Shimano shifters yourself, but I will also offer already modified shifters and will also offer to do the modification only. I will also have complets sets with brake calipers available. Shimano offers the GRX and 105 series as sets with FlatMount calipers only, but they can be used with IS2000/Postmount calipers as well.

As soon as the serial parts will be available it will be announced here. It will not take a long time anymore.

Best Regards,

Georg Blaschke

Rohbox mit Shimano Bremsschalthebeln

Schon seit es die Rohbox gibt, erreichen mich immer wieder Anfragen, ob sie auch mit Bremsschalthebeln von Shimano funktioniert. Das tut sie prinzipiell mit jedem Hebel, bei dem man die Rastfunktion ausbauen oder stillegen kann. Ein paar Rohbox-Nutzer haben das auch mit Shimano-Hebeln gemacht und nutzen sie so, meist, weil sie einfach schon vorhanden waren. Auch ich habe immer sporadisch mal wieder einen Hebel auseinandergenommen, um eine technisch gute Lösung zu finden. Ohne wirklichen Erfolg, denn bei Shimano ist die Hebelmechanik meist vernietet, so daß man nicht einfach herumwerkeln kann, ohne Nieten zu entfernen und den Hebel damit letzlich unbrauchbar für seine ursprüngliche Funktion zu machen. Das ist bei den sonst von mir genutzten Hebeln von SRAM anders, da werden 4 Teile ausgebaut und es funktioniert. Zudem sind die Bremsschalthebel von SRAM für seilzugbetätigte Schaltungen über die unterschiedlichen Gruppen technisch komplett gleich aufgebaut, auch das ist bei Shimano anders.

Allerdings hatte ich schon vor einigen Monaten eine neue Idee das Problem anzugehen und habe mittlerweile zwei technische Lösungen gefunden, die vielversprechend sind. In zwei bis drei Wochen sollte ich die erste Runde Prototypenteile hier haben und weiß dann, ob es überhaupt funktioniert und wenn ja, ob noch etwas geändert werden muß. Ohne Sie mit technischen Details nerven zu wollen, liegt der Ansatz darin, die komplette Schaltmechanik auszubauen und durch eine eigene zu ersetzen.

Es bleibt das Problem, daß die Hebel von Shimano nicht alle gleich aufgebaut sind. Den Anfang mache ich für die GRX 810 Schalthebel, um überhaupt erstmal die ersten Tests zu durchzuführen. Klappt das, werde ich mir andere Schalter vornehmen, da ist die Hürde dann nicht mehr so groß.

Viele Grüße,

Georg Blaschke

Ferroad, die eiserne Straße

Das Schöne an der Geschichte des Fahrrades ist, daß sie niemals auserzählt ist. Natürlich wird nicht andauernd das Rad neu erfunden, aber es gibt doch immer wieder Neues und auch Verbesserungen.

Eine der Neuigkeiten wird sein, daß ich mich bemühe, in Zukunft meinen Rädern Namen zu geben. Bisher kam mir das komisch vor, weil ich ja doch Einzelstücke baue und sie oft sehr individuell sind. Aber es ist doch regelmäßig so, daß mir jemand sagt: „Ich hätte gerne so eins wie das Rote auf Ihrer website“. Dann muß ich erstmal heraus finden, welches denn gemeint ist. Also werde ich mich bemühen, es Ihnen und mir etwas einfacher zu machen und versuchen, meine Rahmen und Räder etwas zu strukturieren. Es bleibt selbstverständlich dabei, daß ich offen für alle Wünsche für Details oder bestimmte Komponenten bin.

Den Anfang wird dieses Rad hier machen, das Ferroad FS. Der Name Ferroad wird für meine Straßenräder aus Stahl stehen, das FS für Front Suspension. Folgen werden noch Varianten für Carbongabeln, Stahlgabeln und auch eine vollgefederte Variante.

