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Silver Bullet

Wie beschreibt man ein Silber mit einem ganz leichten Blaustich? Autohersteller müssen ganze Abteilungen besitzten, die nichts anderes tun als sich Namen für Lackfarben auszudenken. Wahrscheinlicher ist, daß sie ein paar Leute haben, denen solche Namen deutlich schneller einfallen als mir. Mir fällt es ja schon schwer, meine Räder irgendwie zu bezeichnen. Allerdings habe ich es auch etwas schwerer, den jedes Rad ist praktisch anders. Wäre ich Autohersteller, könnte ich mir einen Namen XY ausdenken, in Ruhe ein paar Millionen Stück bauen und dann nenne ich das Nachfolgemodell XY2.

Hier geht es auf jeden Fall um ein Reiserad für etwas mehr Gepäck. Deshalb ist der Rahmen für 26″ Laufräder mit breiten Reifen ausgelegt, im Hinterrad wird dann eine absolut schwerlasttaugliche Rohloff Speedhub werkeln. Eine komplette Ausstattung mit Licht, Schutzblechen und Ständer (sogar zwei) kommt auch dazu, eine Besonderheit wird eine auf dem Oberrohr montierte Tasche sein.

Ich baue meist ganze Fahrräder, aber manchmal auch nur das Rahmenset. Es gibt eben außer mir auch noch andere, die gerne Fahrräder zusammen bauen. Vor allem, wenn viele Teile schon vorhanden sind, kann das sinnvoll sein. Wobei es auch für mich kein Problem ist, solche Sachen zu verbauen. Viele Komponenten sind ja sehr langlebig.

Der Blaustich im SilberMetallic ist nur zu erahnen, man muß schon im richtigen Winkel gucken. Die Gabel hat für den Komfort relativ schlanke Gabelbeine und zudem auch einen extra dünnwandigen Schaft. Viele 26″ Gabeln sind unnötig massiv für eine Reiserad.

Das Sitzrohr ist mit einem rostfreien Ring ausgestattet, so daß erstens auch die Kante des Sitzrohre aus Edelstahl ist und zweitens die Klemmschelle den Lack nicht beschädigt.

Ausfallenden aus hochfestem 16MnCr5 Stahl mit Edelstahloberflächen da, wo geklemmt wird. An der linken Kettenstrebe sind Öffnungen für die Befestigung des hinteren Ständers und für das Lichtkabel zu sehen.

Auch die Brücke für die Schutzblechbefestigung ist aus rostfreiem Stahl gefertigt.

Auf dem Bild kaum zu sehen: Es sind vier Leitungsführungen am Unterrohr vorhanden, an den unteren beiden kann noch ein dritter Flaschenhalter montiert werden.

Die dauernden Wiederholungen nerven hoffentlich nicht: Auch die beiden Flächen am Gabelkopf zur Befestigung von Scheinwerfer und Schutzblech sind aus rostfreiem Stahl. 🙂

Die Anlötteile für die Rahmentasche auf dem Oberrohr.

Hier nochmal die Befestigung für den hinteren Ständer, natürlich auch aus rostfreiem Stahl gefertigt.

Auch vorne sind alle Flächen, an denen geklemmt wird, rostfrei.

Hier ein Bild für den Lack. Ich hoffe, man sieht das leichte Blau etwas.

Zum Glück habe ich noch Bilder vom kompletten Rad bekommen, da bekommt man immer einen besseren Eindruck.

Wie man sieht, steht das Rad mit seinen beiden Ständer auch auf sandigen Böden. Es fehlt natürlich noch das Gepäck. 🙂

Mit einer Hope mit großer Scheiben sollte das Rad zum Stehen zu bekommen sein, viel besser geht es nicht.

Damit bleibt mir eigentlich nur noch, Alle Gute für die Reise zu wünschen!

Viele Grüße,

Georg Blaschke

Liebe Münchener, kommt doch zum Parken nach Schweinfurt

Die Pandemie hat viele schwer getroffen, durch Krankheit, wirtschaftliche Schäden, psychische Probleme, Umkrempelungen des Lebensentwurfes und vieles andere. Profitiert haben der Online-Handel, Maskengewinnler und die Delfine, die sich schon im ersten lockdown angeblich wieder in der schönen Stadt Venedig angesiedelt haben.

