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Steckachsen

Zuerst einmal möchte ich Ihnen ein Gutes Neues Jahr wünschen! Ich denke, wir können es alle brauchen…

Ich hatte mich hier vor rund drei Jahren schon einmal mit Steckachsen befaßt. Beim erneuten Lesen des Textes gibt es nicht so wahnsinnig viel hinzuzufügen. Außer vielleicht, daß Steckachsen auch bei Rennrädern, Crossern und Gravelbikes mittlerweile tatsächlich Standard sind. Das war ja vorauszusehen, da sie beim Rahmenmaterial Carbon durchaus sinnvoll sind. Bei nicht ganz optimal gebauten Rahmen aus Metall auch.

Technisch gesehen funktioniert bei einem gut gemachten Rahmen aus Metall beide sehr gut, Steckachse wie Schnellspannachse. Bei meinen Rahmen waren die Anlageflächen für Nabe wie Bremse immer schon rostfrei und blank, so daß sich eine präzise Einbauposition ergeben hat. Vor allem bei dick lackierten oder pulverbeschichteten Rahmen drückt sich die Beschichtung mit der Zeit weg und die Bremse schleift. Ist dann unter der Beschichtung kein rostfreies Metall, bildet sich eben Rost. Beides ungünstig. Da eine Steckachse keine hohen Klemmkräfte erzeugt, taugt sie auch für beschichtete Oberflächen. Medizinisch gesehen verhindert sie die Symptome, beseitigt aber nicht die Ursachen.

Natürlich achte ich auch bei meinen Rahmen und Gabeln für Steckachsen darauf, daß alle Anlageflächen und auch die Gewinde aus rostfreiem Stahl bestehen. Zudem lege ich Wert darauf, daß die Ausfallenden vergleichsweise zierlich bleiben. Stabil sind sie eh, da sie aus hochfestem Stahl gefertigt sind.

Da mir neulich aufgefallen ist, daß ich meine Steckachsausfallenden hier noch nie vorgestellt habe, möchte ich das hiermit nachholen.

Das hintere rechte Ausfallende für eine Shimano Di2 Kettenschaltung. Das Loch in der Kettenstrebe ist für das Kabel, das zum Schaltwerk führt.

Die Aufnahmen für den hinteren Bremssattel der Scheibenbremsen. Es wird der Standard der vorderen Bremse verwendet. Damit kann man nicht nur problemlos die Scheibengröße wechseln, er ist bei Rahmen aus Metall etwas dezenter und leichter. Die Abstützungspunkte liegen weiter auseinander und können selbst leichter sein, weil sie von oben verschraubt werden.

Die Auflageflächen für den Bremssattel sind relativ groß, so daß sich eine gute Abstützung ergibt. Und ja, natürlich bestehen sie aus rostfreiem Stahl.

Die rechte Kettenstrebe ist aus rostfreiem Stahl und kann unlackiert bleiben. Gerade bei ruppiger gefahrenen Räder kann die Kette sonst auch mal Macken verursachen. Früher wurden bei Rennräder deshalb gerne die Kettenstreben, Ausfallenden, der ganze Hinterbau oder gar der ganze Rahmen verchromt. Heute bevorzugt man, auch auch Gründen des Umweltschutzes, rostfreien Stahl.

Auch das hier zu sehende „Dach“ innen an den Ausfallenden, daß für leichten Einbau des Hinterrades sorgt, ist selbstverständlich aus rostfreiem Stahl.

Das Gewinde für die Steckachse ist bei diesem Rahmen auf der linken Seite, da die verwendete Gabel dies so vorgegeben hat. Es ist aber genauso gut möglich, das Gewinde auf der rechten Seite zu haben.

Die relativ leichte verwendete Kettenstrebe ist an der Unterseite für die Scheibenbremse verstärkt.

Viele Grüße,

Georg Blaschke

Hamsterer

Erst einmal möchte ich Ihnen Schöne Feiertage, Frohe Weihnachten und schon einmal vorsorglich ein Gutes Neues Jahr wünschen. Vor allem letzteres könnten wir alle brauchen.