In der hochoffiziellen und hochglanzgedruckten Fahrradwelt läuft so ein Rad unter Gravel. Da ich solche Fahrräder schon länger baue als es diesen Begriff dafür überhaupt gibt, habe ich es gerne Tourenrennrad genannt. Denn man muß ja nicht auf Schotter fahren, man kann. Für die meisten Nutzer ist es schlicht das bessere Rennrad, weil es fast genauso leicht auf der Straße rollt, man aber keine Angst vor neuen Wegen haben muß, die sich dann irgendwann in einen Feldweg verwandeln. Aber nun zum Rad selbst.

Am auffälligsten ist sicherlich die Federgabel, aber es gibt noch ein paar Details mehr zu entdecken. Dazu mehr unten bei den Bildern. Was man auf den Bildern nicht sieht, ist, daß der gesamte Rahmen bis auf Steuerrohr und Vorbau aus rostfreiem Stahl von Columbus gebaut sind.

Die verbaute RockShox Rudy Gabel ist relativ neu und speziell auf Gravel-Räder ausgelegt. Da sie wie viele aktuelle Carbon-Gabeln mit einem sogenannten Tapered-Schaft ausgestattet ist, muß der Rahmen darauf ausgelegt sein. Hier wird das durch das konische Steuerrohr erreicht. Das ist etwas leichter als ein durchgehend dickes und sieht nicht ganz so massiv aus.

Geschaltet und gebremst wird mit Shimanos GRX Gruppe, sie hat sich als gut und funktionell bewährt. Laufräder, Innenlager und Steuersatz sind von Hope. Hergestellt in Großbrittanien, wo man damit rechnet, daß Fahrradteile auch einen länger anhaltenden Regen überstehen müssen. Deshalb sind die Kugellager aus rostfreiem Stahl und gut gedichtet. Trotzdem öffne ich Teile wie das Innenlager und den Steuersatz noch einmal vor dem Einbau und versehe die Lager randvoll mit wasserbeständigem Fett. Sicher ist sicher.

Die Farbe des Rahmens ist übrigens HotOrange Metallic.

Das konische Steuerrohr erlaubt den Einbau von sogenannten Tapered Gabeln. Das sind eigentlich alle modernen Gabeln, die für Carbonrahmen vorgesehen sind. Dabei hat das Schaftrohr der Gabel im hochbelasteten unteren Bereich einen größeren Durchmesser.

Die RockShox Rudy Gabel ist mit 40mm Federweg für Gravel ausgelegt. Vor allem ist sie auch nicht so massiv gebaut wie MTB-Gabeln. Natürlich hat sie bei mir frisch aus der Schachtel schon einen Service bekommen. Auch die Luftkammer wurde so verändert, daß die Gabel linearer einfedert. Im Originalzustand ist sie sehr progressiv, um auch gröbste Belastungen ohne Durchschlagen wegzustecken. Für die meisten Anwender ist das völlig unsinnig, weil der Federweg dann nur sehr eingeschränkt ausgenutzt wird.

Das konische Steuerrohr erlaubt klassische außenliegende Lager des Steuersatzes oben und unten. Das ist die bei weitem problemloseste Variante. Integrierte Lager sorgen regelmäßig für Probleme wie Knackgeräusche. Das Steuerrohr ist oben und unten jeweils durch einen Ring aus rostfreiem Stahl verstärkt.

Der hintere Bremszug und das Kabel für die Schaltung sind im Unterrohr geführt, der Bremszug in einem separaten Röhrchen aus rostfreiem Stahl, so daß man ihn bei der Montage nur durchschieben muß.

Der ganze Hinterbau ist wie die drei Hauptrohre aus rostfreiem Stahl von Columbus. Die Kettenstreben sind in extra Maßen für mich hergestellt, die rechte Kettenstrebe bleibt unlackiert. Dadurch gibt es keine Macken, sollte die Kette bei gröberen Fahrten mal auf die Kettenstrebe schlagen. Früher hatten viele hochwertige Rahmen deswegen verchromte Kettenstreben oder auch ganze Hinterbauten. Auch das geht mit Hinterbauten aus rostfreiem Stahl.

Umwerfer und Schaltwerk sind ein wenig klobig, aber irgendwo müssen die Motoren für das elektrische Schalten ja untergebracht werden.