Für den stationären Handel war es auch vor der Pandemie schwierig, auf jeden Fall in vielen Städten, auch in Schweinfurt. Und jetzt, wo wieder geöffnet werden darf, wird wieder darüber nachgedacht, wie man Schwung in den Handel bringen könnte. Der Verein „Schweinfurt erleben“ hat dazu gleich mal eine Anzeige geschaltet:

Tja, ob das die Wende bringt? Ich lebe seit 1997 in oder bei Schweinfurt und seit dieser Zeit ist die Erreichbarkeit per Auto immer eine zentrale Forderung vieler Kaufleute. Tatsächlich ist es keinesfalls so, daß Schweinfurt über wenig Parkraum und riesige für den Autoverkehr gesperrte Bereiche verfügt. Trotzdem geht es nicht bergauf. Es gibt sicherlich auch Gegenbeispiele, aber die erfolgreichen Innenstädte, die ich so kenne, sind per Auto schlecht bis gar nicht zu erreichen. Meiner Meinung nach ist die Idee, daß in den Innenstädten mehr gekauft wird, wenn man nur mit dem Auto hinfahren kann, um dann die Waschmaschine direkt einzuladen, schon vor langer Zeit gescheitert.

Aber es gibt natürlich auch neue, andere Ideen:

Es ist schon fraglich, warum sich erst nach Corona etwas ändern muß, das Thema ist ja schon Jahrzehnte alt. Immerhin gibt es gute Ideen: „Er glaube, die Chance für die Innenstadt sei die Konzentration auf gut geführte Fachgeschäfte mit hoher Beratungskompetenz, so (Citymanager) Herrmann“. Dem kann ich nur zustimmen und zugleich empfehlen, nur solche der sicherlich Schlange stehenden Anwärter zuzulassen, die gleichzeitig eine Vielzahl hochwertiger Arbeitsplätze bieten.

Natürlich habe auch ich kein Patentrezept, sonst würde ich mich nicht mit dem Bau von Fahrrädern abmühen, sondern trimmte als begehrter Citymanager eine Stadt nach der anderen auf Erfolg. Aber vielleicht wäre es doch von Vorteil, es mal damit zu versuchen, die Innenstadt verkehrsärmer zu gestalten. Die vielen Nutzer des Mainradweges nicht dadurch abzuschrecken, daß sie vor grausigen Kreuzungen oder vor dem in Schweinfurt so gern genutzen Schild „Radfahrer absteigen“ stehen. Die beiden sehenswerten Kunstmuseen, die viele Besucher nach Schweinfurt locken, durch ein völlig überfälliges Technik- und Industriemuseum zu ergänzen, das vielleicht noch andere Besucher anzieht. Aktiv Leben auf den Straßen zu fördern (jahrelang wurden Straßenmusiker durch nötige Behördengänge in Vorstädten gezielt vergrault, online ist die Anmeldung natürlich auch heute noch nicht möglich). In einer idealen Welt würde man sogar mal über einen eigentlich nötigen großen Wurf bei der Verkehrsführung nachdenken… Dann gäbe es immer noch nicht automatisch tolle Läden in der Innenstadt, aber vielleicht wäre sie für die eine oder andere Ansiedlung interessanter als heute.

Aber gut, man kann natürlich auch den bisherigen Weg weitergehen, der sehr verläßlich war, auch wenn er nicht zum Erfolg geführt hat. Um diese Perspektive abzumildern, zeige ich beim nächsten Mal wieder ein schönes Rad.

Viele Grüße,

Georg Blaschke

Heute keine Geschichte

Ich weiß gar nicht recht, was ich heute schreiben soll. Andererseits: So ein Fahrrad kann auch für sich selbst stehen.

Das Gericht des Tages ist ein Randonneur mit elektrischer Schaltung, einem Mix aus Shimanos Gravelgruppe GRX und der Rennradgruppe Ultegra. Das ganze in Expressobraun-Metallic garniert mit orangen Schriftzügen und Komponenten. Dazu als Beilage hausgemachte Gepäckträger und Lowrider. Guten Appetit!