Die momentane Teileknappheit im Fahrradbereich ist schon nervig. Nicht nur, daß es viel Zeit kostet, die erhältlichen Teile sind auch nicht unbedingt Schnäppchen. Trotzdem muß man manchmal einfach bestellen, einfach weil es etwas gibt. Denn man kann sicher sein, daß es nichts gibt, wenn man es benötigt.

Aber es gibt auch Lichtblicke. So finde ich eine neue RockShox Federgabel für Gravelbikes, Crosser oder Tourenrennräder sehr interessant. Sie heißt Rudy, die Ähnlichkeit im Namen zur früheren Rennradgabel Ruby ist sicherlich gewollt.

Ihr Federweg von 40mm ist völlig ausreichend und sie ist gar nicht mal besonders massiv ausgefallen, vor allem wenn man heutige Carbongabeln als Maßstab nimmt.

Wenn ich mal Zeit dazu finde, gucke ich mal in das Innere. Bei mir wird ja jede Federgabel und jedes Federelement sowieso geöffnet, um sicherzustellen, daß alles ausreichend geschmiert ist. Das ist leider im Originalzustand nicht die Regel. Vor Jahren habe ich mehr dazu im Kleinen Service beschrieben.

Der Flatmount Bremsenstandard und die Steckachse sind bei Gravel Rädern Stand der Technik. Das tapered Steuerrohr ist für Rahmen aus Metall eigentlich nicht nötig und erhöht das Gewicht des Steuerrohres etwas. Aber üblicherweise wird die Gabel halt in Carbonrahmen eingebaut.

Meine Hamstergeschäfte haben nicht nur zu Federgabeln geführt, sondern auch dazu, daß ein bisher nicht benötigter Bestand von zwei Shimano GRX DI2 Gruppen vorhanden ist. Die könnten in Verbindung mit der Gabel interessante Gravelbikes, Crosser oder Tourenrennräder ergeben. Mal sehen…

Viele Grüße,

Georg Blaschke

Neues zur Rohbox

Nie hätte ich gedacht, daß es einmal so viele Rohboxen geben würde. Sie ist natürlich immer noch ein Nischenprodukt, aber über die Jahre sind über 4000 Stück entstanden. Wobei bisher nur eine Handvoll Ersatzteile benötigt wurden. Auch damit paßt die Rohbox ganz gut zur äußerst verläßlichen Rohloff Speedhub.

Bei den Schaltern wird sie mittlerweile nicht nur mit SRAM, sondern auch mit Campagnolo Bremsschalthebeln verbaut. Da habe ich für die aktuellen Schalter Umbaukits, die auch den Rückbau auf den Originalzustand erlauben. Allerdings gibt es die Bremssättel von Campagnolo nur für den FlatMount Standard. Für Postmount/IS2000 kann man allerdings andere Bremssättel von Magura, Hope oder Shimano verbauen, die auch Mineralöl als Bremsflüssigkeit verwenden.

Ich gehe davon aus, im kommenden Jahr auch Umbaukits für bestimmte Shimano Schalter anbieten zu können. Einzelne Umbauten von Kunden gibt es schon längere Zeit, aber es ist aus verschiedenen Gründen nicht ganz optimal. Erstens sind die Seilwege recht kurz, zweitens ist der Umbau unumkehrbar und drittens recht aufwendig. Aber ich habe eine Idee, diese Dinge zu lösen und hoffe, bis zum Frühling Zeit dafür zu finden. Genaueres möchte ich an dieser Stelle über die Idee nicht sagen, ich muß da erstmal herumprobieren.

Bei der momentanen schlechten Lieferbarkeit von Fahrradteilen hoffe ich, durch die mögliche Verwendung von möglichst vielen Schaltern die Situation etwas zu entspannen. Zudem liegen Shimano Schalter in vielen Schubladen und von so einigen Kunden höre ich, daß sie die Verwendung von Mineralöl als Bremsflüssigkeit bevorzugen. Damit werde ich mich in einem der kommenden Beiträge näher befassen.

Leider sind auch für die Rohbox die Teile teurer geworden, so daß ihr seit 2017 unveränderter Preis zum 1. Dezember erhöht werden muß. Immerhin habe ich es geschafft, die Rohbox durchgehend lieferbar zu halten, das ist in der heutigen Zeit schon einiges wert.