Manche Umwerfer stützen sich mit einer Einstellschraube am Sitzrohr ab. Dafür löte ich extra eine Anlagefläche aus rostfreiem Stahl auf, um der Schraube eine definierte und haltbare Position zu bieten. Sie sieht harmlos aus, aber an der kleinen Schraube können vor allem bei elektrischen Umwerfern hohe Kräfte auftreten, die schon so manchen Carbonrahmen auf dem Gewissen haben, der an der Stelle ungeschützt war.

Hier sieht man die Schraube.

Bei den Ausfallenden gibt es etwas Neues: Ausfallenden aus rostfreiem Stahl, 3D-gedruckt. Ich bin ja immer auf der Suche nach guten Lösungen und verbaue deshalb eigentlich immer schon eigene Ausfallenden, um zierlicher, präziser und leichter gestalten zu können. Und auch, um nicht irgendwelche Kompromisse eingehen zu müssen. Dann gibt es lieber das perfekt passende, selbstgemachte Ausfallende.

Steckachsen sind da nochmal eine besondere Herausforderung, weil sie bei Stahlrahmen schnell zu deutlichem Mehrgewicht führen und oft äußerst unansehnlich sind. Deshalb hier eine eigene Variante, in diesem Fall mit eigenem Schaltauge für ein direkt montiertes Shimano GRX Schaltwerkt.

Hier die linke Seite für die Scheibenbremse. Wie üblich sind alle Anlageflächen aus rostfreiem Stahl und lackfrei, so daß die Bremse perfekt sitzt und sich daran nichts ändert.

Hier nochmal ein Bild während der Montage.

Das Tretlagergehäuse aus rostfreiem Stahl hat einen minimal größeren Außendurchmesser als üblich. Dadurch kann ich es innen auch etwas größer ausdrehen, so daß mehr Platz für die Kabel der Schaltung bleibt. Eine unsichtbare Kleinigkeit, die bei der Montage doch einiges an Fummelei ersparen kann. Das Innenlager ist von Hope, haltbar und gut. Natürlich wurden die Lager bei der Montage komplett mit wasserbeständigem Fett gefüllt.

Sattelklemmung mit Verstärkungsmuffe komplett aus rostfreiem Stahl.

Ein passend gebauter und lackierter Vorbau gehört dazu.

Hier noch gut zu sehen die Zusatzschalter, die auch in der Oberlenkerposition die Bedienung des hinteren Schaltwerkes erlauben. Ein Vorteil einer elektrischen Schaltung ist, daß man solche Zusatzschalter eigentlich überall anbringen kann, wo man es möchte.

Viele Grüße,

Georg Blaschke

Fit in den Frühling

Nach einem langen, feuchten Winter, zwei Jahren Pandemie und der dritten Woche Krieg in Europa sollte man dennoch nicht verzweifeln, sondern das mittlerweile gute Wetter nutzen und frische Luft, Energie und Fitness tanken. Mein persönlicher Rat wäre, das mit einem Fahrrad zu tun.

In diesem Fall mit einem sogenannten Fitnessbike. Das ist mehr oder weniger ein Rennrad mit geradem Lenker. Wobei es hier etwas komplizierter wird, denn das Rad ist zusätzlich noch vollgefedert und verfügt über Schutzbleche und sogar einen Ständer. Das macht Touren bei nassen Straßen angenehmer. Die Kombination von schmalen Rennreifen mit der Federung hingegen sorgt für wenig Rollwiderstand bei trotzdem gutem Komfort, zudem fahren sich so schmale Reifen einfach sehr direkt und quirlig. Das kommt einem entgegen, wenn man schon viele Jahre lang gerne Rennrad fährt.

Eine Cannondale Headshok Federung ist gerade für die Straße ideal, weil sie durch die Wälzlagerung auch auf sehr kleine Unebenheiten anspricht. Zudem ist sie über den Luftdruck ideal einstellbar und natürlich ölgedämpft, so daß sie nicht aufschwingt. Die komplette Federungstechnik versteckt sich im Gabelschaft und ist durch den Faltenbalg gut geschützt.

Durch ein Schwenken des Hebels ist die Gabel auch blockierbar, am roten Drehknopf kann man die Dämpfung verstellen. Die Shimano XT Scheibenbremsen sind auch auf der Straße eine sichere Bank. Das ist auch nötig, denn bei Straßenrädern werden die Bremsen nicht weniger hoch belastet als bei Mountainbikes.