Viele Grüße,

Georg Blaschke

Raritäten

In diesen Zeiten ist alles rar. Wobei, ganz stimmt das nicht, denn Klopapier und Nudeln sind ausreichend vorhanden. Aber bei den wirklich wichtigen Dingen, Impfstoff und Fahrradteilen, sieht es nicht ganz so günstig aus.

Hier in Schweinfurt wird sich das Impfzentrum noch bis Mitte/Ende Juni an der zweiten Prorisierungsgruppe abarbeiten. Komischerweise ändert daran auch die vermutlich leicht wahlkampfbedingte Beschwörung des Impfturbos nebst Öffnung der Impfungen für alle Bürger nichts.

Ähnlich karg sieht es schon seit Monaten mit Fahrradteilen aus. Ich verwende mittlerweile einen guten Teil meiner Zeit darauf, Teile zu finden und zu beschaffen. Dieser Zeitvertreib geht unter Fahrradherstellern, Rahmenbauern und Fachhändlern regelrecht viral. Viele Telefonate haben zur Zeit regelrecht den Charme einer Selbsthilfegruppe, in der man sich allerdings nur gegenseitig bedauern kann. Immerhin lenkt es ganz gut von der leidigen Pandemie ab, die sonst jedes Gespräch nach etwa 43 Sekunden vereinnahmt.

Hübsche Aufmunterungen für mich in diesen schweren Zeiten sind ja Werbungen. Neulich ist mir ein schöner Prospekt eines Fahrradherstellers aus der Tageszeitung entgegengefallen, der wesentlich besser lesbar war als die Nachrichten. Hier nur ein paar Kleinode, an denen ich meine Werbeversprechen fürderhin orientieren werde, um den Output zu pushen:

  • Egal, ob Fichtelgebierge oder Alpen, dem (Bike X) ist abseits befestigter Straßen und Forstwege kaum eine Herausforderung zu groß. Der Carbonrahmen mit 2.6er Reifen sowie 140mm Federweg bietet alles, um auch anspruchsvolle Trails komfortabel zu rocken.
  • Vorhang auf für das (Bike Y), ein E-Bike, das die Grenzen des Machbaren neu definiert. Seinen maximalen Vorwärtsdrang verdankt es dem Bosch Motor der vierten Generation mit 625 Wh starkem Akku und bringt damit Schubkraft und Allround Trail Skills souverän auf einen Nenner.
  • Grenzen waren gestern, mit diesem Bike ist man für alles optimal gerüstet!

Gut, Spielverderber könnten jetzt einwenden, daß es schlicht kein Fahrrad gibt, mit dem man für alles optimal gerüstet ist. Die Wahrheit ist ja eher, daß man so einige Fahrräder braucht, um für alle Eventualitäten gerüstet zu sein. Und darum geht es beim nächsten mal wieder um ein schönes Fahrrad.

Viele Grüße,

Georg Blaschke

Rigi-Bahn schon nach 139 Jahren von Fahrrad überholt!

Vor ein paar Tagen habe ich gelesen, daß die Rigi-Bahn 150 Jahre alt geworden ist. Das hat mich daran erinnert, daß ich schon 2010 auf meiner website darüber geschrieben habe, als es diesen blog noch gar nicht gab:

„15.September 2010

Es ist ja immer wieder interessant, daß die schönsten Geschichten vom Leben geschrieben werden und wie klein die Welt manchmal sein kann.

So las ich neulich ein altes Buch: Mark Twain bummelt durch Europa. Wunderbar ironisch beschreibt er hier seine Wanderung durch Europa im Jahre 1878. In einem Kapitel beschreibt er die Abfahrt mit der Rigi-Bergbahn, wo er einen Platz ganz vorne bekommt und das sofort bereut, weil es haarsträubend steil bergab geht.