Auf meiner website habe ich eine neue Seite http://gebla.de/Bestellung/Rahmenbauteile%20und%20Komponenten.html eingerichtet. Dort habe ich ein paar Teile zum Rahmenbau aufgelistet, die vielleicht für Selbstbauer interessant sind, auch weil sie nicht überall zu bekommen sind. Ein paar Rohre lasse ich ja für mich herstellen. Dazu werden beizeiten noch einige Komponenten kommen, die ich entweder regelmäßig verwende oder die sich hier angesammelt haben. Leider muß auch ich momentan mehr als nötig bestellen, um überhaupt sicher sein zu könnnen, die entsprechenden Komponenten für meine Räder zu bekommen.

Viele Grüße,

Georg Blaschke

Kulturgut auf ewig verloren?

Gestern wurde ich darauf hingewiesen, daß hier nichts zu sehen oder lesen ist. Scheinbar ist beim Hochladen etwas schiefgelaufen und die Überschrift hat sich bewahrheitet.

Vor einiger Zeit sind mir schon einmal Bilder verschwunden, da habe ich es wenigstens noch bemerkt und die sind dann ja auch als Datei auf dem eigenen Rechner verfügbar. Ich weiß nicht, ob das mit der Umstellung auf eine neue Oberfläche bei wordpress zu tun hat, intuitiver ist es aber für mich nicht unbedingt geworden.

Das Ungünstige ist, das so ein kleines Artikelchen dann doch nicht in 10 Minuten geschrieben ist, das macht die Sache etwas ärgerlich. Vielleicht sollte ich auf Dauer einen Weg finden, den blog in die website zu integrieren, um solche Sachen zu vermeiden.

Viele Grüße,

Georg Blaschke

Was lange währt, wird endlich lang.

Bei einem Tandem ist alles etwas länger, auch die Bauzeit. Es sind doch viele Spezialteile zu machen, auch die Montage dauert und bereitet neue Herausforderungen. Zum Beispiel muß ja die Hydraulikleitung verlängert werden. Vor Jahren habe ich dafür noch einen Adapter selbst gebaut. Für dieses Tande mit den gewählten Bremsen gab es das sogar von der Stange, aber ein real existierendes Bauteil gab es nur bei einem Shop in den Niederlanden. Willkommen in der Teileknappheit im Fahrradbereich!

Immerhin habe ich genug Ketten, die sind ja momentan auch schwer zu bekommen. Und für ein Tandem braucht man drei…

Aber was gibt es denn zum Tandem selbst zu sagen? Der Rahmen ist hinten für eine Rohloff Speedhub ausgelegt, vorne arbeitet ein SON Nabendynamo mit 15mm Steckachse. Die Speedhub ist für ein Tandem eine gute Wahl, weil sie für ein sehr stabiles Laufrad sorgt. Hier kommt noch dazu, daß die leicht abnehmbare Schaltbox das Zerlegen des Rahmens erleichtert. Der Rahmen ist mit vier SandS Kupplungen aus rostfreiem Stahl ausgestattet, die ein relativ flottes Zerlegen erlauben. Das wird man nicht jeden Tag machen wollen, aber im Zweifelsfall macht es die Mitnahme im Zug, Auto oder Flugzeug erst möglich. Durch die Rohre großen Durchmessers ist der Rahmen ausreichend steif, das ist bei einem Tandem ein wichtiges Kriterium.

Da der hauptsächliche Einsatzzweck Touren und Reisen sein werden, ist die Mitnahmen von Gepäck und Trinkflaschen wichtig. Das Tandem hat neben dem hinteren Gepäckträger und vorderen Lowrider noch einen vorderen Gepäckträger für eine Fronttasche, in der die Sachen vorteilhaft unterzubringen sind, die man schnell mal erreichen muß. Die Maße des Frontgepäckträgers sind dabei natürlich an die Maße der zu verwendenden Tasche angepaßt.

Für die Suchmaschine: Es ist auch ein ganz tolles Gravel-Tandem! Irgendwie habe ich das Gefühl, daß momentan alles Gravel sein muß, was etwas hermacht. Übrigens ist auch das oben wegen der Hydraulikverlängerung verlinkte Tandem schon ein Gravel-Tandem, damals gab es nur das Wort noch nicht.