Auch das hintere Federbein ist einstell- und blockierbar, wobei letzteres eher unnötig ist. Der Vorteil an so einem Softtail mit rund 40mm Federweg ist, daß die harten Schläge der Straße zwar abgefedert werden, es sich aber vom Fahren her anfühlt wie ein starrer Hinterbau.

Die Lagerung des Hinterbaus ist doppelt gedichtet, die Dichtungen der Kugellager werden zusätzlich noch durch sogenannte O-Ringe geschützt. Die Lagersitze sind aus hochfestem rostfreiem Stahl gefertigt. Haltbarkeit und Wartungsarmut sind mir immer schon wichtig gewesen.

Das hintere Ritzelpaket ist weit gespreizt, so daß man auch bei längeren Steigungen gut zurecht kommt.

Vorne ist eine Abstufung von 50/34 verbaut. Die Kettenstebe ist rostfrei.

Bei den Schutzblechen handelt es sich um welche von FlexiCarbon, die nicht nur sehr leicht sind, sondern auch in Handarbeit in Deutschland hergestellt werden.

Das hintere Schutzblech benötigt wegen der Federung zwei Streben.

Die vordere Bremse.

Auf den letzten Bildern ist etwas deutlicher zu sehen, daß das vermeintliche Schwarz ein Schwarzblau ist.

Viele Grüße,

Georg Blaschke

Steckachsen

Zuerst einmal möchte ich Ihnen ein Gutes Neues Jahr wünschen! Ich denke, wir können es alle brauchen…

Ich hatte mich hier vor rund drei Jahren schon einmal mit Steckachsen befaßt. Beim erneuten Lesen des Textes gibt es nicht so wahnsinnig viel hinzuzufügen. Außer vielleicht, daß Steckachsen auch bei Rennrädern, Crossern und Gravelbikes mittlerweile tatsächlich Standard sind. Das war ja vorauszusehen, da sie beim Rahmenmaterial Carbon durchaus sinnvoll sind. Bei nicht ganz optimal gebauten Rahmen aus Metall auch.

Technisch gesehen funktioniert bei einem gut gemachten Rahmen aus Metall beide sehr gut, Steckachse wie Schnellspannachse. Bei meinen Rahmen waren die Anlageflächen für Nabe wie Bremse immer schon rostfrei und blank, so daß sich eine präzise Einbauposition ergeben hat. Vor allem bei dick lackierten oder pulverbeschichteten Rahmen drückt sich die Beschichtung mit der Zeit weg und die Bremse schleift. Ist dann unter der Beschichtung kein rostfreies Metall, bildet sich eben Rost. Beides ungünstig. Da eine Steckachse keine hohen Klemmkräfte erzeugt, taugt sie auch für beschichtete Oberflächen. Medizinisch gesehen verhindert sie die Symptome, beseitigt aber nicht die Ursachen.

Natürlich achte ich auch bei meinen Rahmen und Gabeln für Steckachsen darauf, daß alle Anlageflächen und auch die Gewinde aus rostfreiem Stahl bestehen. Zudem lege ich Wert darauf, daß die Ausfallenden vergleichsweise zierlich bleiben. Stabil sind sie eh, da sie aus hochfestem Stahl gefertigt sind.

Da mir neulich aufgefallen ist, daß ich meine Steckachsausfallenden hier noch nie vorgestellt habe, möchte ich das hiermit nachholen.

Das hintere rechte Ausfallende für eine Shimano Di2 Kettenschaltung. Das Loch in der Kettenstrebe ist für das Kabel, das zum Schaltwerk führt.

Die Aufnahmen für den hinteren Bremssattel der Scheibenbremsen. Es wird der Standard der vorderen Bremse verwendet. Damit kann man nicht nur problemlos die Scheibengröße wechseln, er ist bei Rahmen aus Metall etwas dezenter und leichter. Die Abstützungspunkte liegen weiter auseinander und können selbst leichter sein, weil sie von oben verschraubt werden.