Nun bekomme ich eine email eines Kunden, der sein Rad im Mai direkt am letzten Tag der EHBE-Messe in Schwäbisch Gmünd abgeholt hat. Es ist ein Tourenrennrad, gebaut, um auf langen Touren steile Berge hoch- als auch herunterzufahren. Und ein Film zeigt eine Fahrt den Rigi hinauf parallel zur Bahntrasse, die gerade von der historischen dampfbetriebenen Bahn befahren wird! Allein die speziell für den Bergbetrieb gebaute Dampflok mit all ihrer sichtbaren Mechanik ist eine Augenweide. Daß dann der Radfahrer nach Steigungen bis zu 30% auch noch schneller auf dem Berg ist als die Bahn, ist natürlich das Sahnehäubchen.

Das Schönste daran finde ich aber, daß sich auch in mehr als 130 Jahren prinzipiell nicht viel geändert hat: Der Berg ist noch da und damals wie heute ist es ein großes Erlebnis heraufzukommen. Und ich freue mich, dazu beigetragen zu haben.

Das Rad habe ich hier näher beschrieben.

Viele Grüße,

Georg Blaschke“

So weit, so gut. Allerdings vermisse ich bei der aktuellen Berichterstattung in den Medien den ja nicht ganz unwichtigen Hinweis, daß die Rigi-Bahn schon 139 Jahre nach ihrer Fertigstellung von einem GEBLA-Fahrrad überholt wurde, obwohl sich ihre bärenstarke Dampfmaschine hörbar müht, Schritt zu halten. Wobei ich fairnesshalber zugeben möchte, daß der Fahrer des Rades vermutlich einen erheblichen Anteil an diesem Erfolg hatte. Im Beweisvideo ist es der Herr im weißen Trikot:

Was in diesem Zusammenhang interessant ist: Dieses Rad hatte schon all das, was man heute als Gravelbike bezeichnet. Ich habe es damals Tourenrennrad genannt. Das Rad fährt wie die Rigi-Bahn immer noch munter herum, allerdings habe ich vor ein paar Jahren einige Komponenten erneuert, einen Zweifach-Antrieb verbaut und auch hydraulische Scheibenbremsen. Die gab es ja 2010 für Bremsschalthebel für Rennlenker noch gar nicht…

Auf die nächsten 150 bzw. 11 Jahre,

Georg Blaschke

World Bicycle Relief

In der Süddeutschen Zeitung war neulich ein Bericht über World Bicycle Relief.

Die Anfänge habe ich noch zu meiner Zeit bei SRAM hier in Schweinfurt mitbekommen und ich halte das nach wie vor für eine tolle Idee und mittlerweile Organisation.

In Deutschland ist es für viele eine Strafe, Fahrrad fahren zu müssen. Man tut es, weil das Auto kaputt ist, der Führerschein entzogen wurde oder ein eigener Wagen zu teuer ist. In vielen Teilen der Welt ist die Alternative zum Fahrrad aber das Laufen. Zudem ist ein Fahrrad ein Luxusgut, weil es gemessen am Einkommen sehr teuer ist.

Während es anfangs um akute Hilfe für vom Tsunami verwüstete Regionen und für pflegendes und medizinisches Personal ging, das mit Fahrrädern schlicht mehr Besuche machen konnte, ist der Ansatz heute deutlich breiter. Es wird eine Infrastruktur rund um das Fahrrad aufgebaut, so daß die Räder vor Ort montiert, verkauft und repariert werden können und vor allem auch Ausbildungs- und Arbeitsplätze entstehen. Das ist auch die Voraussetzung dafür, in Zukunft Fahrräder oder Teile davon vor Ort produzieren zu können.

Daneben werden Fahrräder gezielt an Personen vergeben, die damit einen großen Effekt für viele erzielen. Wenn ein Pfleger mehr Patienten am Tag erreicht, eine Bäuerin ihre Produkte auf einem weiter entfernten Markt zu besseren Preisen verkaufen kann oder ein Mädchen überhaupt erst in die Lage versetzt wird, eine Schule oder einen Ausbildungsplatz zu besuchen, verbessert das nachhaltig das Leben für ganze Familien oder Dörfer.