Der Lack ist übrigens mal wieder eine alte Porschefarbe: Pascharot. Die Schutzbleche von Gilles Berthoud und die Gepäckträger sind schwarz pulverbeschichtet.

Die Gabel hat einen konischen Schaft, um die höheren Belastungen des Tandems abzufangen. Dazu natürlich auch besonders solide Gabelbeine, die ich mir von Columbus habe machen lassen.

Die Rahmenkupplungen von SandS sind aus rostfreiem Stahl und seit zig Jahren bewährt. Der einzige Nachteil ist eigentlich der Preis.

Man sieht, daß man nichts sieht. Unter dem Sattelschnellspanner ist ein wenig Silber zu erkennen, das Ende der Sattelrohre ist unlackiert. Möglich ist das, weil die oberen 10cm der Sattelrohre verstärkt sind und aus rostfreiem Stahl bestehen.

Der Rahmen ist mit einem ungenutzten Schaltauge versehen, falls man doch noch mal einen Kettenspanner montieren möchte.

Zur Abwechslung ist dieses Rad nicht mit einer Rohbox ausgestattet, sondern dem ähnlichen Produkt von Cinq5. Der Grund waren die vom Kunden gewünschten Bremshebel und Bremsen. Die Bremsscheiben haben eine etwas größere Materialstärke als üblich, beim Tandem sollte man an der Bremse nicht sparen. Sie muß ja für zwei bremsen.

Die Gabel ist mit einer 15mm Steckachse gebaut, es ist eben alles etwas stabiler als üblich.

Passende Vorbauten gehören dazu.

Der sogenante Pizzaträger. Wobei die Pizza nicht zu groß sein darf, um darauf zu passen. 🙂

Der Scheinwerfer von SON verfügt über eine Anschlußmöglichkeit für ein USB Ladegerät.

Die Einhängepunkte für die Ortlieb Taschen sind natürlich aus rostfreiem Stahl, um das leidige Abschürfen der Beschichtung bei längerem Gebrauch zu vermeiden.

Dasselbe gilt für den hinteren Gepäckträger. Es gibt hinten übrigens kein festes Rücklicht. Bei Bedarf wird die hintere Sattelstüzte ein Lupine Rotlicht aufnehmen. Eine Kabelverlegung bei einem teilbaren Rad ist einfach ungünstig.

Viele Grüße,

Georg Blaschke

Silver Bullet

Wie beschreibt man ein Silber mit einem ganz leichten Blaustich? Autohersteller müssen ganze Abteilungen besitzten, die nichts anderes tun als sich Namen für Lackfarben auszudenken. Wahrscheinlicher ist, daß sie ein paar Leute haben, denen solche Namen deutlich schneller einfallen als mir. Mir fällt es ja schon schwer, meine Räder irgendwie zu bezeichnen. Allerdings habe ich es auch etwas schwerer, den jedes Rad ist praktisch anders. Wäre ich Autohersteller, könnte ich mir einen Namen XY ausdenken, in Ruhe ein paar Millionen Stück bauen und dann nenne ich das Nachfolgemodell XY2.

Hier geht es auf jeden Fall um ein Reiserad für etwas mehr Gepäck. Deshalb ist der Rahmen für 26″ Laufräder mit breiten Reifen ausgelegt, im Hinterrad wird dann eine absolut schwerlasttaugliche Rohloff Speedhub werkeln. Eine komplette Ausstattung mit Licht, Schutzblechen und Ständer (sogar zwei) kommt auch dazu, eine Besonderheit wird eine auf dem Oberrohr montierte Tasche sein.

Ich baue meist ganze Fahrräder, aber manchmal auch nur das Rahmenset. Es gibt eben außer mir auch noch andere, die gerne Fahrräder zusammen bauen. Vor allem, wenn viele Teile schon vorhanden sind, kann das sinnvoll sein. Wobei es auch für mich kein Problem ist, solche Sachen zu verbauen. Viele Komponenten sind ja sehr langlebig.

Der Blaustich im SilberMetallic ist nur zu erahnen, man muß schon im richtigen Winkel gucken. Die Gabel hat für den Komfort relativ schlanke Gabelbeine und zudem auch einen extra dünnwandigen Schaft. Viele 26″ Gabeln sind unnötig massiv für eine Reiserad.