Die Auflageflächen für den Bremssattel sind relativ groß, so daß sich eine gute Abstützung ergibt. Und ja, natürlich bestehen sie aus rostfreiem Stahl.

Die rechte Kettenstrebe ist aus rostfreiem Stahl und kann unlackiert bleiben. Gerade bei ruppiger gefahrenen Räder kann die Kette sonst auch mal Macken verursachen. Früher wurden bei Rennräder deshalb gerne die Kettenstreben, Ausfallenden, der ganze Hinterbau oder gar der ganze Rahmen verchromt. Heute bevorzugt man, auch auch Gründen des Umweltschutzes, rostfreien Stahl.

Auch das hier zu sehende „Dach“ innen an den Ausfallenden, daß für leichten Einbau des Hinterrades sorgt, ist selbstverständlich aus rostfreiem Stahl.

Das Gewinde für die Steckachse ist bei diesem Rahmen auf der linken Seite, da die verwendete Gabel dies so vorgegeben hat. Es ist aber genauso gut möglich, das Gewinde auf der rechten Seite zu haben.

Die relativ leichte verwendete Kettenstrebe ist an der Unterseite für die Scheibenbremse verstärkt.

Viele Grüße,

Georg Blaschke

Hamsterer

Erst einmal möchte ich Ihnen Schöne Feiertage, Frohe Weihnachten und schon einmal vorsorglich ein Gutes Neues Jahr wünschen. Vor allem letzteres könnten wir alle brauchen.

Die momentane Teileknappheit im Fahrradbereich ist schon nervig. Nicht nur, daß es viel Zeit kostet, die erhältlichen Teile sind auch nicht unbedingt Schnäppchen. Trotzdem muß man manchmal einfach bestellen, einfach weil es etwas gibt. Denn man kann sicher sein, daß es nichts gibt, wenn man es benötigt.

Aber es gibt auch Lichtblicke. So finde ich eine neue RockShox Federgabel für Gravelbikes, Crosser oder Tourenrennräder sehr interessant. Sie heißt Rudy, die Ähnlichkeit im Namen zur früheren Rennradgabel Ruby ist sicherlich gewollt.

Ihr Federweg von 40mm ist völlig ausreichend und sie ist gar nicht mal besonders massiv ausgefallen, vor allem wenn man heutige Carbongabeln als Maßstab nimmt.

Wenn ich mal Zeit dazu finde, gucke ich mal in das Innere. Bei mir wird ja jede Federgabel und jedes Federelement sowieso geöffnet, um sicherzustellen, daß alles ausreichend geschmiert ist. Das ist leider im Originalzustand nicht die Regel. Vor Jahren habe ich mehr dazu im Kleinen Service beschrieben.

Der Flatmount Bremsenstandard und die Steckachse sind bei Gravel Rädern Stand der Technik. Das tapered Steuerrohr ist für Rahmen aus Metall eigentlich nicht nötig und erhöht das Gewicht des Steuerrohres etwas. Aber üblicherweise wird die Gabel halt in Carbonrahmen eingebaut.

Meine Hamstergeschäfte haben nicht nur zu Federgabeln geführt, sondern auch dazu, daß ein bisher nicht benötigter Bestand von zwei Shimano GRX DI2 Gruppen vorhanden ist. Die könnten in Verbindung mit der Gabel interessante Gravelbikes, Crosser oder Tourenrennräder ergeben. Mal sehen…

Viele Grüße,

Georg Blaschke

Neues zur Rohbox

Nie hätte ich gedacht, daß es einmal so viele Rohboxen geben würde. Sie ist natürlich immer noch ein Nischenprodukt, aber über die Jahre sind über 4000 Stück entstanden. Wobei bisher nur eine Handvoll Ersatzteile benötigt wurden. Auch damit paßt die Rohbox ganz gut zur äußerst verläßlichen Rohloff Speedhub.

Bei den Schaltern wird sie mittlerweile nicht nur mit SRAM, sondern auch mit Campagnolo Bremsschalthebeln verbaut. Da habe ich für die aktuellen Schalter Umbaukits, die auch den Rückbau auf den Originalzustand erlauben. Allerdings gibt es die Bremssättel von Campagnolo nur für den FlatMount Standard. Für Postmount/IS2000 kann man allerdings andere Bremssättel von Magura, Hope oder Shimano verbauen, die auch Mineralöl als Bremsflüssigkeit verwenden.