Wenn man sich sein Leben lang mit Fahrrädern beschäftigt, muß man immer mal wieder daran erinnert werden, daß das Tollste am Fahrrad seine Einfachheit ist. Auch in seiner schlichtesten Ausführung leistet es eigentlich alles, was ein Rad leisten soll. Der Sprung vom Laufen zum Fahren ist das Wesentliche, nicht der Sprung vom 11. zum 12. Ritzel.

Viele Grüße,

Georg Blaschke

Frühlingsbilder

Man hat es ja kaum noch geglaubt, aber aus irgendeinem Grund hat das Wetter sich vertan und mal einen schönen Tag eingeschoben. Perfekt für eine Ausfahrt und ich habe schöne Bilder vom letztlich gezeigten Rahmen bekommen. Die darf ich hier zeigen und möchte sie Ihnen nicht vorenthalten. Ein Rahmen ist ja schön und gut, aber es muß halt ein Rad daraus werden, damit man ihn nutzen kann.

Das Rad gefällt mir sehr gut und auf dem Radweg mit dieser Aussicht bei diesem Wetter wäre ich jetzt auch gerne unterwegs! 🙂

Viele Grüße,

Georg Blaschke

Positives Denken

Mein letzer Beitrag ist lange her. Eigentlich viel zu lange her. Zum Glück gibt es in diesen Zeiten die Pandemie, der man die Schuld in die Schuhe schieben kann. Und so ganz unrichtig ist das tatsächlich auch nicht. Eine Pandemie ist anstrengend, für die Kinder noch viel mehr als für mich. Wie es für jemanden ist, der ganz real in seiner Existenz bedroht ist, wage ich mir gar nicht recht vorzustellen. Mir reicht es so schon völlig und da fehlt eben mal die Motivation für den blog.

Aber umso wichtiger ist mal wieder ein positiver Beitrag und was kann positiver sein als ein neues Rad? Nichts! Auf jeden Fall für einen Radfahrer.

Leider habe ich keine Bilder des kompletten Rades, weil der Kunde das Rad selbst aufbauen möchte. Aber ich denke, man sieht auch so genug, um sich die ersten Ausfahrten im Frühling mit diesem Rad vorzustellen. Im richtigen Frühling meine ich, nicht in dem kalendarischen Etwas, das sich momentan Frühling nennt. Ein Freund von mir sprach neulich von Corona-Wetter: Wenn wir noch zwei Wochen durchhalten, wird es warm. Um dann nach zwei Wochen festzustellen, daß die dritte Kältewelle droht und man nochmals einen harten Lockdown einlegen muß. Und dann noch ein paar Ruhetage…

Ich merke schon, ich drifte wieder ab zur Pandemie. So wie das bei jedem Gespräch innerhalb der ersten drei Minuten geschieht… Also jetzt lieber mal zum Rad!

Es gehört zur Gattung Randonneur, Gravel, Tourenrennrad mit kompletter Ausstattung für den Straßenverkehr und Shimano GRX Komponenten. Die Farbe heißt Mambagrün Metallic.

An der Unterseite des Gabelkopfes erkennt man so gerade die beiden Befestigungsschrauben für das vordere Schutzblech.

Hier gut zu sehen der Einlaß für die hintere Bremsleitung und die verstärkte Bohrung für das Lichtkabel.

Die Kettenstrebe aus rostfreiem Stahl ist nur teilweise lackiert.

Manche Umwerfer stützen sich über eine Madenschraube am Sitzrohr ab, um ein Verdrehen auch bei hohen Schaltkräften zu verhindern. Hier ist ein ovale Plättchen aus rostfreiem Stahl aufgelötet, so daß sich die Schraube solide abstützen kann.

Das hintere linke Ausfallende mit den blanken Oberflächen aus rostfreiem Stahl, so daß sich die Montagepunkte von Nabe und Bremse nicht verändern. Die Funktion der Scheibenbremse gewinnt dadurch deutlich. Das Ausfallende selbst ist nicht aus rostfreiem Stahl, sondern aus Festigkeitsgründen aus 16MnCr5. Die meisten käuflichen Ausfallenden sind aus recht einfachem Material, deshalb mache ich sie lieber selbst.