Das Sitzrohr ist mit einem rostfreien Ring ausgestattet, so daß erstens auch die Kante des Sitzrohre aus Edelstahl ist und zweitens die Klemmschelle den Lack nicht beschädigt.

Ausfallenden aus hochfestem 16MnCr5 Stahl mit Edelstahloberflächen da, wo geklemmt wird. An der linken Kettenstrebe sind Öffnungen für die Befestigung des hinteren Ständers und für das Lichtkabel zu sehen.

Auch die Brücke für die Schutzblechbefestigung ist aus rostfreiem Stahl gefertigt.

Auf dem Bild kaum zu sehen: Es sind vier Leitungsführungen am Unterrohr vorhanden, an den unteren beiden kann noch ein dritter Flaschenhalter montiert werden.

Die dauernden Wiederholungen nerven hoffentlich nicht: Auch die beiden Flächen am Gabelkopf zur Befestigung von Scheinwerfer und Schutzblech sind aus rostfreiem Stahl. 🙂

Die Anlötteile für die Rahmentasche auf dem Oberrohr.

Hier nochmal die Befestigung für den hinteren Ständer, natürlich auch aus rostfreiem Stahl gefertigt.

Auch vorne sind alle Flächen, an denen geklemmt wird, rostfrei.

Hier ein Bild für den Lack. Ich hoffe, man sieht das leichte Blau etwas.

Zum Glück habe ich noch Bilder vom kompletten Rad bekommen, da bekommt man immer einen besseren Eindruck.

Wie man sieht, steht das Rad mit seinen beiden Ständer auch auf sandigen Böden. Es fehlt natürlich noch das Gepäck. 🙂

Mit einer Hope mit großer Scheiben sollte das Rad zum Stehen zu bekommen sein, viel besser geht es nicht.

Damit bleibt mir eigentlich nur noch, Alle Gute für die Reise zu wünschen!

Viele Grüße,

Georg Blaschke

Liebe Münchener, kommt doch zum Parken nach Schweinfurt

Die Pandemie hat viele schwer getroffen, durch Krankheit, wirtschaftliche Schäden, psychische Probleme, Umkrempelungen des Lebensentwurfes und vieles andere. Profitiert haben der Online-Handel, Maskengewinnler und die Delfine, die sich schon im ersten lockdown angeblich wieder in der schönen Stadt Venedig angesiedelt haben.

Für den stationären Handel war es auch vor der Pandemie schwierig, auf jeden Fall in vielen Städten, auch in Schweinfurt. Und jetzt, wo wieder geöffnet werden darf, wird wieder darüber nachgedacht, wie man Schwung in den Handel bringen könnte. Der Verein „Schweinfurt erleben“ hat dazu gleich mal eine Anzeige geschaltet:

Tja, ob das die Wende bringt? Ich lebe seit 1997 in oder bei Schweinfurt und seit dieser Zeit ist die Erreichbarkeit per Auto immer eine zentrale Forderung vieler Kaufleute. Tatsächlich ist es keinesfalls so, daß Schweinfurt über wenig Parkraum und riesige für den Autoverkehr gesperrte Bereiche verfügt. Trotzdem geht es nicht bergauf. Es gibt sicherlich auch Gegenbeispiele, aber die erfolgreichen Innenstädte, die ich so kenne, sind per Auto schlecht bis gar nicht zu erreichen. Meiner Meinung nach ist die Idee, daß in den Innenstädten mehr gekauft wird, wenn man nur mit dem Auto hinfahren kann, um dann die Waschmaschine direkt einzuladen, schon vor langer Zeit gescheitert.

Aber es gibt natürlich auch neue, andere Ideen:

Es ist schon fraglich, warum sich erst nach Corona etwas ändern muß, das Thema ist ja schon Jahrzehnte alt. Immerhin gibt es gute Ideen: „Er glaube, die Chance für die Innenstadt sei die Konzentration auf gut geführte Fachgeschäfte mit hoher Beratungskompetenz, so (Citymanager) Herrmann“. Dem kann ich nur zustimmen und zugleich empfehlen, nur solche der sicherlich Schlange stehenden Anwärter zuzulassen, die gleichzeitig eine Vielzahl hochwertiger Arbeitsplätze bieten.