Ich gehe davon aus, im kommenden Jahr auch Umbaukits für bestimmte Shimano Schalter anbieten zu können. Einzelne Umbauten von Kunden gibt es schon längere Zeit, aber es ist aus verschiedenen Gründen nicht ganz optimal. Erstens sind die Seilwege recht kurz, zweitens ist der Umbau unumkehrbar und drittens recht aufwendig. Aber ich habe eine Idee, diese Dinge zu lösen und hoffe, bis zum Frühling Zeit dafür zu finden. Genaueres möchte ich an dieser Stelle über die Idee nicht sagen, ich muß da erstmal herumprobieren.

Bei der momentanen schlechten Lieferbarkeit von Fahrradteilen hoffe ich, durch die mögliche Verwendung von möglichst vielen Schaltern die Situation etwas zu entspannen. Zudem liegen Shimano Schalter in vielen Schubladen und von so einigen Kunden höre ich, daß sie die Verwendung von Mineralöl als Bremsflüssigkeit bevorzugen. Damit werde ich mich in einem der kommenden Beiträge näher befassen.

Leider sind auch für die Rohbox die Teile teurer geworden, so daß ihr seit 2017 unveränderter Preis zum 1. Dezember erhöht werden muß. Immerhin habe ich es geschafft, die Rohbox durchgehend lieferbar zu halten, das ist in der heutigen Zeit schon einiges wert.

Auf meiner website habe ich eine neue Seite http://gebla.de/Bestellung/Rahmenbauteile%20und%20Komponenten.html eingerichtet. Dort habe ich ein paar Teile zum Rahmenbau aufgelistet, die vielleicht für Selbstbauer interessant sind, auch weil sie nicht überall zu bekommen sind. Ein paar Rohre lasse ich ja für mich herstellen. Dazu werden beizeiten noch einige Komponenten kommen, die ich entweder regelmäßig verwende oder die sich hier angesammelt haben. Leider muß auch ich momentan mehr als nötig bestellen, um überhaupt sicher sein zu könnnen, die entsprechenden Komponenten für meine Räder zu bekommen.

Viele Grüße,

Georg Blaschke

Kulturgut auf ewig verloren?

Gestern wurde ich darauf hingewiesen, daß hier nichts zu sehen oder lesen ist. Scheinbar ist beim Hochladen etwas schiefgelaufen und die Überschrift hat sich bewahrheitet.

Vor einiger Zeit sind mir schon einmal Bilder verschwunden, da habe ich es wenigstens noch bemerkt und die sind dann ja auch als Datei auf dem eigenen Rechner verfügbar. Ich weiß nicht, ob das mit der Umstellung auf eine neue Oberfläche bei wordpress zu tun hat, intuitiver ist es aber für mich nicht unbedingt geworden.

Das Ungünstige ist, das so ein kleines Artikelchen dann doch nicht in 10 Minuten geschrieben ist, das macht die Sache etwas ärgerlich. Vielleicht sollte ich auf Dauer einen Weg finden, den blog in die website zu integrieren, um solche Sachen zu vermeiden.

Viele Grüße,

Georg Blaschke

Was lange währt, wird endlich lang.

Bei einem Tandem ist alles etwas länger, auch die Bauzeit. Es sind doch viele Spezialteile zu machen, auch die Montage dauert und bereitet neue Herausforderungen. Zum Beispiel muß ja die Hydraulikleitung verlängert werden. Vor Jahren habe ich dafür noch einen Adapter selbst gebaut. Für dieses Tande mit den gewählten Bremsen gab es das sogar von der Stange, aber ein real existierendes Bauteil gab es nur bei einem Shop in den Niederlanden. Willkommen in der Teileknappheit im Fahrradbereich!