Auch zu sehen ist das Anlötteil für den Hinterbauständer, auch dieses ist aus rostfreiem Stahl gefertigt.

Natürlich sind auch die vorderen Ausfallenden und das Anlötteil für die Scheibenbremse aus hochfestem 16MnCr5, während die Anlagepunkte wieder blank und rostfrei sind.

Die Sattelrohrverstärkung mit den seitlich angelegten Sattelstreben.

Auch der Vorbau ist auf Maß gefertigt und in Rahmenfarbe lackiert.

Speziell angefertigt sind natürlich auch der Gepäckträger und der Lowrider.

Die Edelstahloberflächen sind für große und kleine Ortlieb Taschen vorbereitet.

Auch am Lowrider sind die Stellen der Befestigungshaken durch rostfreien Stahl geschützt.

Viele Grüße,

Georg Blaschke

Neujahrsansprache

Nun, so wichtig bin ich ja nicht, daß ich eine Neujahrsansprache halten dürfte oder müßte. Andererseits sind diese Zeiten auch alles andere als normal, wenn man nicht gerade als A-Promi wie üblich auf der Privatinsel im Pazifik überwintert und die schnöden Alltagsgeschäfte vom Personal erledigen läßt.

Ich bin hier in den letzten Monaten nicht zu wirklich viel gekommen. Das ist schade, weil es mir an Ideen eigentlich nicht mangelt, aber irgendwo muß auch die Zeit vorhanden sein. Und das ist zu Zeiten der Coronaplage leider schwierig. Weniger wegen Lockdown und Homeoffice, das macht für mich gar nicht mal so einen großen Unterschied. Und da will ich mich nicht beklagen, andere Berufsgruppen haben es da viel, viel schwieriger bis hin zur Bedrohung der Existenz. Aber wenn man Kinder in der 8. und 10. Klasse hat, trifft einen das Durcheinander des Schulwesens doch sehr deutlich. Von den in diesem Alter sehr belastenden Kontaktbeschränkungen mal abgesehen. Auch da hat die Schule ja eine wichtige Funktion. Für Berufspolitiker mag das nicht so sein, die freuen sich wahrscheinlich eher, nicht täglich auf Kollegen der anderen Parteien oder gar auf Parteifreunde zu treffen. Aber die meisten Berufspolitiker haben ihr Familiendasein doch eher so organisiert, daß ihnen im Alltag der Rücken freigehalten wird, der Dackel aber bitteschön im Wahlkampf für hübsche Bilder zur Verfügung steht.

Ohne Frage sehe ich es als sinnvoll an, die Schulen zu schließen, wenn das in der Pandemie nötig ist. Aber daß hier in Bayern außer Präsenzunterricht nichts wirklich funktioniert, das ist schon zum Lachen, wenn es für die Schüler und ihre Familien nicht so traurig wäre. Seit 23 Jahren muß ich mir nun anhören, wie toll das bayerische Schulsystem ist. Es wird von Laptop und Lederhose gefaselt. Vom bayerischen Abitur, daß höchste Ansprüche stellt, aber im Reigen der Bundesländer auch von unerreichter Qualität ist. Aber wofür? Ist es eine Errungenschaft, auf Deutsch im Abitur zu bestehen, wenn andere Länder grundlegende Programmierkenntnisse schon in der Grundschule vermitteln?

Heute hat der bayerische Kultusminister empfohlen, die offizielle Lernplattform Mebis möglichst nicht zu nutzen und wenn, bitteschön zeitlich gestaffelt. Das ist nur logisch, hat er doch Mitte Dezember schon festgestellt, daß das System nicht funktioniert hat, weil sich zu viele Schüler teils gleichzeitig eingewählt hatten. So wie es im Frühjahr auch schon war, als nichts funktionierte. Immerhin darauf kann man sich verlassen, das ist doch schon mal etwas. Vielleicht hätte man doch den einen oder anderen Nerd durch´s Abitur schlüpfen lassen sollen, der vielleicht keine Spitzenleistungen in Deutsch erbringt, aber dafür IT beherrscht? Und ausrechnen kann, wie viele Server man benötigt, wenn sich 100% der Schüler einwählen?