Natürlich habe auch ich kein Patentrezept, sonst würde ich mich nicht mit dem Bau von Fahrrädern abmühen, sondern trimmte als begehrter Citymanager eine Stadt nach der anderen auf Erfolg. Aber vielleicht wäre es doch von Vorteil, es mal damit zu versuchen, die Innenstadt verkehrsärmer zu gestalten. Die vielen Nutzer des Mainradweges nicht dadurch abzuschrecken, daß sie vor grausigen Kreuzungen oder vor dem in Schweinfurt so gern genutzen Schild „Radfahrer absteigen“ stehen. Die beiden sehenswerten Kunstmuseen, die viele Besucher nach Schweinfurt locken, durch ein völlig überfälliges Technik- und Industriemuseum zu ergänzen, das vielleicht noch andere Besucher anzieht. Aktiv Leben auf den Straßen zu fördern (jahrelang wurden Straßenmusiker durch nötige Behördengänge in Vorstädten gezielt vergrault, online ist die Anmeldung natürlich auch heute noch nicht möglich). In einer idealen Welt würde man sogar mal über einen eigentlich nötigen großen Wurf bei der Verkehrsführung nachdenken… Dann gäbe es immer noch nicht automatisch tolle Läden in der Innenstadt, aber vielleicht wäre sie für die eine oder andere Ansiedlung interessanter als heute.

Aber gut, man kann natürlich auch den bisherigen Weg weitergehen, der sehr verläßlich war, auch wenn er nicht zum Erfolg geführt hat. Um diese Perspektive abzumildern, zeige ich beim nächsten Mal wieder ein schönes Rad.

Viele Grüße,

Georg Blaschke

Heute keine Geschichte

Ich weiß gar nicht recht, was ich heute schreiben soll. Andererseits: So ein Fahrrad kann auch für sich selbst stehen.

Das Gericht des Tages ist ein Randonneur mit elektrischer Schaltung, einem Mix aus Shimanos Gravelgruppe GRX und der Rennradgruppe Ultegra. Das ganze in Expressobraun-Metallic garniert mit orangen Schriftzügen und Komponenten. Dazu als Beilage hausgemachte Gepäckträger und Lowrider. Guten Appetit!

Viele Grüße,

Georg Blaschke

Raritäten

In diesen Zeiten ist alles rar. Wobei, ganz stimmt das nicht, denn Klopapier und Nudeln sind ausreichend vorhanden. Aber bei den wirklich wichtigen Dingen, Impfstoff und Fahrradteilen, sieht es nicht ganz so günstig aus.

Hier in Schweinfurt wird sich das Impfzentrum noch bis Mitte/Ende Juni an der zweiten Prorisierungsgruppe abarbeiten. Komischerweise ändert daran auch die vermutlich leicht wahlkampfbedingte Beschwörung des Impfturbos nebst Öffnung der Impfungen für alle Bürger nichts.

Ähnlich karg sieht es schon seit Monaten mit Fahrradteilen aus. Ich verwende mittlerweile einen guten Teil meiner Zeit darauf, Teile zu finden und zu beschaffen. Dieser Zeitvertreib geht unter Fahrradherstellern, Rahmenbauern und Fachhändlern regelrecht viral. Viele Telefonate haben zur Zeit regelrecht den Charme einer Selbsthilfegruppe, in der man sich allerdings nur gegenseitig bedauern kann. Immerhin lenkt es ganz gut von der leidigen Pandemie ab, die sonst jedes Gespräch nach etwa 43 Sekunden vereinnahmt.

Hübsche Aufmunterungen für mich in diesen schweren Zeiten sind ja Werbungen. Neulich ist mir ein schöner Prospekt eines Fahrradherstellers aus der Tageszeitung entgegengefallen, der wesentlich besser lesbar war als die Nachrichten. Hier nur ein paar Kleinode, an denen ich meine Werbeversprechen fürderhin orientieren werde, um den Output zu pushen:

  • Egal, ob Fichtelgebierge oder Alpen, dem (Bike X) ist abseits befestigter Straßen und Forstwege kaum eine Herausforderung zu groß. Der Carbonrahmen mit 2.6er Reifen sowie 140mm Federweg bietet alles, um auch anspruchsvolle Trails komfortabel zu rocken.
  • Vorhang auf für das (Bike Y), ein E-Bike, das die Grenzen des Machbaren neu definiert. Seinen maximalen Vorwärtsdrang verdankt es dem Bosch Motor der vierten Generation mit 625 Wh starkem Akku und bringt damit Schubkraft und Allround Trail Skills souverän auf einen Nenner.
  • Grenzen waren gestern, mit diesem Bike ist man für alles optimal gerüstet!