Immerhin habe ich genug Ketten, die sind ja momentan auch schwer zu bekommen. Und für ein Tandem braucht man drei…

Aber was gibt es denn zum Tandem selbst zu sagen? Der Rahmen ist hinten für eine Rohloff Speedhub ausgelegt, vorne arbeitet ein SON Nabendynamo mit 15mm Steckachse. Die Speedhub ist für ein Tandem eine gute Wahl, weil sie für ein sehr stabiles Laufrad sorgt. Hier kommt noch dazu, daß die leicht abnehmbare Schaltbox das Zerlegen des Rahmens erleichtert. Der Rahmen ist mit vier SandS Kupplungen aus rostfreiem Stahl ausgestattet, die ein relativ flottes Zerlegen erlauben. Das wird man nicht jeden Tag machen wollen, aber im Zweifelsfall macht es die Mitnahme im Zug, Auto oder Flugzeug erst möglich. Durch die Rohre großen Durchmessers ist der Rahmen ausreichend steif, das ist bei einem Tandem ein wichtiges Kriterium.

Da der hauptsächliche Einsatzzweck Touren und Reisen sein werden, ist die Mitnahmen von Gepäck und Trinkflaschen wichtig. Das Tandem hat neben dem hinteren Gepäckträger und vorderen Lowrider noch einen vorderen Gepäckträger für eine Fronttasche, in der die Sachen vorteilhaft unterzubringen sind, die man schnell mal erreichen muß. Die Maße des Frontgepäckträgers sind dabei natürlich an die Maße der zu verwendenden Tasche angepaßt.

Für die Suchmaschine: Es ist auch ein ganz tolles Gravel-Tandem! Irgendwie habe ich das Gefühl, daß momentan alles Gravel sein muß, was etwas hermacht. Übrigens ist auch das oben wegen der Hydraulikverlängerung verlinkte Tandem schon ein Gravel-Tandem, damals gab es nur das Wort noch nicht.

Der Lack ist übrigens mal wieder eine alte Porschefarbe: Pascharot. Die Schutzbleche von Gilles Berthoud und die Gepäckträger sind schwarz pulverbeschichtet.

Die Gabel hat einen konischen Schaft, um die höheren Belastungen des Tandems abzufangen. Dazu natürlich auch besonders solide Gabelbeine, die ich mir von Columbus habe machen lassen.

Die Rahmenkupplungen von SandS sind aus rostfreiem Stahl und seit zig Jahren bewährt. Der einzige Nachteil ist eigentlich der Preis.

Man sieht, daß man nichts sieht. Unter dem Sattelschnellspanner ist ein wenig Silber zu erkennen, das Ende der Sattelrohre ist unlackiert. Möglich ist das, weil die oberen 10cm der Sattelrohre verstärkt sind und aus rostfreiem Stahl bestehen.

Der Rahmen ist mit einem ungenutzten Schaltauge versehen, falls man doch noch mal einen Kettenspanner montieren möchte.

Zur Abwechslung ist dieses Rad nicht mit einer Rohbox ausgestattet, sondern dem ähnlichen Produkt von Cinq5. Der Grund waren die vom Kunden gewünschten Bremshebel und Bremsen. Die Bremsscheiben haben eine etwas größere Materialstärke als üblich, beim Tandem sollte man an der Bremse nicht sparen. Sie muß ja für zwei bremsen.

Die Gabel ist mit einer 15mm Steckachse gebaut, es ist eben alles etwas stabiler als üblich.

Passende Vorbauten gehören dazu.

Der sogenante Pizzaträger. Wobei die Pizza nicht zu groß sein darf, um darauf zu passen. 🙂

Der Scheinwerfer von SON verfügt über eine Anschlußmöglichkeit für ein USB Ladegerät.

Die Einhängepunkte für die Ortlieb Taschen sind natürlich aus rostfreiem Stahl, um das leidige Abschürfen der Beschichtung bei längerem Gebrauch zu vermeiden.

Dasselbe gilt für den hinteren Gepäckträger. Es gibt hinten übrigens kein festes Rücklicht. Bei Bedarf wird die hintere Sattelstüzte ein Lupine Rotlicht aufnehmen. Eine Kabelverlegung bei einem teilbaren Rad ist einfach ungünstig.

Viele Grüße,

Georg Blaschke