Ich hoffe doch, nächstes Mal wieder über Fahrräder schreiben zu können. Aber da wir keinen Familiendackel haben, der sich meine Tiraden stoisch anhören würde, müssen heute Sie ran. 🙂

Viele Grüße und Alles Gute,

Georg Blaschke

Hopfen und Malz

Leider, leider sind wir ja alle in diesem Jahr der Möglichkeit bzw. Notwendigkeit beraubt, in Lederhose oder Dirndl jauchzend auf Tischen zu tanzen und dabei krampfhaft zu versuchen, 4 bis 7 Maß alkoholhaltigen Spülwassers nebst einem halben Hendl und einer Brezn in uns zu behalten. Immerhin spart man dadurch den Gegenwert von zum Beispiel einem hübschen Wochenende auf dem Rad mit Übernachtung. Oder man macht es einfach wie ich, fährt mit dem Rad Einkäufe erledigen und stellt dabei fest, daß nicht nur auf der Theresienwiese, sondern auch in Schweinfurt Hopfen und Malz verloren sind. Nicht, weil es hier kein Oktoberfest gibt, sondern weil man hier als Radfahrer eigentlich nur noch resignieren und verzweifeln kann.

Dabei gibt es seitens der Stadt und des Stadtrates durchaus ein gewisses Bemühen: Es gibt ein Radverkehrskonzept, es sollen Lastenpedelecs finanziell gefördert werden und es soll sogar eine Fahrradstraße geben. Auch wenn die Fahrradstraße zum guten Teil deswegen gewählt wurde, weil dort eh kaum Autos fahren, ist das natürlich zu begrüßen. In der Verlängerung der zukünftigen Fahrradstraße sieht es aber leider anders aus. Vor einiger Zeit noch hatten hier die Radfahrer Vorfahrt gegenüber der Zufahrtstraße von rechts, mittlerweile müssen sie den Autos Vorfahrt gewähren, obwohl sie eigentlich geradeaus wollen und die Autos ein paar Meter weiter eh Vorfahrt gewähren müssen. Das hätte man auch wesentlich fahrradfreundlicher gestalten können…

A propos gestalten: Immerhin wurde hier hübsch und aufwendig der Boden bemalt… Ein gewisser Hang zur Bodenbemalung ist in Schweinfurt seit zig Jahren vorhanden, meist wird ein Strich auf den Asphalt gemalt und die abgespaltene Fläche zum Radweg erklärt. Leider wird eine Fläche in der Realität des Verkehrs dadurch nicht unbedingt zum Radweg, sondern zum Beispiel im Schulviertel auch gerne zum Wartebereich für die Helikoptereltern. Die radelnden Schüler können dann sehen, wo sie bleiben…

Diese Lösung ist leider ein gutes Beispiel dafür, wie es hier in der Regel läuft und warum für mich Hopfen und Malz verloren sind. Offensichtlich fährt von den verantwortlichen Personen niemand Rad und kann sich gar nicht vorstellen, was gutes Radfahren ausmacht. Vermutlich kann sich dort auch niemand vorstellen, daß jeder Radfahrer mehr nicht nur ein Gewinn für die Umwelt ist, sondern auch für die leidenden Innenstädte. Ein großer Vorteil des Radfahrens ist eben, daß man recht bequem auch die kleinen Geschäfte der Innenstadt erreicht, während Autofahrer eher die grüne Wiese oder Einkaufszentren ansteuern. Zudem schafft jeder Radfahrer mehr Platz für diejenigen, die aus welchen Gründen auch immer auf das Auto angewiesen sind, um in die Innenstadt zu gelangen. Jeder nicht benötigte Parkplatz schafft Platz für Fußgänger. Oder eine Außenbewirtung. Oder einen Baum. Oder einen Spielplatz. Und wenn Sie mal in sich gehen: Die erfolgreichen und schönen Städte und Orte sind nicht die, in denen man mit dem Auto überall bequem hinkommt.

Viele Grüße,

Georg Blaschke