Gut, Spielverderber könnten jetzt einwenden, daß es schlicht kein Fahrrad gibt, mit dem man für alles optimal gerüstet ist. Die Wahrheit ist ja eher, daß man so einige Fahrräder braucht, um für alle Eventualitäten gerüstet zu sein. Und darum geht es beim nächsten mal wieder um ein schönes Fahrrad.

Viele Grüße,

Georg Blaschke

Rigi-Bahn schon nach 139 Jahren von Fahrrad überholt!

Vor ein paar Tagen habe ich gelesen, daß die Rigi-Bahn 150 Jahre alt geworden ist. Das hat mich daran erinnert, daß ich schon 2010 auf meiner website darüber geschrieben habe, als es diesen blog noch gar nicht gab:

„15.September 2010

Es ist ja immer wieder interessant, daß die schönsten Geschichten vom Leben geschrieben werden und wie klein die Welt manchmal sein kann.

So las ich neulich ein altes Buch: Mark Twain bummelt durch Europa. Wunderbar ironisch beschreibt er hier seine Wanderung durch Europa im Jahre 1878. In einem Kapitel beschreibt er die Abfahrt mit der Rigi-Bergbahn, wo er einen Platz ganz vorne bekommt und das sofort bereut, weil es haarsträubend steil bergab geht.

Nun bekomme ich eine email eines Kunden, der sein Rad im Mai direkt am letzten Tag der EHBE-Messe in Schwäbisch Gmünd abgeholt hat. Es ist ein Tourenrennrad, gebaut, um auf langen Touren steile Berge hoch- als auch herunterzufahren. Und ein Film zeigt eine Fahrt den Rigi hinauf parallel zur Bahntrasse, die gerade von der historischen dampfbetriebenen Bahn befahren wird! Allein die speziell für den Bergbetrieb gebaute Dampflok mit all ihrer sichtbaren Mechanik ist eine Augenweide. Daß dann der Radfahrer nach Steigungen bis zu 30% auch noch schneller auf dem Berg ist als die Bahn, ist natürlich das Sahnehäubchen.

Das Schönste daran finde ich aber, daß sich auch in mehr als 130 Jahren prinzipiell nicht viel geändert hat: Der Berg ist noch da und damals wie heute ist es ein großes Erlebnis heraufzukommen. Und ich freue mich, dazu beigetragen zu haben.

Das Rad habe ich hier näher beschrieben.

Viele Grüße,

Georg Blaschke“

So weit, so gut. Allerdings vermisse ich bei der aktuellen Berichterstattung in den Medien den ja nicht ganz unwichtigen Hinweis, daß die Rigi-Bahn schon 139 Jahre nach ihrer Fertigstellung von einem GEBLA-Fahrrad überholt wurde, obwohl sich ihre bärenstarke Dampfmaschine hörbar müht, Schritt zu halten. Wobei ich fairnesshalber zugeben möchte, daß der Fahrer des Rades vermutlich einen erheblichen Anteil an diesem Erfolg hatte. Im Beweisvideo ist es der Herr im weißen Trikot:

Was in diesem Zusammenhang interessant ist: Dieses Rad hatte schon all das, was man heute als Gravelbike bezeichnet. Ich habe es damals Tourenrennrad genannt. Das Rad fährt wie die Rigi-Bahn immer noch munter herum, allerdings habe ich vor ein paar Jahren einige Komponenten erneuert, einen Zweifach-Antrieb verbaut und auch hydraulische Scheibenbremsen. Die gab es ja 2010 für Bremsschalthebel für Rennlenker noch gar nicht…

Auf die nächsten 150 bzw. 11 Jahre,

Georg Blaschke